Ich muss sagen, dass ich insbesondere das Ende von Kung Fu Panda sehr kritisch sehe. Mir will nicht so recht klar werden, weshalb Po Tai Lung tötet - es wird zwar nicht explizit gesagt, schließlich ist es ein Kinderfilm, aber wenn man sich den OffKommentar zu dieser Szene anhört ("atomized"), scheint es fast so, als hätten die Autoren einfach nicht gewusst, wohin mit dem Leoparden.
Welche Moral hier transportiert werden soll, als Po seinen besiegten und wehrlosen Gegner geradezu hinrichtet, ist mir rätselhaft. Fast scheint es so, als tue er es nur, um mit seinen Kung Fu Fähigkeiten zu protzen (was auf Pos Charakter bezogen wenigstens stimmig ist).
Auch die Reaktion von Meister Shifu, für den Tai Lung angeblich wie ein Sohn gewesen sein soll, stimmt einen nachdenklich. Er interessiert sich plötzlich überhaupt nicht, was mit seinem ehemaligen Schützling geschehen ist. Es reicht ihm zu wissen, dass er besiegt wurde (was immer das auch heißen mag).
Dieser in meinen Augen äußerst brutale Schluss hinterlässt einen sehr bitteren Nachgeschmack, der sich über den gesamten, ansonsten recht unterhaltsam Film legt. Brutal ist der Schluss deshalb, weil er einen Charakter, der durchaus mit nicht nur bösen Eigenschaften gezeichnet wird, ohne ein Wort der Erklärung ausmerzt, nachdem er seine "Funktion" als Bösewicht erfüllt hat.
Diese seelenlose Reduzierung der Charaktere auf ihre Funktion im Film äußert sich auch in der Reaktion der verbleibenden Charaktere auf Tai Lungs "Verschwinden": sie interessieren sich nicht dafür.