„I am Iron Man.“
Und so wurde eine Comiclegende geboren.
In den 2000ern gelang Marvel der große Durchbruch mit großen Comicverfilmungen. Da wäre die erste „X-Men“-Trilogie und natürlich die drei „Spider-Man“-Werke von Sam Raimi. Auch „Hulk“ bekam eine ambitionierte, aber letztendlich schwache Filmadaption. Doch natürlich sollte das alles im Jahre 2008 vollkommen eskalieren. Nun ja, eskalieren ist vielleicht etwas übertrieben, aber schaut man sich an, was alles danach kam, muss man anerkennen, dass Marvel mit ihrem ersten MCU-Film (Marvel Cinematic Universe) ein absolut einzigartigen Grundstein legte. Die Rede ist natürlich von „Iron Man“! Eine Filmadaption des Stoffes war bereits Jahre vorher in Planung und viele verschiedene Regisseure (darunter Tarantino), sowie alle möglichen Hauptdarsteller (Tom Cruise oder Nicolas Cage) waren im Gespräch. Am Ende machte es dann Robert Donwey Jr., der Anfang der 2000er seinen Drogenentzug gepackt hatte und nun vor dem Beginn seiner immensen Karriere stand.
Doch natürlich sollte auch der Film der Beginn von etwas ganz Großem sein. Nicht nur an den Kinokassen war der Film ein Erfolg (vor allem, wenn man beachtet, dass in der selben Zeit „The Dark Knight“ in die Kinos kam), sondern auch die Kritiker lobten die Heldenstory über die Waffenlobby. Kevin Feige, der Chef von Marvel Studios, legte hier den Grundstein für ein Filmuniversum, dass es bis dato nicht gab. Und unter der Regie von Jon Favreau entstand ein wirklich toller Superheldenfilm, der auch heute noch Spaß macht.
Tony Stark, der Leiter von Stark Industries, verkauft die fortschrittlichsten Waffentechnologien und verdient Milliarden. Doch bei einer Vorführung seiner neusten Killermaschinen in Afghanistan, wird er gefangen genommen und soll die vorgestellten Raketen für eine Truppe Terroristen umbauen. Während der Gefangenschaft merkt Tony, dass seine Waffen die Welt nicht retten, sondern sie zerstören. Doch in der düsteren Höhle der Terroristen kommt Tony die Idee, die ihn (und auch andere) vielleicht retten könnte: Ein stählerner Anzug…
Und so beginnt die fantastische und auch holprige Reise des MCU´s. „Iron Man“ ist aber ein definitiv toller Start und immer noch einer der besten Film in der Reihe. Die kritischen Elemente an der Waffenindustrie sind aktueller denn je, werden aber durchaus auch etwas konservativ behandelt. Dennoch ist die Geschichte von Tony Stark eine überraschend mitreißende. Der selbstverliebte Milliardär ist der perfekte Antagonist zu Beginn des Films, doch seine Entwicklung im Laufe der Story macht immer wieder Spaß. Tony hat viele Parallelen zu Batman, ist aber deutlich wortgewandter und witziger.
Daneben überzeugen auch die Nebenfiguren, wie Pepper Potts, die für Tony wie eine Art Mutter und Freundin zugleich ist, sein Kumpel Rhodes und Tonys Chef Obadiah.
Der Cast überzeugt dabei durch die Bank. Downey Jr. selbst ist nicht umsonst der Star hier: Seine sarkastisch, gelangweilte, aber pointierte Art macht die Figur so besonders und unterhaltsam. Auch seine bis dato neue Synchronstimme (Tobias Meister, der sonst auch Brad Pitt vertont) verlieh der Figur eine Rotzigkeit und Dreistigkeit, die perfekt zur Figur passt.
Gwyneth Paltrow als Pepper ist wunderbar streng und Terrence Howard gefiel mir als Rhodes immer mehr als sein späterer Ersatz Don Cheadle. Auch der Regisseur selbst (Favreau) spielt als Happy Hogan mit und Jeff Bridges als charmant, dubioser Boss ist ebenfalls unterhaltsam.
Der Film punktete aber natürlich auch mit knalliger Action, auch wenn das Finale etwas zu CGI-lastig ist an manchen Stellen. Doch die Effekte sind auch heute noch beeindruckend und einige Kampfszenen imposant und überraschend brutal für einen Marvel-Film ab 12. Hier war ja noch nicht klar, dass Marvel irgendwann von Disney aufgekauft wird…
Mir persönlich gefällt auch nach wie vor der Score von Ramin Djawadi („Game of Thrones“). Der rockige Soundtrack wird von manchen zwar verschmäht, aber ich fand den Score damals im Kino schon cool und auch heute noch!
Fazit: „Iron Man“ hat sich sehr gut gehalten und ist geschichtlich gesehen ein Meilenstein der Comicverfilmungen. Hier gab es die erste richtige Post-Credit-Szene mit Nick Fury, die uns alle umgehauen hat. Selbst ich, der die Comics nicht kennt, war begeistert und gespannt, was hiernach auf uns zu kommen würde. Leider würde es bis zum ersten „Avengers“-Film qualitativ erst einmal etwas schwächer werden, aber der Beginn des Ganzen ist bis heute sehr unterhaltsam und charmant umgesetzt. Der beste „Iron Man“-Film und einer der besten Marvel-Filme!