Elektra ist das Spin-off zu Daredevil (2003) – und leider ein Paradebeispiel dafür, wie man das Potenzial einer spannenden Figur verschenken kann. Trotz Jennifer Garners engagierter Performance bleibt der Film blass, verworren und ohne klare Identität zwischen Action, Fantasy und Drama.
Die Handlung setzt nach den Ereignissen von Daredevil an: Elektra wird von einem mystischen Orden wiederbelebt und arbeitet fortan als Auftragskillerin, bis sie den Auftrag erhält, ein unschuldiges Mädchen zu töten – was sie schließlich zur Heldin wider Willen macht. Was auf dem Papier nach Charakterentwicklung klingt, verliert sich in einem schwachen Drehbuch voller Klischees und pseudospiritueller Elemente.
Jennifer Garner bemüht sich sichtbar, ihrer Figur Tiefe zu geben, doch die Dialoge und die hölzerne Inszenierung lassen kaum Raum dafür. Auch die Nebenfiguren – etwa die Mitglieder der geheimnisvollen Organisation „The Hand“ – bleiben eindimensional und austauschbar. Die Kampfszenen sind solide choreografiert, wirken aber steril und spannungsarm, während der Film visuell und erzählerisch nie wirklich seinen Stil findet.
Trotz stilistischer Ansätze (rote Farbkontraste, fernöstliche Symbolik) bleibt Elektra ein formelhaftes, lebloses Produkt seiner Zeit – zu ernst, um trashig zu sein, und zu oberflächlich, um emotional zu berühren.
Fazit: Ein enttäuschendes Spin-off, das weder als Charakterstudie noch als Actionfilm überzeugt. Jennifer Garner verdient Besseres.