Unterhaltsamer Halloween-Film mit kuriosen Animationen…
Mit „Monster House“ begann die Filmkarriere von Regisseur Gil Kenan, der später vor allem durch seine „Ghostbusters“-Reboots Bekanntheit erlangte. In 2006 startete er jedoch mit einem Animationsfilm, der sich der damals neuen Motion Capture-Technik vom „Polar Express“ bediente. Ironischerweise wirkt das Ganze auch wie ein Halloween-Pendent zum kuriosen Weihnachtsfilm. Zwar kann „Monster House“ technisch nicht mit „Polar Express“ von Robert Zemeckis mithalten, hat aber eine deutlich unterhaltsamere Story mit erstaunlich vielen düsteren Momenten.
Der kleine DJ ist sich sicher: Sein Nachbar Nebbercracker führt etwas Düsteres im Schilde. Doch als dieser eines Tages durch einen Unfall das Zeitliche segnet, hören die unheimlichen Momente nicht auf, im Gegenteil. DJ und sein Kumpel Ketchup wollen dem Ganzen auf den Grund gehen…
Das größte Manko des Films sind definitiv die schlecht gealterten Animationen! Selbst für 2006 war der Standard auf einem ganz anderen Niveau, obwohl „Monster House“ keine kleine Independent Produktion war mit Studios wie Amblin Entertainment und Sony Pictures Imageworks (selbst Robert Zemeckis‘ Studio war an der Produktion beteiligt). Dennoch sehen sowohl die Figuren als auch deren Bewegungen immer extrem unnatürlich und fast schon amateurhaft aus… Wie bei „Toy Story“ würde dieser Film von einer Art optischen Remake profitieren, denn „Monster House“ ist stellenweise sehr unterhaltsam und schön makaber.
Die Story setzt sich aus vielen verschiedenen bekannten Ideen zusammen: So finden sich Referenzen an Hitchcocks „Das Fenster zum Hof“ und natürlich n unzählige Halloween-Filme. Und für einen Familienfilm ist das Ganze überraschend düster an manchen Stellen! Aber das mag ich, immerhin sind die meisten Halloween-Filme für Kinder immer erschreckend zahm…
Die Story ist dennoch nicht perfekt, denn gerade die drei Kinderprotagonist*innen wirken zu sehr nach Harry, Hermine und Ron aus den „Harry Potter“-Filmen, während andere Charaktere gegen Ende des Films vollkommen vergessen werden. Der Vorort, in dem sich alles abspielt, wirkt zudem erstaunlich Menschenleer, was zwar im Film so auch erzählt wird, aber gerade im actionreichen Finale fragt man sich schon, wo all die anderen Leute sind. Fast so als ob man nur etwa zehn Figuren für den ganzen Film designed hätte…
Auch der Humor ist nicht immer ein Volltreffer, aber ich musste doch deutlich öfter lachen, als erwartet, da der Film immer mal wieder schön derb ist.
Die Action ist sehr unterhaltsam und stellenweise das Highlight im Film. Die spektakulären Szenen sind voll von kreativen Ideen und selbst der emotionale Teil der Story funktioniert ganz gut.
Der Score von Douglas Pipe ist unauffällig, aber passabel.
Fazit: „Monster House“ hat definitiv Potential und ist stellenweise ein sehr guter Halloween-Film. Die sehr düsteren Momente und die Action machen den Film äußerst unterhaltsam, während der technische Aspekt leider zu wünschen übrig lässt.