Die Addams Family in verrückter Tradition
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Sebastian Schlicht7
Sebastian Schlicht7

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4,0
Veröffentlicht am 5. Oktober 2025
Die Addams´ kehren noch einmal zurück mit Nachwuchs, frischer Liebe und rassistischen Pfadfindern!

Barry Sonnenfelds Adaption der „Addams Family“ in 1991 war nicht nur ein kommerzieller Erfolg, sondern ist auch über die Jahre gut gereift als makabre und liebenswerte Komödie. Ein Film, der auch von Tim Burton hätte gedreht werden können, nur mit deutlich mehr Witz und Slapstick. Eine Fortsetzung ließ zum Glück nicht lange auf sich warten und zwei Jahre später, erschien Teil 2 unter dem Namen: „Die Addams Family in verrückter Tradition“. Und obwohl der Film an den Kinokassen nicht so erfolgreich war, wie sein Vorgänger, so ist auch dieser Teil der Reihe wirklich erfrischend witzig mit sympathischen Figuren!

Die Story knüpft nicht lange nach Teil 1 an: Morticia Addams ist schwanger und bekommt Nachwuchs. Ein kleiner Junge, der Gomez und Morticia überglücklich macht. Eine neue Nanny muss nun aber her und diese verliebt sich prompt in Onkel Fester. Doch hinter der Liebe steckt eine scheinheilige Masche. Währenddessen müssen Wednesday und ihr Bruder Pugsley in ein Sommercamp und erleben dort ihre persönliche Hölle…

Was mir an der Addams Family und ihren Verfilmungen so gefällt, ist ihr Liebe für die Außenseiter. Diese Thematik zieht sich durch die ganzen Jahrzehnte, in denen es die Familie schon gibt. Regisseur Sonnenfeld setzte in den Filmen dann aber noch den makabren Gothic-Look oben drauf und schuf damit zwei kleine Filmjuwele, die zwar nicht perfekt, aber äußerst charmant sind. Und Teil 2 bewegt sich da auf gleichem Niveau wie sein Vorgänger. Das Thema der Außenseiter, die die eigentlichen Stars sind, ist hier sogar noch etwas zentraler in der Story verankert und irgendwie ist diese verrückte, mordlustige Familie am Ende das Normalste auf der Welt. SO normal, dass ich selbst gerne in dieser Welt mit diesen Figuren leben möchte.

Und auch wenn die Ideen für diese Fortsetzungen auf dem Papier nach einfallslosem Sequel-Blödsinn der 90er klingen (die Protagonist*innen bekommen Nachwuchs, eine der Figuren bekommt eine Liebes-Story), so ist die Umsetzung doch wieder herrlich überzogen und unterhaltsam. Besonders der schwarze Humor hat nochmal ein neues Level erreicht und ich liebe es. Während die aktuelle Serie über die Tochter der Familie („Wednesday“) auf Netflix es in keiner Wiese schafft den Flair und den Charme der Figuren heraus zu kitzeln und erschreckend prüde wirkt, ist Teil 2 in vielen Bereichen ungezügelt und komplett wild. Ja, dabei gibt es ein paar problematische Momente, die aufgrund kultureller Aneignung nicht so gut gealtert sind, aber die Story betitelt diese im Film selbst eben genau so und kritisiert diesen antrainierten Rassismus sehr scharf. Auch in der Hinsicht ist der Film seiner Zeit ein gutes Stück voraus.

Der Star des Ganzen sind am Ende die Figuren. Egal, ob Gomez und Morticia, die sich bis in alle Ewigkeit lieben und vergöttern werden, Fester, der mich mit seiner naiven und kindlichen Art zum Lachen bringt oder die beiden Kids, die mit ihren Mordfantasien ein kunterbuntes Kult-artiges Ferienlager zur Verzweiflung treiben, alle sind die herrlich und charmant. Aber auch die Antagonistin Debbie ist wirklich witzig und erinnert mich etwas an Cruella De Vil aus „101 Dalmatiner“!

Am Ende fehlt dem Film dann aber wieder etwas Feingefühl, wenn es um Slapstick und andere Witze geht. Manche sind vollkommen aus der Zeit gefallen, wie der Michael Jackson-Joke. Und auch die Logik innerhalb der Welt ist nicht immer zu Ende gedacht. Warum ist Fester zum Beispiel nicht mehr mit den Zwillingen Flora und Fauna zusammen? Und warum schaut sich die Familie Addams nicht das Theaterstück der beiden älteren Kids an, obwohl sie das im ersten Teil getan haben?

Dafür haben wir einen erneut tollen Cast, der sichtlich viel Spaß mit dem Stoff hat. Raúl Juliá gibt hier eine seiner letzten großen Rollen, bevor er tragischerweise viel zu früh ein Jahr später verstarb. Anjelica Huston als Morticia ist wieder klasse, ebenso wie Christina Ricci als Wednesday. Eine Serie mit ihr in der Hauptrolle hätte ich mir so viel lieber angeguckt. Joan Cusack als Debbie ist besonders klasse und Christopher Lloyd als Fester glänzt mit seinem tollen Overacting.

Schade nur, dass in der deutschen Synchronisation alle Figuren neue Stimmen bekommen haben. Warum?

Optisch überzeugt der klassische Halloween-Look mit Gothic- und Haunted House-Vibes. Die Action ist rasant und wild gefilmt und der Stil erinnert, wie schon geschrieben, an Tim Burton. Für mich sind dies die Burton-Filme, die wir verdient haben, denn Burtons „Batman“-Adaptionen, die er in der Zeit drehte, sagen mir einfach nicht zu.

Auch die Musik von Marc Shaiman gefällt mir mit mehr Zitaten des klassischen Hauptthemas der Serie.

Fazit: „Die Addams Family in verrückter Tradition“ hat seine Macken und Schwächen, ist aber (wie sein Vorgänger) ein wunderbares, kleines, skurriles Abenteuer über eine Familie, die zeigt, dass anders sein nicht nur normal ist, sondern auch so viel besser. Eine Familie für alle Außenseiter und Verrückten. Teil 2 ist dabei noch derber, noch witziger und leider der letzte Film mit dem Original-Cast. Für den dritten Teil (TV-Film) von 1998 wurde die komplette Besetzung erneuert, weswegen ich kein Interesse an dem Streifen habe (auch wenn Tim Curry als Gomez eine tolle Wahl ist). Mir bleiben aber zwei wundervolle und unterhaltsame Komödien, die die Halloween-Zeit umso schöner machen.
Fabian M.
Fabian M.

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5,0
Veröffentlicht am 8. Januar 2026
Hallo Leute Von Heute,
Der Film Die Addams Family In Verrückter Tradition
Wahr Super Gemacht Worden Und Super Aufnahmen im Spielfilm Und Verückte Sachen Haben Die Leute im Film Gemacht.
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