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    Eines der besten Superhelden-Abenteuer der letzten 20 Jahre - nahezu in Vergessenheit geraten, aber VIEL besser als Marvel
    Pascal Reis
    Pascal Reis
    -Redakteur
    Pascal liebt das Kino von „Vertigo“ bis „Daniel, der Zauberer“. Allergisch reagiert er allerdings auf Jump Scares, Popcornraschler und den Irrglauben, „Joker“ wäre gelungen.

    Während das Marvel-Kino immer deutlicher langweilt, beweist „Superman Returns“ von Bryan Singer den Mut, Erwartungen zu unterlaufen. FILMSTARTS-Redakteur Pascal kann euch den Film nur wärmstens ans Herz legen.

    Nicht nur mir geht es so. Selbst ehemalige Verfechter*innen des Marvel Cinematic Universe sind inzwischen von den Geschichten rund um Spider-Man, Doctor Strange oder Ant-Man mehr als gelangweilt. Der Grund dafür liegt auf der Hand. Dramaturgisch verlaufen die oftmals überlangen Blockbuster immer wieder nach demselben Schema ab. Die großteils dem Hochleistungsrechner entstammenden Bilder besitzen nach mehr als 20 gleichgearteten Filmen keinen Überwältigungseffekt mehr, sondern wirken beliebig und seelenlos. Und von ausgereiften Charakteren möchte ohnehin niemand mehr sprechen.

    Mit „Superman Returns“ hat Bryan Singer schon 2006 bewiesen, dass das moderne Superhelden-Kino nicht zwangsläufig nach den immer gleichen Regeln spielen muss. Anstatt auf tumben Bombast zu setzen, ist die direkte Fortsetzung der Klassiker „Superman“ (1978) und „Superman II“ (1980) eine fast schon meditative Auseinandersetzung mit der Bürde, der Auserwählte zu sein. Also quasi genau das, was Zack Snyder auch mit „Man Of Steel“ bemüht hat, nur komplett ohne den ohrenbetäubenden Krawall. „Superman Returns“ begeistert auf ganz andere Art und Weise.

    Ihr habt „Superman Returns“ bislang noch nicht gesehen? Dann könnt ihr euch den Film bei Amazon Prime Video kostenpflichtig leihen oder direkt kaufen. Falls ihr lieber auf haptische Medien ausweicht, gibt es bei Amazon auch die Blu-ray und DVD zu erwerben:

    Darum geht’s in "Superman Returns"

    Fünf lange Jahre sind bereits ins Land gezogen, seitdem Superman alias Clark Kent (Brandon Routh) zum letzten Mal auf der Erde gewesen ist. In der Zwischenzeit hat sich der Mann aus Stahl damit beschäftigt, im All die Trümmer seines Heimatplaneten Krypton zu untersuchen. Als er zurückkehrt, merkt er, wie sehr sich die Dinge auf dem blauen Planeten verändert haben.

    Seine große Liebe Lois Lane (Kate Bosworth) ist inzwischen Mutter und mit Richard White (James Marsden), dem Neffen des Daily-Planet-Chefredakteurs Perry White (Frank Langella), verlobt. Als ob dies nicht schon schmerzhaft genug wäre, hat Lois ausgerechnet für einen Artikel mit dem Titel „Warum die Welt Superman nicht braucht“ den Pulitzer-Preis bekommen. Und zu allem Überfluss ist sein Erzfeind Lex Luthor (Kevin Spacey) dabei, erneut finstere Pläne umsetzen zu wollen...

    Nur auf dem Papier ein Blockbuster

    Auch wenn das globale Einspielergebnis von 391 Millionen US-Dollar auf den ersten Blick durchaus beachtlich erscheint, hat „Superman Returns“ ein gigantisches Budget von 270 (!) Millionen US-Dollar verschlungen – und gilt damit als astreiner Flop an den Kinokassen. Dass der von Bryan Singer (der zuvor immerhin mit „X-Men“ und „X-Men 2“ zwei der beliebtesten Comic-Adaptionen überhaupt in Szene gesetzt hat) inszenierte Auftritt des Man Of Steel kommerziell eher baden gegangen ist, lag nicht nur an den durchwachsenen Kritiken, sondern auch an der schwachen Mundpropaganda, denn: „Superman Returns“ hat seinem spektakelsüchtigen Publikum eben genau das nicht geboten.

    Stattdessen ist der mehr als zweieinhalb Stunden umfassende „Superman Returns“ vielmehr eine Rückbesinnung auf die goldenen Tugenden des klassischen Erzählkinos. Man könnte sagen, Bryan Singer hat hier einen (was Struktur, Dramaturgie und Inszenierung betrifft) nostalgiegeschwängerten Film gedreht. Die Rückkehr des Stählernen ist eine altmodisch-entschleunigte Sehnsuchtsballade, die sich nicht für den brachialen CGI-Overkill interessiert (270 Millionen US-Dollar mögen Gegenteiliges mutmaßen lassen), sondern Clark Kent bzw. Superman ganz intim beleuchtet.

    Im Mittelpunkt steht seine schmerzbesetzte Einsamkeit, die daher rührt, dass er zum einen nicht weiß, wo er hingehört und zum anderen genau die Person verloren hat, die ihm wirklich Halt gegeben hat. Brandon Routh ist dafür auch genau der richtige Darsteller, denn seine natürliche Unbescholtenheit in Kombination mit einem Augenpaar, das nur strahlen oder leiden kann, gibt Superman gerade in den leisen, dialogfreien Szenen die nötige Gravitas. Wenn es zu Action-Sequenzen kommt, dann – das kennen wir von Bryan Singer nicht anders – erwartungsgemäß eindrucksvoll. Aber darum geht es in dem Film nicht – und das ist gut so.

    Diese Fortsetzung zu einem der besten Horrorfilme aller Zeiten ist viel besser als ihr Ruf – vom "ES"-Regisseur

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