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    WTF!!! Die TV-Premiere des abgefahrensten Film mit Jennifer Lawrence wird versteckt - nachdem wir schon jahrelang darauf warten
    Björn Becher
    Björn Becher
    -Mitglied der Chefredaktion
    Seit mehr als 20 Jahren schreibt Björn Becher über Filme und Serien. Hier bei FILMSTARTS.de kümmert er sich um "Star Wars" - aber auch um alles, was gerade im Kino auf der großen Leinwand läuft.

    2017 lief er bereits im Kino und sorgte für mächtig Aufsehen. Erst über sechs Jahre später ist nun die allererste Ausstrahlung im Free-TV - und das auf einem Sendeplatz, auf dem man nichts davon mitbekommen dürfte. Die Rede ist von „mother!“.

    Die Free-TV-Premiere eines Films von Darren Aronofsky. Mit einem Cast um Jennifer Lawrence, Javier Bardem, Ed Harris, Michelle Pfeiffer, Kirsten Wiig und Domhnall Gleeson? Da würde man doch meinen, dass die Sendergruppe ProSiebenSat.1 Media SE einen solchen Hochkaräter auf einen guten Sendeplatz auf Hauptsender ProSieben oder zumindest auf Sat. 1 packt? Pustekuchen!

    Die allererste Free-TV-Ausstrahlung von „mother!“ erfolgt auf Sixx – und dann auch noch mitten in der Nacht vom heutigen 27. Dezember auf den 28. Dezember 2023 um 0.30 Uhr. Wer das so bildgewaltige wie kontroverse Werk zu einer humanen Zeit schauen will, kann es bei Paramount+ im Abo streamen.

    Das ist auch über den entsprechenden Channel bei Amazon Prime Video möglich.

    Doch warum wird die Free-TV-Premiere eine solchen Films an so einem Sendeplatz versteckt? Wir haben da einen Verdacht!

    "mother!": Dieser Film hinterlässt Fragezeichen

    „mother!“ ist ein höchst unbequemer Film. Die Geschichte eines namenlosen Paares (Javier Bardem und Jennifer Lawrence), das in seinem völlig abgelegenen Landhaus ungebetenen Besuch von einem älteren Paar (Ed Harris und Michelle Pfeiffer) bekommt, nimmt viele abgefahrene Wendungen. Beim Gros des TV-Publikums wird es danach mächtig Fragezeichen geben, was das alles zu bedeuten hat.

    Der Psycho-Thriller schockiert mit blutigen Szenen, aber vor allem mit unglaublich vielen Interpretationsansätzen. Bereits zum Kinostart 2017 haben wir eine sehr umfangreiche Auseinandersetzung damit versucht, die ihr nach (!) dem Schauen des Films lesen könnt.

    "mother!" erklärt: Das steckt in Darren Aronofskys Psycho-Thriller mit Jennifer Lawrence

    Womöglich hat man bei ProSieben nicht gewusst, was man mit einem solch komplexen, sich deutlich gegen Mainstream-Sehgewohnheiten stellenden Film anfangen soll? Der Grund könnte sein: Die Senderfamilie erwarb Filme bislang vor allem im Rahmen sogenannter Output-Deals. Diese geben zum Beispiel automatisch Zugriff auf alle Werke einer Produktionsfirma in einem bestimmten Zeitraum. Gerade erst kündigte man bei ProSiebenSat.1 übrigens an, davon in Zukunft Abstand zu nehmen. Da man deutlich weniger Hollywood-Filme zeigen will, möchte man sich künftig nur noch um selektive Einzeltitel bemühen.

    Bislang wurden die TV-Ausstrahlungs-Lizenzen aber sehr oft in Paketen gekauft – und dann hat man plötzlich so ein Werk wie „mother!“ im Portfolio, das nicht so richtig auf die typischen Spielfilm-Programmplätze passt. Schob man dann vielleicht die Entscheidung, was man damit anfangen soll, immer weiter vor sich her? Selbst die erste Pay-TV-Ausstrahlung erfolgte so erst 2022 auf Kabel1 Classics.

    mother!
    mother!
    Starttermin 14. September 2017 | 2 Std. 02 Min.
    Von Darren Aronofsky
    Mit Jennifer Lawrence, Javier Bardem, Ed Harris
    Pressekritiken
    3,5
    User-Wertung
    3,1
    Filmstarts
    3,5

    Womöglich wurde es nun langsam Zeit, den Film zu zeigen (denn Teil dieser Pakete-Übereinkünfte ist es regelmäßig auch, dass der Film irgendwann gezeigt werden muss, die Lizenz nicht einfach ungenutzt „vergammeln“ kann). So läuft „mother!“ nun also plötzlich mitten in der Nacht und auf einem Sender, der einen Marktanteil von nur etwas mehr als 1% hat.

    Wir hoffen, dass ihr durch unseren Artikel aber trotzdem auf „mother!“ aufmerksam wurdet und dem Film eine Chance gebt. Dass wir nun sehr wenig über das Werk von „The Whale“-Regisseur Darren Aronofsky geschrieben haben, ist übrigens kein Zufall. Denn für „mother!“ ist am besten, wenn man möglichst wenig darüber weiß und sich so unvorbereitet vor den Kopf stoßen lässt. Mal sehen, ob ihr dann begeistert oder entsetzt sein werdet – beides ist bei diesem Film möglich.

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