Obwohl er selbst der Meinung ist, vor allem in den 1990er-Jahren in „ein paar echten Schrottfilmen“ mitgespielt zu haben, hat Denzel Washington in seiner mehr als vier Jahrzehnte umfassenden Karriere nie eine echte Durststrecke erlebt. Das liegt sicherlich nicht zuletzt daran, dass der 70-Jährige zum einen gefeierter Charakterdarsteller ist, der insgesamt neun Mal für den Oscar nominiert wurde und den Goldjungen zwei Mal mit nach Hause nehmen konnte (für „Glory“ und „Training Day“) – zum anderen in Filmen wie „Mann unter Feuer“, „Safe House“ und natürlich der „The Equalizer“-Reihe aber auch als Actionstar überzeugt.
Das bedeutet natürlich nicht, dass ausnahmslos jeder Film, an dem der „Gladiator 2“-Star mitgewirkt hat, ein Erfolg war. Bis auf die oscarprämierte Theaterverfilmung „Fences“ (2016) gingen so auch seine bislang vier Regiearbeiten an den Kinokassen unter. Zum ersten Mal wagte sich Washington dabei im Jahr 2002 für das Drama „Antwone Fisher“ hinter die Kamera, das sein Budget von 12,5 Millionen US-Dollar nicht einmal verdoppeln konnte.
"Antwone Fisher" fällt bei FILMSTARTS und Stephen King durch
Im Mittelpunkt des Films steht der 24-jährige Soldat Antwone Fisher (Derek Luke), der in der Navy eine Art Ersatzfamilie gefunden hat – aber immer wieder durch aggressives Verhalten gegenüber seinen Kameraden auffällt. Nachdem sämtliche Strafen nichts an seinem Verhalten ändern, nimmt sich der Armeepsychologe Dr. Jerome Davenport (Washington) des jungen Mannes an – der seine Verweigerungshaltung nach und nach abstreift und sich zaghaft zu öffnen beginnt...
Während die Kritiker*innen dem Film in der Tendenz wohlwollend begegneten, gibt es auch einige heftige Gegenstimmen. FILMSTARTS-Redakteur Björn Becher strafte „Antwone Fisher“ in seiner Kritik so mit schwachen 1,5 von 5 Sternen ab – und konstantierte: „Washingtons völlig überfrachtetes Werk wird von unerträglichem Pathos förmlich überschwemmt.“
In eine ähnliche Kerbe schlägt auch niemand Geringeres als Star-Autor Stephen King („Carrie“, „Shining“), der im Interview mit Entertainment Weekly mehr als deutlich wurde: „Schmeißt mir nicht einen Haufen sentimentalen Mist um die Ohren und nennt es einen sozialen Kommentar“, so der Horror-Meister. „‚Antwone Fisher‘ ist in dieser Hinsicht besonders nervig. Eine 9-Dollar-Postkarte mit der Aufschrift ,Rosen sind rot, Veilchen sind blau, das Leben ist hart, aber du wirst es überstehen.' Das wusste ich schon, danke, jetzt geh bitte weg.“
Harte Worte, die an Washington sicherlich nicht spurlos vorbeigegangen sind, sofern er denn Notiz von ihnen genommen hat. Mehr beschäftigt haben dürfte ihn trotzdem, dass er einen der besten Thriller der letzten 30 Jahre abgesagt hat, seinen Fehler aber viel zu spät bemerkte. Um welchen Film es geht, erfahrt ihr im folgenden Artikel:
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