Sci-Fi-Odyssee nach Katastrophen-Blockbuster: "Twisters"-Macher verfilmt Zeitreise-Roman
Patrick Fey
Patrick Fey
-Freier Autor
Patrick Fey ist freier Autor und in dieser Funktion unter anderem auch als Filmkritiker für FILMSTARTS.de tätig.

Der Aufstieg vom Indie- zum Blockbuster-Filmemacher hat sich selten so schlagartig zugetragen wie bei Lee Isaac Chung. Nun hat der „Minari“- und „Twisters“-Regisseur ein neues Projekt im Blick: Es wird wild durch die Zeit gereist!

Warner Bros. Pictures & Amblin Entertainment

Manchmal gilt es einfach, die sich bietenden Gelegenheiten beim Schopf zu packen. Frei nach diesem Motto scheint der amerikanische Filmemacher Lee Isaac Chung zu agieren, seit sein autobiografisches Familiendrama „Minari“ zahlreiche Nominierungen bei den Golden Globes und den Oscars einstrich.

In der Folge wurde dem gebürtigen Denver mit „Twisters“ die lose Fortsetzung des Tornado-Blockbusters „Twister“ aus dem Jahr 1996 anvertraut. Hinzu kamen zwei Regie-Gigs für die „Star Wars“-Serien „The Mandalorian“ und „Star Wars: Skeleton Crew“. Und Sci-Fi spielt auch bei seinem neuen Projekt eine Rolle...

Vom Arthouse- ins Blockbuster-Kino

Obwohl man „Twisters“, besonders aufgrund der höchstens soliden Einspielergebnisse auf dem internationalen Markt, kaum mehr als einen moderaten Erfolg nennen kann, dürften die saftigen Box-Office-Zahlen auf dem amerikanischen Markt (dort landete „Twisters“ 2024 auf Platz 8) dazu beigetragen haben, dass Chung in Hollywood äußerst gefragt bleibt. Für das Studio Skydance, das zuletzt etwa Filme wie „Top Gun: Maverick“, „Mission Impossible: Dead Reckoning“ und „Transformers: Rise of the Beasts“ produzierte, wird er sich nun an eine Science-Fiction-Zeitreise-Adaption wagen. Wie Deadline berichtet, soll diese den Titel „The Traveler“ tragen, nach dem Roman „Traveler“ von Joseph Eckert.

Noch befindet sich das Projekt in einem frühen Stadium, allerdings gibt es schon seit geraumer Zeit Pläne, Eckerts Roman zu verfilmen. Fest steht bereits jetzt, dass es sich um ein „intimes Familiendrama“ handeln soll, dass sich sukzessive zu einer umfangreichen „Science-Fiction-Odyssee“ entwickelt. Wer etwas mit Chungs Werk vertraut ist, dürfte davon nicht weiter überrascht sein, spielt doch die Familie in wiederkehrender Form eine gewichtige Rolle in Chungs Filmen.

Das ursprüngliche Drehbuch Austin Everetts aus dem Jahr 2019 wurde nun von Justin Rhodes überarbeitet, der unter anderem für seine Arbeit an „Terminator: Dark Fate“ bekannt ist und derzeit außerdem an zwei noch titellosen Science-Fiction-Filmen für Apple TV+ und Netflix arbeitet.

Darum soll es in "The Traveler" gehen

Joseph Eckerts dem Film zugrunde liegender Roman „Traveler“ handelt von Scott Treder, einem 47-jährigen Biologietechniker, der unfreiwillig durch die Zeit springt. Ohne Vorwarnung bewegt er sich zunächst 24 Stunden vorwärts, dann 48 Stunden, dann vier Tage, dann acht und immer so weiter. Während sein Leben und seine Ehe zunehmend auseinanderbrechen, findet er in seinem hochbegabten Sohn Lyle, der zum Beginn der Geschichte erst zehn Jahre alt ist, seinen verlässlichsten Rückhalt. Gemeinsam versuchen sie, einen Weg zu finden, das Phänomen zu stoppen.

Zunächst sieht es allerdings so aus, als genüge Lyles Erfindungsreichtum nicht, um Scotts Reise in die Zukunft aufzuhalten. Gleichzeitig gerät die Welt um ihn herum immer weiter aus den Fugen. Im Verlauf seiner Reise wird Scott gar zu einer quasi-religiösen Figur, und die Leute glauben verschiedentlich, in ihm die Verkörperung eines Schwindels oder einer schrecklichen Prophezeiung auszumachen. Über all dem steht die Frage: Ist Scott bloßer Zeuge oder auch Gestalter dieser Zukunft?

Es bleibt abzuwarten, ob Lee Isaac Chung nach „Twisters“, der mit Glen Powell immerhin einen der angesagtesten Stars der Gegenwart vorweisen konnte, erneut erneut auf etablierte Hollywood-Namen zurückgreifen kann. Denn Informationen zum Cast wie auch zum angepeilten Startdatum stehen zu diesem Zeitpunkt noch aus.

Mit dem sechsfach Oscar-nominierten „Minari“ feierte Lee Isaac Chung bereits 2021 einen inspirierenden Oscar-Erfolg. Vor wenigen Stunden wurden nun die Nominierungen für das letzte Kinojahr veröffentlicht. Mit gleich 13 Nominierungen schickt sich besonders ein Film an, der große Abräumer des Abends zu werden. Mehr dazu erfahrt ihr hier:

Die Oscar-Nominierungen 2025: Netflix-Rekordfilm vs. 3,5-Stunden-Meisterwerk – und auch Deutschland hat eine Chance!

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