Weniger als zehn Filme hat der chilenische Regisseur Alejandro Jodorowsky im Laufe seines Schaffens gedreht – und dennoch gehört der Künstler zu den einflussreichsten Kreativköpfen seiner Zeit, denn Arbeiten wie „El Topo“ oder „Montana Sacra – Der heilige Berg“ haben eine ganze Generation von Filmschaffenden mit ihren radikal-surrealistischen Bildern inspiriert – und Meisterwerke wie „Blade Runner“, „Alien“ oder „Matrix“ hätten ganz anders ausgesehen.
Wer sich dem Œuvre des Ausnahme-Künstlers nähern will, der hat aktuell die ideale Chance dazu: Auf Amazon könnt ihr jetzt seinen surrealen Trip „Santa Sangre“ streamen. Und das Beste daran: Es kostet euch keinen Cent. Alles, was ihr braucht, ist nur ein Amazon-Konto. Dafür müsst ihr jedoch einige Werbeunterbrechungen in Kauf nehmen:
Und darum geht es in "Santa Sangre"
Fenix (Adan Jodorowsky) ist Kindermagier im Zirkus – und das schon sein Leben lang. Hier steht er Abend für Abend mit seiner Mutter, Trapezkünstlerin Concha (Blanca Guerra), und seinem Vater, dem Großen Orgo (Guy Stockwell), in der Manege und führt seine Tricks vor. Sein Leben nimmt eine dramatische Wendung, als die taubstumme Alma (Sabrina Dennison) in sein Leben tritt.
Doch auf Fenix wartet ein brutaler Schicksalsschlag: Concha ertappt ihren Ehemann dabei, wie er sie mit der tätowierten Frau betrügt – und diese ist ausgerechnet Almas Mutter. In einem Anfall rasenden Zorns übergießt sie seine Genitalien mit Säure. Orgo, von Schmerz und Verzweiflung getrieben, nimmt sich daraufhin das Leben – doch nicht, ohne zuvor Concha die Arme abzuschneiden und sie ihrem Schicksal zu überlassen.
Diesen Schicksalsschlag überlebt Fenix, der alles mitansehen musste, nicht ohne bleibende Schäden – und wird daraufhin in die Nervenheilanstalt eingewiesen. Traumatisiert verweigert er es fortan zu sprechen oder Kleidung zu tragen. Nach Jahren der Isolation tritt seine Mutter wieder in sein Leben – und die sinnt nach blutiger Rache...
Gestörte Handlung – unvergessliche Bilder
Da beißt die Maus keinen Faden ab: „Santa Sangre“ von Alejandro Jodorowsky ist für Zartbesaitete kein Vergnügen. Gewalt, Sex, Blut und einige bisweilen äußerst verstörende Szenen lassen den Film für viele Zuschauer*innen wirklich zur Tortur werden, die mit einer Spielzeit von über 2 Stunden zudem einiges an Sitzfleisch abverlangt.
Doch gleichzeitig ist „Santa Sangre“ ein ästhetisches Märchen, in unvergesslichen Bildern. Alejandro Jodorowsky erschafft hier einen nicht enden wollenden Karneval, der Schönheit mit Grausamkeit verbindet. Die Reise des jungen Fenix ist zugleich surrealistisch-fiebriger Meucheltraum und zarte Coming-Of-Age-Studie. Das klingt eigentlich unvereinbar – und macht diesen ungewöhnlichen Horror-Trip gerade deshalb so spannend.
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