Es ist schon eine ganze Weile her, dass man George Miller einen Box-Office-Garanten nennen durfte. Nachdem seine ursprüngliche „Mad Max“-Trilogie nicht nur für neue Impulse im Action-Genre sorgte, sondern darüber hinaus auch beachtliche Erfolge an den Kinokassen erzielte, häuften sich im Laufe Jahrzehnte auch einige Flops beim Australier an. Besonders Sequels haben sich wiederholt als Kassengift erwiesen, sei es die „Ein Schweinchen namens Babe“-Fortsetzung „Schweinchen Babe in der Großen Stadt“ oder „Happy Feet 2“.
Neues aus dem "Wasteland"?
Mit „Mad Max: Fury Road“ aus dem Jahr 2015 verhielt es sich schon komplizierter. Zwar wurde dieser, fast mit sofortiger Wirkung, zum Meilenstein des Action-Kinos gekürt und gewann überdies sechs Oscars in den technischen Kategorien, doch auch hier wird von einem Verlustgeschäft im Kino ausgegangen. Die allgemeine Verehrung, die „Fury Road“ allerorts entgegengebracht wird, konnte dem jüngsten Teil der Serie, „Furiosa: A Mad Max Saga“ mit Anya Taylor-Joy in der Hauptrolle indes nicht zum Auftrieb verhelfen. Der Film spielte mit Ach und Krach sein Budget ein und stellt, mit all den sonstigen Kosten, die ein Kino-Release mit sich bringt, ein krasses Verlustgeschäft dar.
Umso überraschender mag da die Nachricht anklingen, dass Regisseur George Miller bereits mit einem Drehbuch für einen weiteren Film aus dem postapokalyptischen „Mad Max“-Universum aufwartet. Bereits im Rahmen der „Furiosa“-Premiere vor einem Jahr hieß es, dass Miller ein dritter Film bereits konzipiert und den Titel der „Mad Max“-Welt — „The Wasteland“ — trägt. Doch diese Pläne scheinen in weiter Ferne, nicht zuletzt, weil der für die Titelrolle vorgesehene Tom Hardy sich hinter den Kulissen von „Fury Road“ mit Hauptdarstellerin Charlize Theron überwarf und sich zuletzt skeptisch bezüglich einer Rückkehr ins Franchise äußerte:
"Ich denke nicht, dass es passiert": Laut Tom Hardy wird sein angekündigter "Mad Max"-Film wohl nicht mehr kommenÜber einen möglichen weiteren Film aus „Wasteland“ hält sich Miller in einem Interview mit Vulture zwar relativ bedeckt, sagt aber auch: „Wir haben ein weiteres Drehbuch“. Und, so Miller weiter, sollten „aus irgendeinem Grund die Sterne richtig stehen“ könne man nie sagen, was passiere. Gleichzeitig stellt der Oscar-Preisträger allerdings klar, dass dieses Projekt nicht seine unmittelbare Priorität genieße. Es sei nichts, was er als nächstes machen wolle, denn da gebe es zwei andere Dinge, die er zuerst angehen möchte...
Vom Tagträumer zum Action-Visionär
Dass einige Miller angesichts dieser Äußerungen nun eine gewisse Realitätsferne bescheinigen mögen, kommt für den Australier nicht überraschend. Seit seiner Kindheit, so heißt es im Vulture-Interview weiter, habe man ihn als „professionellen Tagträumer“ bezeichnet, einmal habe sogar in einem seiner Schulzeugnisse gestanden, er „würde besser abschneiden, wenn er nicht so viel tagträumte“. Jene allerdings, die es gut mit Miller meinen, werden gerade in dessen Hang zur Fantasie die Fähigkeit erkennen, die ihm einst dazu verhalf, eine der ikonischsten Action-Filmreihen aller Zeiten zu schaffen.
Ob und wann Fans tatsächlich einen weiteren „Mad Max“-Film zu sehen bekommen, bleibt abzuwarten. Wie Miller selbst sagt, wisse man in der Film-Industrie nie so recht, was als nächstes geschieht: „Zu oft bereitet man sich auf einen Film vor, und dann passiert etwas. Manche Dinge fügen sich zusammen und andere nicht.“
Was auch in nächster Zeit mit dem „Mad Max“-Franchise passieren wird, Warner Bros. muss dem Ganzen überhaupt erst einmal grünes Licht erteilen. Und das scheint nach dem jüngsten Kassenflop der Reihe nicht selbstverständlich. Ganz anders bringt derzeit „Good Sex“, der neue Film der „Girls“-Schöpferin Lena Lunham, die Herzen der Hollywood-Studios in Wallungen. Mehr über die jüngst erfolgte Bieterschlacht hier:
Nachdem sich die Studios wie wild um ihn rissen: Bieterschlacht um neuen Film mit "Star Wars"-Star hat einen Gewinner