"Ich habe zehn bis zwanzig Mal abgelehnt": Leonardo DiCaprio wollte auf keinen Fall in diesem Western mitspielen – aus diesem Grund hat er es doch getan!
Michael Bendix
Michael Bendix
-Redakteur
Schaut pro Jahr mehrere hundert Filme und bricht niemals einen ab. Liebt das Kino in seiner Gesamtheit: von Action bis Musical, von Horror bis Komödie, vom alten Hollywood bis zum jüngsten "Mission: Impossible"-Blockbuster.

Vor 30 Jahren weigerte sich Leonardo DiCaprio hartnäckig, an der Seite von Sharon Stone und Gene Hackman in einem Western mitzuspielen – bis er sich schließlich doch überreden ließ. Wie dem Studio das gelungen ist, erfahrt ihr hier.

Die meisten jungen Schauspieler*innen müssen sich am Anfang ihrer Laufbahn mühsam von Vorsprechen zu Vorsprechen schleppen, in der Hoffnung, irgendwann an den einen großen Wurf zu gelangen, der ihnen den Durchbruch beschert. Leonardo DiCaprio wiederum genießt nicht nur heute eine absolute Ausnahmestellung – wer außer ihm schafft es schon, zur absoluten A-Liga zu gehören, ohne Kompromisse bei der Rollenwahl zu machen? –, schon in früheren Karrieretagen galten für den heute 50-Jährigen andere Regeln:

So lagen gerade einmal zwei Jahre zwischen seinem allerersten Leinwand-Auftritt in einem der (seiner Meinung nach) schlechtesten Filme aller Zeiten und seiner Nebenrolle in „Gilbert Grape – Irgendwo in Iowa“ (1993), die ihm – im Alter von 19 Jahren – seine erste Oscar-Nominierung einbrachte.

Nun wusste ganz Hollywood um das außergewöhnliche Talent von DiCaprio – und die Studios rissen sich geradezu um den Jungdarsteller, der bereits in seinem dritten Film („This Boy's Life“) mit Schauspiel-Legende Robert De Niro Schritt halten konnte. Nun musste der spätere Oscar-Preisträger („The Revenant“) zwar nicht mehr darum bangen, Rollenangebote zu bekommen – dafür hatte er die Qual der Wahl zwischen einer ganzen Reihe von Projekten, die seine Karriere in ganz unterschiedliche Richtungen hätten lenken können.

Leonardo DiCaprio hatte keine Lust auf Western – und sagte dann doch zu!

1995 bekam er schließlich eine Rolle in „Schneller als der Tod“ angeboten, einem Western von „Tanz der Teufel“-Macher Sam Raimi, in dem Sharon Stone als toughe Revolverheldin Ellen zu sehen ist, die sich gegen den skrupellosen Bürgermeister John Herod (Gene Hackman) zur Wehr setzt. Stone wollte unbedingt DiCaprio für den Part des jungen Draufgängers Fee Herod alias „The Kid“ – so sehr sogar, dass sie sich bereit zeigte, seine Gage aus eigener Tasche zu bezahlen.

Doch DiCaprio hat lange gezögert – bis ihm die Macher des Films ein Ultimatum stellten. In einem Interview mit Movieline erzählte der „Shutter Island“-Star: „Ich musste wirklich lange darüber nachdenken. Ehrlich gesagt entsprach der Film nicht meiner Vorstellung davon, was ich als nächstes machen wollte. Ich habe mindestens zehn bis zwanzig Mal abgelehnt. Doch am letzten Tag sagten sie: ‚Hör zu, wir wollen dich wirklich, aber das ist deine letzte Chance. Wenn du die Rolle nicht nimmst, wird jemand anderes sie bekommen.‘“ (via Far Out Magazine)

DiCaprio fühlte sich in die Enge getrieben und in ihm wuchs die Befürchtung, dass es sich bei einer Absage um einen Fehler handeln könnte – also sagte er zu. „Ich hatte diese Einstellung, keine großen kommerziellen Filme zu machen“, erklärte der Schauspieler weiter. „Denn die meisten Mainstream-Filme – nicht alle, aber die meisten – sind einfach nur Müll, der schon tausend Mal gemacht wurde. [Aber] ich dachte mir: ‚Schau, ich arbeite gerade nicht. Ich könnte mal etwas anderes machen und Spaß mit diesem Film haben. Warum nicht?‘“

„Schneller als der Tod“ entpuppte sich letztlich als Mega-Flop und Hauptdarstellerin Sharon Stone gibt dem Film bis heute die Schuld daran, dass sie im Anschluss von den großen Studios gemieden wurde (wir berichteten). Leonardo DiCaprios Karriere konnte der Misserfolg allerdings nichts anhaben. Schon zwei Jahre später stand er erneut vor einer schwierigen Entscheidung: Sollte er in „Titanic“ mitspielen – oder lieber in einem anderen 90er-Jahre-Meisterwerk? Mehr dazu lest ihr im nachfolgenden Artikel:

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