Quentin Tarantino hat bekanntlich starke Meinungen zur Kinogeschichte ebenso wie zum aktuellen Film- und Serien-Geschehen – und er hält nur selten damit hinterm Berg! Erst vor Kurzem hat er so unmissverständlich klar gemacht, dass er „Yellowstone“ nicht etwa für ein Western-Meisterwerk hält, sondern für nicht viel mehr als eine Seifenoper.
An Kevin Costner wird seine Abneigung allerdings nicht gelegen haben – schließlich schätzt Tarantino den Schauspieler und Regisseur durchaus. Auch wenn er für einige der älteren Einträge in seine Filmografie deutlich mehr übrig hat als für den von Taylor Sheridan geschaffenen Serienerfolg.
So ist der „Pulp Fiction“-Schöpfer bekanntlich ein großer Verehrer von Genre-Virtuose Brian De Palma, dessen Gangster-Thriller „The Untouchables“ dem jungen Kevin Costner einst den internationalen Durchbruch bescherte. Ganz explizit hingegen hat Tarantino seine Liebe zu einem in Vergessenheit geratenen Costner-Film mit der Welt geteilt: „Fandango“ aus dem Jahr 1985.
In einem Interview mit Vanity Fair sprach der 62-Jährige voller Bewunderung über das Regiedebüt von Kevin Reynolds, der mit Costner später noch zwei weitere Filme realisieren sollte: „Robin Hood - König der Diebe“ und „Waterworld“!
Im Gegensatz zu diesen beiden Blockbustern ist „Fandango“ aber gänzlich unter dem Radar gelaufen. Das Roadmovie um fünf College-Freunde (neben Costner u.a. „Breakfast Club“-Star Judd Nelson), die eine letzte gemeinsame Reise antreten, bevor der Ernst des Lebens beginnt, verschwand in den USA schnell wieder von der Leinwand und erhielt in Deutschland überhaupt keinen Kinostart.
Tarantino vergleicht Kevin Reynolds mit Stanley Kubrick!
An Quentin Tarantino lag es zumindest nicht, dass die Tragikomödie zum Flop wurde und daraufhin schnell in Vergessenheit geriet: „‚Fandango‘ ist eines der besten Regiedebüts in der Geschichte des Kinos“, schwärmte der „Once Upon A Time... In Hollywood“-Macher gegenüber Vanity Fair. „Ich habe [ihn] fünf Mal im Kino gesehen, und er lief nur eine verdammte Woche! Fünf Mal habe ich ihn gesehen!“ Zudem halte er Kevin Reynolds für den „Stanley Kubrick seiner Generation“.
Dieser Vergleich mag vielleicht ein wenig übersteigert sein, doch auch der Autor dieser Zeilen kann bestätigen, dass „Fandango“ unbedingt einen Blick wert ist – leider ist der Film hierzulande auf keinem Streamingdienst erhältlich, und eine DVD- oder Blu-ray-Veröffentlichung steht ebenfalls noch aus. Sobald sich das ändert, erfahrt ihr es natürlich sofort bei uns!
Wenn ihr übrigens wissen wollt, auf welche heute weltberühmten Statisten Costner bei den Dreharbeiten zu einem Leinwand-Hit von 1989 getroffen ist, dann lest auch den nachfolgenden Artikel: