Die „Tron“-Reihe genießt großen Kultfaktor und steht für stylische Designs sowie markante Soundtracks. Mit einer hohen Schlagzahl an Kinostarts hat es das Franchise dagegen nicht so. Der „Tron“-Originalfilm war 1982 ein visionäres Stück Science-Fiction-Kino mit bahnbrechenden Effekten, erst 2010 ging es mit „Tron: Legacy“ und einer völlig neuen Bildsprache weiter. Nun, nach einer 15 Jahre langen Pause, wird die Geschichte über das nicht gerade friedliche Aufeinanderprallen zwischen Menschen und digitalen Kräften fortgeführt:
„Tron: Ares“ knüpft visuell an „Tron: Legacy“ an, führt aber zahlreiche neue Figuren ein – darunter die von Oscar-Gewinner Jared Leto verkörperte Titelfigur Ares. Bei Ares mag es sich um den Schurken des kommenden Sci-Fi-Spektakels handeln, jedoch soll er an einen (unerzogenen) Helden erinnern: Pinocchio!
Leto in "Tron 3": Ein böses KI-Kleinkind gegen die reale Welt
Den Vergleich zwischen Ares und dem hölzernen Bengel, der von Schriftsteller Carlo Collodi erdacht wurde und Titelheld eines ikonischen Disney-Zeichentrickfilms ist, zog niemand Geringeres als „Tron: Ares“-Regisseur Joachim Rønning: „Ares will ein richtiger Junge werden“, erläuterte der auch für „Pirates Of The Caribbean: Salazars Rache“ bekannte Filmemacher gegenüber dem britischen Filmmagazin Empire.
Ares gelingt im kommenden „Tron“-Teil der Sprung vom Raster (der Digitalwelt, in der sich der Großteil von „Tron: Legacy“ abspielt) in unsere Realität. Und auf die hat er als fleischgewordene Ansammlung von Einsen und Nullen eine eigene Sicht: „Wir sprachen oft darüber, dass er einem Kleinkind gleicht, das die Welt erstmals erkundet, und darüber, dass wir wollen, dass das Publikum die Welt durch seine Augen erkundet“, so Rønning.
Weiter ließ sich der Regisseur zitieren: „Von Bedeutung waren uns dabei die kleinen Dinge, die wir als gegeben hinnehmen oder gar nicht mehr beachten. Ein zentrales Thema des Films ist die Frage, was es benötigt und bedeutet, ein Mensch zu sein.“ Oder um Ares auf den Punkt zu bringen: „Auf die Gefahr hin, dass es wie ein Klischee klingt – ich fand immer, dass er was von Pinocchio hat.“
Ähnlichkeiten mit einem Milliarden-Dollar-Hit von Marvel?
Ares ist nicht der erste Schurke einer aufwändigen Franchise-Fortsetzung innerhalb des Disney-Imperiums, der an Pinocchio angelehnt ist: Auch „Avengers: Age Of Ultron“ dreht sich um eine Künstliche Intelligenz, die sich losreißt und zur massiven Bedrohung wird. Im Falle des „Avengers“-Sequels wurden die Parallelen zur lebendig gewordenen Marionette sogar musikalisch unterstrichen:
Der Trailer zum Film enthält akustische Referenzen auf das Lied „I've Got No Strings“ (dt.: „Mich halten keine Fäden fest“) aus Disneys „Pinocchio“. Im fertigen Marvel-Eventfilm ist ebenfalls ein kurzer Audioschnipsel aus dem Zeichentrick-Meisterwerk zu vernehmen, der Ultrons Wesen als böses Pinocchio-Pendant unterstreicht.
Darüber, ob es in „Tron: Ares“ zu einem ähnlichen Augenblick kommen wird, lässt sich derzeit lediglich spekulieren. Eine Antwort erhalten wir spätestens am 9. Oktober 2025, wenn der Film in den deutschen Kinos startet. Was dagegen bereits bekannt ist: Ares bringt eine kleine Designveränderung gegenüber den Fieslingen aus „Tron: Legacy“ mit sich.
Denn Ares verwendet keine klassische Disc, sondern ein Dreieck als Identifikationsartefakt sowie als Waffe. „Wenn du zu einem Franchise beiträgst, willst du den Look weiterentwickeln“, so Rønning, „obwohl ich sicher bin, dass Leute durchdrehen werden, weil es nicht rund ist.“ Er betont gegenüber Empire jedoch auch scherzend, dass sich puristisch veranlagte „Tron“-Fans beruhigen sollten. „Wir haben aber auch runde Discs. Nehmt es locker!“
Übrigens: „Tron: Ares“ ist nicht der einzige Film, der sich dieses Jahr mit aufsässiger KI auseinandersetzt. Unter anderem wird „M3GAN 2.0“ ebenfalls in diese Kerbe schlagen. Einen Vorgeschmack auf die Horror-Fortsetzung findet ihr im folgenden Beitrag:
Der erste Trailer zu "M3GAN 2.0" ist da und zeigt: Das Horror-Sequel orientiert sich an einem der besten Sci-Fi-Filme aller Zeiten