Heute im TV: Steven Seagal als Elite-Scharfschütze in Kriegs-Action in Afghanistan
Oliver Kube
Oliver Kube
-Freier Autor & Kritiker
Oliver Kube ist seit den 1990ern als Journalist/Kritiker in Sachen Film, TV, Musik, Literatur & Technik tätig. Für FILMSTARTS schreibt er seit 2018.

Die meisten Action-Fans aller Altersstufen lachen meist nur noch über den einstigen Genre-Star Steven Seagal. Warum das so ist? Weil er mittlerweile ausschließlich in Vollgurken wie dem am späten Abend laufenden „Sniper: Special Ops“ zu sehen ist.

Nein, mit der zuletzt auf Netflix so erfolgreichen „Sniper“-Reihe hat dieser Film mit dem in den 1980ern und frühen 1990ern einigen Erfolg genießenden Steven Seagal („Alarmstufe: Rot“) nichts zu tun. Es handelt sich um einen für sich alleinstehenden Kriegs-Reißer:

Sniper: Special Ops“ läuft am heutigen 10. April 2025 um 22.25 Uhr auf Tele 5. Eine Wiederholung folgt in der Nacht vom 11. auf den 12. April um 3.40 Uhr. Zudem steht der Streifen nach Ende der ersten Ausstrahlung bis zum 11. Mai 2025 als Gratis-Stream in der Mediathek des Senders zur Verfügung. Alternativ könnt ihr den Film bei Amazon ebenfalls kostenlos via Freevee streamen. Dazu braucht ihr keinen Prime-Account, sondern lediglich ein Kundenkonto. Allerdings müsst ihr in diesem Fall auch hier mit ein paar Werbeunterbrechungen leben. Oder ihr bestellt ihn euch einfach auf DVD*:

Lieber nicht einschalten?

Steven Seagal drehte dieses Werk mit C-Film-Experte Fred Olen Ray („The Shooter - Der Scharfschütze“) auf dem Regiestuhl. Veröffentlicht wurde der im Afghanistankrieg spielende Billig-Actioner 2016 – einem Jahr, in dem knapp zehn Filme mit dem einstigen Star den Direct-to-DVD-Markt überschwemmten.

Wie ein solches Pensum zu schaffen ist? Ganz einfach: Seagal hat – ungefähr so wie es Bruce Willis in den letzten Jahren seiner Karriere tat – nur ein oder zwei Tage am Set verbracht. Danach hat er sich seinen Gagenscheck abgeholt und war schon wieder auf dem Weg zum nächsten, ähnlich gelagerten Auftritt. Die Macher von „Sniper: Special Ops“ hingegen freuten sich, dass sie einen noch immer halbwegs bekannten Namen samt Gesicht auf dem Cover ihrer DVD platzieren konnten, um vielleicht ein paar unentwegte Anhänger*innen des Veteranen zu deren Kauf zu verleiten.

Ihr merkt es bestimmt schon: Eine Empfehlung, „Sniper: Special Ops“ einzuschalten, können wir an dieser Stelle nicht aussprechen – das Gegenteil ist der Fall. In der FILMSTARTS-Kritik vergibt Redakteur Björn Becher jämmerliche 0,5 von 5 möglichen Sternen. In seinem Fazit schreibt unser Action-Experte: „‚Sniper: Special Ops‘ bietet wenig Seagal und noch weniger Spannung.“ Damit deutet er klar an, dass der vermeintliche Star der Chose mit insgesamt etwa zehn Minuten Screentime lediglich einen Nebenpart bekleidet. Und auch der ist alles andere als spektakulär ausgefallen. Sitzt Seagal doch die meiste Zeit nur mit einem anderen Typen in einem Raum herum, murmelt lustlos triviales Zeug und prügelt sich nicht ein einziges Mal. Die eigentliche, dabei arg schwach inszenierte Action absolvieren andere.

Diese beschränkt sich während der gesamten Laufzeit auf Großaufnahmen von sinnlos herumballernden Soldaten – gelegentlich ergänzt um ein paar Gegenschnitte zu offenbar tödlich getroffen umfallenden Feinden. Bei diesen gesichtslos bleibenden, immer wie aus dem Nichts zu Boden sinkenden Typen sind weder Einschusslöcher in den Klamotten noch fließendes Blut zu sehen. Wo sie herkamen und was genau sie erreichen wollten, bevor sie niedergemäht wurden, wird nie klar. Und es wird auch schnell niemanden von euch mehr interessieren.

Also schaut besser nochmal „Alarmstufe: Rot“, „Einsame Entscheidung“ oder „Deadly Revenge“, falls es heute Abend unbedingt ein Film mit Steven Seagal sein soll.

Sniper: Special Ops
Sniper: Special Ops
Starttermin 8. September 2016 | 1 Std. 26 Min.
Von Fred Olen Ray
Mit Steven Seagal, Tim Abell, Dale Dye
User-Wertung
2,7
Filmstarts
0,5

Darum geht es in "Sniper: Special Ops"

Ein US-Kongressabgeordneter ist bei einem Frontbesuch von den Taliban entführt worden und wird nun in einem afghanischen Dorf festgehalten. Eine Einheit der Marines befreit den Mann. Doch weil er seinem angeschossenen Kameraden Rich (Daniel Booko) zur Seite steht, muss der erfahrene Scharfschütze Jake Chandler (Steven Seagal) zurückbleiben.

Obwohl Sergeant Vic Mosby (Tim Abell), der Anführer des Trupps, zurückwill, um die zwei rauszuholen, wird ihm eine solche Aktion von seinem Vorgesetzten Major Jackson (Dale Dye) streng untersagt. Vic und sein Team (u. a. Wrestler Rob Van Dam) entschließen sich allerdings, den Befehl zu ignorieren. Bei ihrer Mission ist auch die Kriegsberichterstatterin Janet (Charlene Amoia) dabei …

Wenig nette Worte hatte übrigens Superstar Charlize Theron für Steven Seagal übrig. Welche das waren und warum die Oscargewinnerin sich so krass über den Kollegen äußerte, lest ihr im folgenden Artikel:

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