Es hätte vermutlich so einige Probleme gelöst: Der aus dem Gefängnis ausgebrochene Bullseye (Wilson Bethel) nimmt in der neuesten Folge von „Daredevil: Born Again“ aus Rache den frischgebackenen New Yorker Bürgermeister und seinen einstigen Manipulator Wilson Fisk (Vincent D’Onoffrio) auf dessen eigener Party ins Visier und drückt ab. Doch der ebenfalls anwesende Matt (Charlie Cox) bekommt das mit, wirft sich in letzter Sekunde in die Kugel und bewahrt damit ausgerechnet seinen ärgsten Widersacher, der Matts geliebte Stadt zu einem Polizeistaat umzumodeln droht, vor dem Tod.
Fisks Ableben hätte New York aus seinem Griff befreien können, schließlich nutzt er seine neue Machtposition mehr und mehr, um seine eigenen Ziele mit dubiosen Methoden durchzusetzen. Der Kingpin wäre Geschichte und Matt hätte vorerst wieder ruhig schlafen können, ohne dass er sich selbst dabei die Hände hätte schmutzig machen müssen. Doch ganz so einfach ist die Sache nicht!
Matt will Fisk lieber ins Gefängnis bringen
Schon in der Vergangenheit hatte Matt selbst die Gelegenheit, Fisk umzubringen, ganz besonders im Finale der dritten Staffel der alten „Daredevil“-Serie. Hier war er sogar kurz davor, seiner Nemesis ein Ende zu bereiten, bevor er sich noch einmal besonnen hat und eine Rückkehr ins Gefängnis für den Kingpin als größere Strafe empfunden hat. Auch zu Beginn von „Daredevil: Born Again“ hat Matt gegenüber Fisk noch einmal klargemacht, dass er ihn nie töten, sondern nur hinter Gittern sehen wollte.
Hinzu kommt, dass Matt – im Gegensatz zu etwa dem Punisher (Jon Bernthal) – ja eigentlich generell nicht tötet, um böse Buben zur Strecke zu bringen – auch wenn er bei Foggys Tod dieses Prinzip über Bord geworfen und Bullseye vom Dach geworfen hat (der dann allerdings überlebte). Von diesem Moment, der ihn zusammen mit dem tragischen Verlust traumatisiert und in eine Sinnkrise gestürzt hat, emanzipiert sich Matt jedoch gerade. Da würde es seine Entwicklung einige Schritte zurückwerfen, wenn er plötzlich den Mord an Fisk in Kauf nehmen würde.
Zu allem Überfluss wäre der Tod des (Ex-)Gangsterbosses wohl nur eine Kurzzeit-Lösung für die Probleme und Gefahren gewesen, die New York plagen. Wäre er auf der Höhe seiner Beliebtheit in der Bevölkerung getötet worden, ohne dass Matt vorher die Gelegenheit gehabt hätte, seine finsteren Machenschaften offenzulegen, hätte ihm das womöglich Märtyrer-Status verpasst und die von ihm losgetretene Antihelden- und Make-New-York-Great-Again-Bewegung wohl erst recht befeuert. Das würde die Lage in der Stadt auf lange Sicht wohl endgültig verschärfen und gar zum Eskalieren bringen.
Ob Matt mit seiner kurz entschlossenen Aufopferung für Fisk im Nachhinein aber womöglich doch etwas hadert und was das Finale der ersten „Daredevil: Born Again“-Staffel sonst noch so bereit hält, erfahren wir dann am nächsten Mittwoch auf Disney+. Auf eine Sache können wir uns definitiv freuen: der Punisher kehrt erneut zurück und wird diesmal auch für mächtig Action sorgen. Und das obwohl Darsteller Jon Bernthal generell mit einem Comeback in „Born Again“ etwas gezögert hat. Mehr dazu erfahrt ihr hier:
"Das war nichts, was ich wirklich machen wollte": Fast wäre Jon Bernthal nicht als Punisher in "Daredevil: Born Again" zurückgekehrt*Bei diesem Link zu Disney+ handelt es sich um einen Affiliate-Link. Mit dem Abschluss eines Abos über diesen Link unterstützt ihr FILMSTARTS. Auf den Preis hat das keinerlei Auswirkung.