Mit der Disney-Plus-Serie „The Mandalorian“ landeten Dave Filoni und Jon Favreau einen Serienerfolg. Längst ist daraus ein eigenes kleines Universum innerhalb des riesigen „Star Wars“-Universums entstanden. Zahlreiche weitere Serien wie „The Book Of Boba Fett“, „Skeleton Crew“ und „Ahsoka“ spielen in diesem sogenannten Mandoverse. Mit „The Mandalorian & Grogu“ gibt es bald auch den ersten Kinofilm rund um die Figuren und ihre Welt direkt nach dem Zusammenbruch des Imperiums und der Entstehung einer Neuen Republik.
Doch Filoni und Favreau arbeiten zwar eng zusammen und verfolgen einen gemeinsamen Plan bei einer sich schließlich überschneidenden Erzählung, doch ein Stück weit haben sie die Projekte auch unter sich aufgeteilt. Während Favreau so die Verantwortung für „The Mandalorian“ sowie nun den Kinofilm „The Mandalorian & Grogu“ trägt, ist Filoni für „Ahsoka“ zuständig. Und das führt durchaus mal zu Diskussionen, bei wem welcher Erzählstrang und wie weitergeführt wird.
Auf der Star Wars Celebration 2025 in Tokio, bei der wir vor Ort sind, scherzten beide jetzt ausführlich über diese Zusammenarbeit.
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Der Anfang erfolgte bei der Präsentation von „The Mandalorian & Grogu“ am gestrigen 18. April 2025. Dort erklärten beide, dass sie sich mit Actionfiguren überlegen, wie Szenen funktionieren könnten. Filoni verriet, dass er meist die bösen Figuren spiele, Favreau die guten und dann fände man heraus, wie die Szene ausgehe. Schon da konnte sich „Iron Man“-Regisseur Favreau einen kleinen Seitenhieb nicht verkneifen. Filoni entscheide aber immer, welche Actionfiguren zur Verfügung stehen. Und wenn es um Favreaus Projekte gehe, seien das deutlich weniger.
Am heutigen 19. April 2025 waren beide wieder zusammen auf der Star-Wars-Celebration-Bühne in Tokio. Dieses Mal ging es um die zweite Staffel von „Ahsoka“ – und erneut wurde sich über Actionfiguren bzw. „Spielzeuge“ ausgeteilt. Denn erneut stand die Frage im Raum, wie entschieden wird, welcher Teil der Handlung eher in einer Serie wie „Ahsoka“ oder in einem Kinofilm wie „The Mandalorian & Grogu“ erzählt wird.
Wer hat mehr Lichtschwerter …?
Laut Favreau behalte Filoni am Ende die besten Sachen für sich. „Du kannst ein Lichtschwert haben – manchmal“, gebe sich Filoni ihm gegenüber generös. Und dann schaue er sich dessen Projekt an und sehe, dass dies nur so vor Lichtschwertern wimmelt.
Filoni sieht die Situation so: Durch die jeweiligen Erzählungen hätten beide Seiten ein paar „Spielzeuge“, was hier seine Sammelumschreibung für Figuren, Waffen, Orte etc. ist. Und wenn Jon ankomme und davon was brauche, dann kassiere er halt eine Absage mit Gegenfrage: „Nein, damit darfst du nicht spielen, aber kann ich mir dafür das von dir ausleihen?“, beschreibt er im Spaß ihre formal eher ungleiche Beziehung. Schließlich ist Dave Filoni als Lucasfilm-Vizepräsident und Chief Creative Officer am Ende der Boss von Favreau und hat das letzte Wort.
Favreau fühlt sich deswegen laut eigener Aussage an seiner Jugend erinnert, als ihm sein Bruder auch immer vorschrieb, welche Spielzeuge er nutzen durfte: „Ich bin wieder der kleine Bruder, der nicht mit den Lichtschwertern spielen darf.“ Denn als es in der zweiten Staffel von „The Mandalorian“ mit dem ersten Live-Action-Auftritt von Ahsoka Tano (Rosario Dawson) einen großen Lichtschwertkampf gab, habe direkt Filoni die Episode inszeniert.
… und wer darf Thrawn zeigen (oder nur erwähnen)?
Doch Filoni hat dafür eine Erklärung. Es erfordere schließlich Training und Disziplin, die Wege der Macht zu erlernen. Doch da Favreau ein Mandalorianer sei (in Anspielung auf jene Serie, für welche er verantwortlich ist), sei dies etwas heikel.
Und ohnehin sieht sich Filoni selbst als sehr entgegenkommend. Man verhandele ja schließlich. Und Favreau mag zwar nur ein Lichtschwert bekommen haben, aber das war direkt das Dunkelschwert. Und er habe dem Kollegen auch ganz generös gesagt: „Du darfst Thrawn immer erwähnen … gezeigt wird er aber bei mir.“
Ein großer Spaß zwischen den prägenden "Star Wars"-Kreativen
Natürlich sollte man die Worte nicht auf die Goldwaage legen und glauben, dass es einen Zwist zwischen Favreau und Filoni gibt. Nicht nur bei dieser Scherzerei präsentieren sich beide auf der Star Wars Celebration mehrfach als ein Herz und eine Seele und machten deutlich, wie eng sie zusammenarbeiten, um das Mandoverse immer weiter auszubauen.
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Fans dürften da auch gespannt sein, was sie noch in petto haben. Angekündigt sind zum derzeitigen Zeitpunkt der erwähnte Kinofilm „The Mandalorian & Grogu“, der am 21. Mai 2026 starten wird, sowie die zweite Staffel „Ahsoka“, die 2026 zu Disney+ kommen wird. Zudem ist bereits bekannt, dass alle Ereignisse in einem großen Kinofilm münden sollen, welchen Filoni inszenieren wird.
Aktuell gehen wir aber davon aus, dass vor diesem noch einige andere Titel kommen, an welchen Favreau und Filoni gemeinsam arbeiten. Wer weiß, vielleicht darf der „Iron Man“-Regisseur bald doch mal mit mehr Lichtschwertern spielen…
Zum Abschluss verweisen wir euch derweil noch auf unseren Artikel zur zweiten Staffel „Ahsoka“, der einige spannende Bilder enthält:
Anakin Skywalker kehrt zurück: Erste Bilder zur 2. Staffel "Star Wars: Ahsoka" - und wir haben sogar einen Trailer gesehen