„Andor“ ist auch so herausragend, weil es den Verantwortlichen um Serienmacher Tony Gilroy gelingt, fesselnde eigenständige Geschichten mit zahlreichen Bezügen zum großen „Star Wars“-Kanon zu verbinden. Letztere wirken dabei nie wie hingeworfene Easter-Eggs, sondern Verweise auf bekannte Orte, Ereignisse und Figuren machen die Welt einfach nur lebendiger und reichhaltiger. Einige der Andeutungen werden aber auch für die Zukunft wichtig sein – in „Andor“ selbst ganz sicher, womöglich aber auch darüber hinaus.
Genau das könnte für den Hinweis auf eine außerirdische Spezies zutreffen, der sich in der dritten Episode der zweiten Staffel befindet. Hier findet bekanntlich eine Hochzeit satt. Bräutigamvater Davo Sculdun (Richard Dillane) enthüllt ein besonderes Geschenk: eine uralte chandrilanische Skulptur. Dazu erzählt er, dass diese vor 25.000 Jahren gestohlen wurde, als rakatanische Angreifer Chandrila heimgesucht und geplündert haben.
Ja, es kann einfach nur ein Fan-Verweis auf die Spezies der Rakataner sein, die im „Star Wars“-Kanon schon kurz erwähnt wurde (so auch in der ersten Staffel „Andor“ von Stellan Skarsgårds Luthen Rael). Doch die explizite Zeitangabe macht uns stutzig. Denn 25.000 Jahre vor den Ereignissen in „Andor“ – das ist genau die Zeit, zu welcher der kommende Kinofilm „Dawn Of The Jedi“ von „Wolverine“-Regisseur James Mangold spielen soll!
Sind die Rakataner die Bösewichte für das Epos über die Anfänge der Jedi? Das würde zumindest sehr viel Sinn ergeben.
Die Rakataner erklärt
In den alten Legends-Geschichten spielten die Rakataner eine größere Rolle. Es gab dort einige Geschichten über jene, die dunkle Seite der Macht nutzende Spezies und ihre Eroberungsfeldzüge gegen andere Völker. Im Kanon sind die Rakataner bislang eher ein mythologisches Echo, eine längst vergangene, machtbasierte Kultur, über die nur noch in Legenden geflüstert wird.
So wissen wir wenig Fakten über die Spezies. Gesichert ist aber, dass sie die dunkle Seite der Macht nutzten und aggressiv andere Völker unterjochten. Es ist zudem wahrscheinlich, dass sie eine frühe Technik besaßen, um durch das All zu reisen. Offizielle Begleitmaterialien zu „Star Wars 9: Der Aufstieg Skywalkers“ deuten so an, dass die Sith-Wegfinder, mit denen Palpatines Getreue Zuflucht auf Exegol fanden, auf Technologie aus der Zeit der Rakataner basieren. Hinweise auf das Volk finden sich unter anderem noch in „Star Wars: The Clone Wars“, wo es Informationen gibt, dass bereits vor der Zeit der Jedi Kulturen existieren, welche die Macht nutzten. Entsprechende Andeutungen finden sich auch im Videospiel „Star Wars: Jedi: Survivor“ – ohne dabei aber die Rakataner zu nennen.
„Andor“ hat nun aber die bislang deutlichste Erwähnung der Schreckensherrschaft der Spezies im Kanon...
Die perfekten Bösewichte für "Dawn Of The Jedi"
Dass diese dabei gerade auf 25.000 Jahre vor den aktuellen Ereignissen und damit genau in den Zeitraum fällt, den „Dawn Of The Jedi“ erzählen soll, ist wie gesagt unserer Meinung nach kein Zufall. Mit dieser Erwähnung müssen sie in dem Film über die Anfänge der Jedi eigentlich eine Rolle spielen. Sie könnten sogar ganz entscheidend zur Gründung des Ordens beitragen. Vielleicht sind sie der Anlass, dass man auf die Idee kommt, dieser dunklen Macht eine helle entgegenzusetzen? Aus der ersten Staffel von „Andor“ wissen wir immerhin schon, dass es irgendwann einen Aufstand gegen die Rakataner gab. Ein Artefakt von Luthen erinnert daran.
Zudem wissen wir, dass man bei Lucasfilm gute, alte Legends-Geschichten in den Kanon überträgt. Das ist mit Bösewicht Thrawn passiert. Ohne etwas spoilern zu wollen, können wir hier schon verraten, dass in der kommenden vierten „Andor“-Episode auch noch ein legendäres und großes Legends-Event zum Kanon wird. Es gibt also einige Präzedenzfälle.
Lucasfilm Ltd.
In den Legends-Geschichten spielten die Rakataner und ihr dunkles Imperium (!), welches die Galaxis dominiert, eine Rolle bei der Gründung der Jedi. Man wird das nicht 1:1 übernehmen, weswegen wir hier nicht ins Detail gehen müssen. Es spricht aber viel dafür, dass man sich davon inspirieren lässt.
In „Andor“ scheint daher also tatsächlich ein Hinweis versteckt zu sein, welche Spezies uns künftig im Kino im Kampf mit den allerersten Jedi erwartet. Noch ist allerdings nicht bekannt, wann James Mangolds „Dawn Of The Jedi“ erscheint. Bei der Star Wars Celebration 2025 wurde zwar bestätigt, dass das Projekt in Arbeit ist. Gleichzeitig wurde aber auch deutlich gemacht, dass nach „The Mandalorian & Grogu“ (Kinostart: 21. Mai 2026) erst einmal das neue Projekt „Star War: Starfighter“ mit Ryan Gosling (Kinostart: 26. Mai 2027) in die Kinos kommen wird. „Dawn Of The Jedi“ könnte damit frühestens Ende 2027 folgen.
Mehr zu „Andor“ gibt es derweil im folgenden Artikel:
Was passiert mit Tay Kolma? Das Ende der drei Auftaktfolgen zur 2. Staffel "Star Wars: Andor" erklärt*Bei diesem Link zu Disney+ handelt es sich um einen Affiliate-Link. Mit dem Abschluss eines Abos über diesen Link unterstützt ihr FILMSTARTS. Auf den Preis hat das keinerlei Auswirkung.