Was bietet mehr Projektionsfläche und Bühne für die dunklen Seiten der Macht als die Politik? In Klassikern wie „Die drei Tage des Condor” oder „Die Unbestechlichen” werden Machtverhältnisse, Korruption und die Frage nach Wahrheit seziert – meist von Protagonist*innen, die mit dem Herz am rechten Fleck und einem starken moralischen Kompass Systemen auf den Grund gehen.
Längst werden politische Intrigen und das Lechzen nach Macht auch für serielle Erzählungen genutzt, und wer denkt da nicht sofort an „House Of Cards”, dessen skrupelloser Francis „Frank” Underwood (Kevin Spacey) im wahrsten Sinne des Wortes systemisch über Leichen geht. Wer das mochte, aber nichts gegen eine Spur mehr Nervenkitzel, Tempo und investigative Arbeit einzuwenden hat, der sollte heute Abend um 22.25 Uhr 3Sat für „State Of Play - Stand der Dinge” einschalten.
Kevin Macdonalds („Der letzte König von Schottland”) packender Journalismus-Politthriller ist ein Update der gleichnamigen (bzw. im Deutschen: „Mord auf Seite eins”) britischen BBC-Miniserie, von 2003 – allerdings kondensiert auf knackige zwei Stunden.
Und das funktioniert erstaunlich gut: Denn „State Of Play“ bietet viel für Fans politischer Intrigen, die mehr wollen als reine Skandalschlacht. Hier wird nicht nur demontiert, sondern auch differenziert: Politiker sind nicht automatisch böse, Journalisten nicht automatisch Helden. Die mit Ben Affleck und Russell Crowe stark besetzten Figuren sind komplex, die Motive glaubwürdig, und die Inszenierung bleibt trotz Hochspannung erstaunlich geerdet.
Den Film könnt ihr übrigens auch im ALLSTARS-Channel von Amazon Prime streamen. Das 7-tägige Probeabo ist kostenfrei, danach zahlt ihr 3,99 Euro im Monat:
Darum geht es in "State Of Play"
Ein Schuss fällt, wenig später stürzt eine junge Frau vor die Bahn – und damit findet sich der junge US-Kongressabgeordnete Stephen Collins (Ben Affleck) plötzlich mitten im Zentrum eines Skandals wieder. Denn bei der Toten handelte es sich um seine Assistentin, und die Umstände ihres angeblichen Selbstmordes sind äußerst dubios.
Zufällig ist Collins ein alter College-Kumpel des abgehalfterten Investigativjournalisten Cal McAffrey (Russell Crowe), der zunächst routinemäßig über den Fall berichtet, aber schnell auf ein Netz aus Lobbyismus, politischer Erpressung und Verschwörungen stößt.
McAffrey, mit verstrubbelten Haaren, altem Saab und Zero-Social-Media-Charme, ist das genaue Gegenteil seiner auf Klickzahlen geeichten Online-Kollegin Della Frye (Rachel McAdams). Gemeinsam stellen sie eine brisante Verbindung zwischen der Toten, einem privaten Sicherheitskonzern und der politischen Karriere Collins’ her – und müssen dabei ihre eigenen moralischen Grenzen neu ausloten.
Politik. Presse. Paranoia.
Die Story entfaltet sich mit journalistischer Präzision, jede neue Wendung zieht tiefer hinein in die dunklen Ecken von Lobbyismus, Macht und Medienethik. Es geht nicht nur darum, was passiert, sondern wie die Wahrheit überhaupt ermittelt wird – welchen Preis sie hat und welche menschlichen Abgründe dahinter stehen.
Dabei ist „State Of Play“ klug konstruiert und hält eine gute Balance aus Action, Thrill und smarten Dialogen bereit – getragen von einem Cast, der sich sehen lassen kann. Neben Affleck und Crowe, die ursprünglich übrigens mit zwei „Fight Club“-Stars hätten besetzt werden sollen (mehr dazu hier), runden Rachel McAdams und Helen Mirren die Sache erst richtig ab.
Wenn ihr mehr von Ben Affleck in Action sehen wollt, haben wir hier noch einen Streaming-Tipp für euch:
Nicht mal zwei Monate nach Kinostart: Action-Kracher mit Ben Affleck erscheint schon morgen (!) auf Amazon Prime Video*Bei den Links zum Angebot von Amazon handelt es sich um sogenannte Affiliate-Links. Bei einem Kauf über diese Links erhalten wir eine Provision.