Streaming-Tipp: In dieser bildgewaltigen Bestseller-Verfilmung wird das brutale Mittelalter lebendig
Sophia Foertsch
Sophia Foertsch
-Freie Autorin
Sophia ist Filmkritikerin und freie Journalistin mit Leib und Seele. Filme sind ihre Schokolade und der Kinobesuch ihr Kurzurlaub. Ihr liebster Arbeitsort ist natürlich der Kinosaal. Sie liebt Historienepen und Filme nach wahrer Begebenheit, kann aber auch jedem anderen Genre etwas abgewinnen.

Bei dieser Miniserie wird das England des 12. Jahrhunderts lebendig. „Die Säulen der Erde“ ist eine bildgewaltige Verfilmung von Ken Folletts Roman – eine epische Saga über Macht, Intrigen und den unerschütterlichen Traum, eine Kathedrale zu bauen.

Die Miniserie „Die Säulen der Erde“ aus dem Jahr 2010 ist eine eindrucksvolle Verfilmung des gleichnamigen Bestsellers von Ken Follett. Die achteilige Produktion unter der Regie von Sergio Mimica-Gezzan, die beim Amazon-Prime-Video-Channel Arthouse+ verfügbar ist, entführt das Publikum in das England des 12. Jahrhunderts. Diese Epoche ist geprägt von politischer Instabilität, kriegerischen Auseinandersetzungen und dem Kampf um Macht. Die Serie nimmt sich dabei die Zeit, die komplexe Handlung der Vorlage in ihrer ganzen Breite zu entfalten, ohne wesentliche Aspekte zu vernachlässigen.

Darum geht's in "Die Säulen der Erde":

Die Story spielt im England des 12. Jahrhunderts zur Zeit des Bürgerkriegs. Im Zentrum der steht der charismatische Baumeister Tom Builder (Rufus Sewell), der mit seiner Familie nach Arbeit sucht, um seinen Traum zu verwirklichen: den Bau einer Kathedrale. Die Umsetzung scheint unerreichbar, bis er auf den weitsichtigen Mönch Philip (Matthew Macfadyen) trifft, der Prior des Klosters Kingsbridge wird. Gemeinsam beschließen sie, in der Kleinstadt Kingsbridge eine majestätische Kathedrale zu errichten, die als Zeichen des Glaubens und der Hoffnung dienen soll.

Ihr Vorhaben wird jedoch durch die Intrigen des machthungrigen Lord William Hamleigh (David Oakes) und des skrupellosen Bischofs Waleran (Ian McShane) immer wieder sabotiert. Parallel dazu verfolgt die Adelstochter Aliena (Hayley Atwell) ihre eigenen Ziele. Nachdem ihre Familie von William Hamleigh zerstört wurde, schwört sie Rache und muss sich mit ihrem Bruder Richard (Sam Claflin) durchschlagen. Die Schicksale dieser Figuren verknüpfen sich auf dramatische Weise und zeichnen ein Bild von Verrat, Liebe, Machtkämpfen und unerschütterlichem Überlebenswillen.

Eine gelungene Verfilmung des Epos

In ihrer detailreichen und komplexen Handlung orientiert sich die Serie stark an Ken Folletts gleichnamigen Roman*. Während die Miniserie die zentralen Handlungsstränge um Tom Builder, Philip und Aliena beibehält, mussten einige Nebenfiguren und kleinere Ereignisse der literarischen Vorlage gestrafft oder weggelassen werden, um dem achteiligen Format gerecht zu werden.

Die Verfilmung schafft es jedoch, die epische Breite und die thematische Tiefe des Buches einzufangen, insbesondere was die Darstellung der politischen Intrigen, der Machtkämpfe zwischen Adel und Klerus sowie der alltäglichen Herausforderungen im Mittelalter angeht. Die Serie ist somit keine bloße Nacherzählung, sondern eine visuell beeindruckende Interpretation, die das Lebensgefühl der damaligen Zeit authentisch vermittelt und den Kern der Geschichte, den unerschütterlichen Traum vom Bau einer Kathedrale, würdig transportiert.

Die Stärke der Miniserie liegt in ihrer detailverliebten Inszenierung und der überwiegenden Einhaltung der literarischen Vorlage. Auch wenn manche Nebenstränge gekürzt wurden, bleibt der Kern der Handlung erhalten. Die Charaktere sind vielschichtig gezeichnet, was durch die herausragende Besetzung zusätzlich verstärkt wird. Eddie Redmayne (Jack Jackson), Hayley Atwell (Aliena), Rufus Sewell (Tom Builder) und Ian McShane (Waleren Bigod) liefern überzeugende Darstellungen.

Die bildgewaltigen Kulissen und die sorgfältig gestalteten Kostüme tragen maßgeblich zur Authentizität der Serie bei. Das Mittelalter mit all seinen Facetten wird lebendig. Die Kostüme, Requisiten und vor allem die detaillierte Darstellung des Kathedralenbaus sind ein wahrer visueller Genuss. Die Serie ist zwar kein Meilenstein der Filmgeschichte, aber eine solide Bestseller-Verfilmung, die vor allem durch ihre interessanten Charaktere besticht. Besonders die Frauenfiguren fallen auf, die trotz der fehlenden Freiheiten und Rechte im Mittelalter bemerkenswert selbstbewusst agieren.

Durch die Kostüme und Requisiten wird das Mittelalter lebendig Tandem Productions
Durch die Kostüme und Requisiten wird das Mittelalter lebendig

Die Serie folgt einem klassischen Gut-gegen-Böse-Motiv, bei dem das Gute am Ende triumphiert. Die eigentliche Hauptfigur und der rote Faden der Erzählung ist jedoch der Bau der Kathedrale selbst. Das Geschehen wird durch die wechselnden Schicksale einzelner Charaktere beleuchtet, die wie Mosaiksteine in einem großen Bild zusammengefügt werden.

„Die Säulen der Erde“ will das brutale Mittelalter illustrieren, aber nicht seine Machtstrukturen hinterfragen oder verstehen. Tiefe Spannung erzeugt die Miniserie nicht durch die Entwicklung der Charaktere, sondern vielmehr durch die monumentale Darstellung einer Epoche, in der Gewalt und Intrigen alltägliche Mittel zum Überleben waren.

Und zum Schluss: Wer von Historiendramen nicht genug haben kann, der sollte sich den 25. September 2025 im Kalender rot markieren. Dann gibt es House Of Guinness beim Streaming-Riesen Netflix zu sehen. Eine Serie über eine der einflussreichsten Familiendynastien Europas und Bier. Den Trailer dazu haben wir hier für euch:

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