Anthony Hopkins hat der Welt nichts mehr zu beweisen, und so hat sich die Schauspiel-Legende schon längst davon verabschiedet, ausschließlich in Prestige-Projekten aufzutreten. Immer mal wieder gönnt sich der zweifache Oscar-Preisträger („Das Schweigen der Lämmer“, „The Father“) auch mal kleine B-Movies wie den Thriller „Locked“ oder Auftritte in Blockbustern wie der „Thor“-Reihe oder „Transformers: The Last Knight“.
Im letzten Fall überraschte er wahrscheinlich nicht wenige seiner Fans, indem er Regisseur und Krawall-Experte Michael Bay im Anschluss über den grünen Klee lobte – und gar auf eine Stufe mit den Hollywood-Ikonen Martin Scorsese („Taxi Driver“) und Steven Spielberg („Schindlers Liste“) stellte. Doch manchmal nimmt Hopkins eine Rolle auch einfach nur wegen der Bezahlung an – das hat der 87-Jährige offen eingeräumt.
So konnte man Hopkins vergangenes Jahr in Roland Emmerichs Gladiatoren-Serie „Those About To Die“ sehen. Dort spielte er den römischen Kaiser Vespasian – und wer die Amazon-Prime-Video-Produktion gesehen hat, hatte sicherlich aus gutem Grund den Eindruck, dass der Brite ein wenig auf Autopilot agiert...
In einem Interview mit dem New Zealand Herald hat Hopkins ziemlich unverblümt über seine Motivation gesprochen, in der Sandalen-Seifenoper mitzuspielen. Nachdem er das Drehbuch gelesen hatte, habe er kurzerhand Roland Emmerich angerufen und gesagt: „Ich mache es. Wie viel zahlst du mir?“
„Ich dachte, das ist eine einfache Rolle“, fährt der „Zeiten des Umbruchs“-Darsteller fort. „Ich kam nach Italien, und das Einzige, was man von mir verlangte, war, stark und herrisch zu wirken. Das war im Grunde alles. […] Es sind die Handwerker und Designer im Hintergrund, die dafür sorgen, dass mein dummes Gesicht auf der Leinwand erscheint – das sind die, die mich zu dem machen, was ich bin. Ich tue gar nichts. Ich tauche einfach auf, trinke einen Kaffee, und dann heißt es: ‚Action!‘ Man muss dafür kein Genie sein.“
Diese Aussage lässt sich sicher nicht auf jede Rolle übertragen, die Hopkins in seiner langen Karriere übernommen hat – zwei Academy Awards bekommt man schließlich nicht fürs Nichtstun. Aber „Those About To Die“ war vermutlich tatsächlich nicht die größte Herausforderung für den charismatischen Waliser …
… doch es ist ein Film aus den 1970er-Jahren, den Hopkins für den absoluten Tiefpunkt seiner Karriere hält. Mehr dazu erfahrt ihr im nachfolgenden Artikel: