"Man muss dafür kein Genie sein": In diesem Historien-Epos hat Anthony Hopkins nur wegen des Geldes mitgespielt
Michael Bendix
Michael Bendix
-Redakteur
Filme gehen für ihn fast immer vor Serien. Doch es gibt Ausnahmen: In den letzten 10 Jahren hat er wenig Besseres gesehen als David Lynchs "Twin Peaks"-Revival – und nach dem Motto "Besser spät als nie" wühlt er sich gerade durch sämtliche "Friends"-Staffeln.

Vor einem Jahr konnte man Anthony Hopkins in einer Historien-Serie auf Amazon Prime Video sehen. Nach eigenen Aussagen hatte er dabei eigentlich kaum etwas zu tun – außer ganz offensichtlich einen satten Gehaltsscheck einzustreichen...

Anthony Hopkins hat der Welt nichts mehr zu beweisen, und so hat sich die Schauspiel-Legende schon längst davon verabschiedet, ausschließlich in Prestige-Projekten aufzutreten. Immer mal wieder gönnt sich der zweifache Oscar-Preisträger („Das Schweigen der Lämmer“, „The Father“) auch mal kleine B-Movies wie den Thriller „Locked“ oder Auftritte in Blockbustern wie der „Thor“-Reihe oder „Transformers: The Last Knight“.

Im letzten Fall überraschte er wahrscheinlich nicht wenige seiner Fans, indem er Regisseur und Krawall-Experte Michael Bay im Anschluss über den grünen Klee lobte – und gar auf eine Stufe mit den Hollywood-Ikonen Martin Scorsese („Taxi Driver“) und Steven Spielberg („Schindlers Liste“) stellte. Doch manchmal nimmt Hopkins eine Rolle auch einfach nur wegen der Bezahlung an – das hat der 87-Jährige offen eingeräumt.

So konnte man Hopkins vergangenes Jahr in Roland Emmerichs Gladiatoren-Serie „Those About To Die“ sehen. Dort spielte er den römischen Kaiser Vespasian – und wer die Amazon-Prime-Video-Produktion gesehen hat, hatte sicherlich aus gutem Grund den Eindruck, dass der Brite ein wenig auf Autopilot agiert...

Those About to Die
Those About to Die
Starttermin 2024-07-18
Serie: Those About to Die
Mit Iwan Rheon, Anthony Hopkins, Sara Martins
User-Wertung
3,4
Im Stream

In einem Interview mit dem New Zealand Herald hat Hopkins ziemlich unverblümt über seine Motivation gesprochen, in der Sandalen-Seifenoper mitzuspielen. Nachdem er das Drehbuch gelesen hatte, habe er kurzerhand Roland Emmerich angerufen und gesagt: „Ich mache es. Wie viel zahlst du mir?“

„Ich dachte, das ist eine einfache Rolle“, fährt der „Zeiten des Umbruchs“-Darsteller fort. „Ich kam nach Italien, und das Einzige, was man von mir verlangte, war, stark und herrisch zu wirken. Das war im Grunde alles. […] Es sind die Handwerker und Designer im Hintergrund, die dafür sorgen, dass mein dummes Gesicht auf der Leinwand erscheint – das sind die, die mich zu dem machen, was ich bin. Ich tue gar nichts. Ich tauche einfach auf, trinke einen Kaffee, und dann heißt es: ‚Action!‘ Man muss dafür kein Genie sein.“

Diese Aussage lässt sich sicher nicht auf jede Rolle übertragen, die Hopkins in seiner langen Karriere übernommen hat – zwei Academy Awards bekommt man schließlich nicht fürs Nichtstun. Aber „Those About To Die“ war vermutlich tatsächlich nicht die größte Herausforderung für den charismatischen Waliser …

… doch es ist ein Film aus den 1970er-Jahren, den Hopkins für den absoluten Tiefpunkt seiner Karriere hält. Mehr dazu erfahrt ihr im nachfolgenden Artikel:

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