TV-Premiere: Dieser Horror-Thriller mit Netflix-Superstar basiert auf einem realen Internet-Phänomen
Oliver Kube
Oliver Kube
-Freier Autor & Kritiker
Oliver Kube steht auf sog. "Elevated Horror", also auf Filme wie "Hereditary", "Der Leuchtturm" oder "The Witch". Zwischendurch darf es aber gern mal ein geradliniger Slasher, ein tougher Home-Invasion-Thriller, eine spaßige Zombie-Komödie oder ein blutiger Hai-Schocker sein.

Ein Horrorschocker, der auf einem wie verrückt durch die sozialen Medien geisternden Online-Hype basiert? Da sind schon abseitigere Dinge im Kino gelaufen. Ob das Ganze am Ende wirklich eine gute Idee war, steht allerdings auf einem anderen Blatt …

Seit Ende der 2000er kursiert online die Geschichte des Slender Man (dt.: schlanker Mann). Die auffällig große und dürre Figur ist angeblich wiederholt gesichtet und sogar fotografiert worden, wenn irgendwo ein Unglück oder ein Gewaltverbrechen passierte. Dem urbanen Mythos zufolge treibt sich das gesichtslose Wesen gern nachts in düsteren Waldstücken oder städtischen Parks herum. Mittels Teleportation verfolgt der Slender Man seine bevorzugt jungen Opfer und treibt sie in den Selbstmord oder den Unfalltod. Gelegentlich soll er sie aber auch entführt und selbst getötet haben.

Obwohl die Schauergeschichte längst als Hoax entlarvt wurde, dachten sich „Ich werde immer wissen, was du letzten Sommer getan hast“-Regisseur Sylvain White und sein Drehbuchautor David Birke („Elle“), dass man daraus doch einen Gruselstreifen machen könnte. Dabei ließen sich die zwei offensichtlich von Vorbildern wie „Der Fluch“, „It Follows“ oder „Sinister“ und vor allem „The Ring“ beeinflussen. Wie das Unterfangen ausgefallen ist, erfahrt ihr im nächsten Segment dieses Artikels. Oder ihr schaltet am Abend einfach euer Fernsehgerät ein und findet es selbst heraus.

Slender Man“ startete bereits 2018 in den Kinos. Trotzdem feiert der Film erst am heutigen 29. Oktober 2025 um 22.05 Uhr seine deutsche Free-TV-Premiere auf Tele 5. Eine Wiederholung folgt in der Nacht vom 30. auf den 31. Oktober um 0.50 Uhr. Alternativ ist der FSK-16-Titel auf Blu-ray und DVD* sowie als kostenpflichtiges Video-on-Demand zu haben:

Wie gut (oder schlecht!) ist "Slender Man"?

Um es vorwegzunehmen: Wir können euch „Slender Man“ wirklich nicht empfehlen. Denn wie in der von fünf möglichen lediglich einen jämmerlichen Stern vergebenden FILMSTARTS-Kritik resümiert, wurde hier „eine potenzielle neue Horrorikone einfach mal komplett in den Sand gesetzt“. Trotzdem spielte der Reißer weltweit erstaunlicherweise locker das Fünffache seines Zehn-Millionen-Dollar-Budgets ein – was eigentlich automatisch bedeutet, dass ein oder gleich mehrere Sequels in Auftrag gegeben werden. Aber vielleicht hatte das Studio selbst erkannt, wie mies „Slender Man“ ist, und ließ Gnade walten?

Unsere Rezensentin Antje Wessels beklagt in erster Linie die Einfallslosigkeit der Story, die lediglich den aus Internetforen allgemein bekannten Mythos aufwärmt, ohne nennenswerte eigene Aspekte hinzuzufügen. Dazu kommen miserable Dialoge und ein paar billige Jump-Scares, aber keine wirklich gruselige Atmosphäre. Die Bilder von Chef-Kameramann Luca Del Puppo („One Fast Move“) sind primär eines: zappenduster. Schon im Kino konnte das Publikum während des Gros der Laufzeit kaum erkennen, was da auf der Leinwand eigentlich gerade abging.

Slender Man
Slender Man
Starttermin 23. August 2018 | 1 Std. 34 Min.
Von Sylvain White
Mit Joey King, Julia Goldani Telles, Jaz Sinclair
Pressekritiken
1,5
User-Wertung
1,9
Filmstarts
1,0

Das klingt alles ganz schön ernüchternd, oder? Ist es auch. Aber zumindest ist der Cast nicht uninteressant. Hauptdarstellerin Joey King („Bullet Train“) etwa avancierte mit dem Start der enorm populären „The Kissing Booth“-Reihe noch im selben Jahr zum Streaming-Superstar auf Netflix. An ihrer Seite sind zudem Julia Goldani Telles („The Affair“), Jaz Sinclair („Gen V“) und Annalise Basso, Tom Hiddlestons grandiose Tanzpartnerin in „The Life Of Chuck“, zu erleben. Dazu kommen mit unter anderem Michael Reilly Burke („Bosch: Legacy“) und Kevin Chapman aus „Mystic River“ noch ein paar durchaus fähige Charakterdarsteller. Doch nicht einmal sie können den Film retten, den ihr euch – das ist zumindest unser Ratschlag! – am besten sparen solltet.

"Slender Man": Das ist die Story

Wren (Joey King) lebt mit ihren Freundinnen Hallie (Julia Goldani Telles), Chloe (Jaz Sinclair) und Katie (Annalise Basso) in einer Kleinstadt im Nordosten der USA. Ihr bis dahin völlig durchschnittliches Teenagerinnendasein endet, als die Girls eines Abends ein mysteriöses Internetvideo entdecken, mit dem angeblich ein Slender Man genannter Dämon heraufbeschwört werden kann. Aus Neugierde spielen sie den Clip ab und erleben bereits kurz darauf albtraumhafte Visionen.

Als dann auch noch eine von ihnen plötzlich spurlos verschwindet, ist Wren sich sicher, dass der Slender Man (Javier Botet) tatsächlich existiert. Verzweifelt sucht sie online nach einer Lösung des Problems und stößt auf ein Netzwerk von Leuten, die ähnliche Erfahrungen mit dem Monster gemacht haben. Von ihnen hört Wren, dass der Slender eventuell dadurch zu besänftigen wäre, wenn man ihm ein Opfer bringt …

Falls ihr anstelle von „Slender Man“ doch lieber einen stimmigeren Mix aus Action-Thriller und Historien-Abenteuer sehen wollt, hat FILMSTARTS-Redakteur Pascal Reis den passenden Tipp parat:

Heute Abend streamen: "Monster"-Star Charlie Hunnam im Remake eines der besten Filme aller Zeiten!

*Bei den Links zum Angebot von Amazon handelt es sich um sogenannte Affiliate-Links. Bei einem Kauf über diese Links erhalten wir eine Provision. Auf den Preis hat das keinerlei Auswirkung.

facebook Tweet
Ähnliche Nachrichten
Das könnte dich auch interessieren