Ab sofort gibt es das „Emmanuelle“-Remake auf Amazon Prime Video im Streaming-Abo. Ein Anschauen lohnt sich allein, um mitreden zu können. Denn auch die Neuauflage wird mittlerweile diskutiert – wenn auch auf andere Weise als das Original. Dazu müssen wir kurz etwas ausholen.
Der Film „Emmanuelle“ aus dem Jahr 1974, inszeniert von Just Jaeckin und basierend auf dem gleichnamigen Roman von Emmanuelle Arsan, gilt als Meilenstein des Erotikfilms. In Deutschland gingen rund vier Millionen Menschen dafür in die Kinos, in Frankreich wurden sogar fast neun Millionen Ticket verkauft. Nicht nur ein Mega-Hit, sondern ein Kultfilm war geboren – der aber auch für reichlich Kontroversen sorgte.
In Deutschland erfolgte 1983 eine Indizierung im Anschluss an die VHS-Veröffentlichung. Der als jugendgefährdend eingestufte Erotikfilm blieb für 25 Jahre indiziert.
Die Neuverfilmung – auch umstritten, aber auf andere Weise
Nach ihrem mit Preisen überhäuften Coming-Of-Age-Abtreibungsdrama „Das Ereignis“ überraschte die Regisseurin Audrey Diwan mit einem Remake dieses Kult-Klassikers. Ihr „Emmanuelle“ soll einen feministischen Blick auf den im Original teilweise sehr voyeuristisch inszenierten Stoff werfen. Doch das fand zunächst überhaupt keinen Anklang.
Selbst in ihrer kinobegeisterten Heimat Frankreich fand Diwans Remake kein Publikum. Nicht einmal 70.000 Menschen lösten ein Ticket, die Reaktionen waren teilweise vernichtend. Auf unserer Schwesternseite Allocine.fr steht der Film bei einem Wertungsdurchschnitt von 1,6 von 5 Sternen. Doch es gibt auch die andere Seite.
Immer mehr Menschen feiern das „Emmanuelle“-Remake mittlerweile. In einem Text zum Heimkino-Start der Neuauflage sprach FILMSTARTS-Chefredakteur Christoph Petersen sogar von „einer Schande, dass dieser Film nicht im Kino läuft!“. Er ist überzeugt, dass auch Diwans Version „das Zeug dazu hat, zumindest für einen gewissen Kreis zum meisterhaften Kultfilm aufzusteigen!“.
Auch in der FILMSTARTS-Kritik zu „Emmanuelle“ wird beeindruckt gelobt, was für einen neuen Ansatz die Regisseurin für den klassischen Stoff gefunden hat. Kritiker Kamil Moll vergibt 4,5 von 5 Sternen für „eine radikale Neuinterpretation des Softsexklassikers aus den 1970er-Jahren“. Er bescheinigt dem „unterschätzten Meisterwerk“ zu erzählen, „wie sich komplexe Begierden im Spätkapitalismus womöglich doch noch befriedigen lassen können.“
Das ist die Story des neuen "Emmanuelle"
In Audrey Diwans Version macht sich Emmanuelle (Noémie Merlant) für eine berufliche Reise auf nach Hongkong. Dort soll die Quality-Controllerin für eine Kette von Luxushotels Gründe finden, um die in Ungnade gefallene Managerin Margot (Naomi Watts) loszuwerden. Doch die sich auf der Suche nach einem verlorenen Vergnügen befindende junge Frau sammelt schnell erotische Erfahrungen. Dabei trifft sie den mysteriösen Kei (Will Sharpe), der sich ihr zu entziehen scheint...
Im Streaming-Abo auf Amazon Prime Video könnt ihr euch jetzt also selbst ein Bild davon machen, ob das „Emmanuelle“-Remake langweilig oder meisterhaft ist. Dort findet ihr zudem auch die Filmempfehlung aus dem folgenden Artikel:
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