TV-Tipp: Die hochspannende Vorgeschichte zum vielleicht besten Thriller der 1990er-Jahre - richtig düster & fantastisch besetzt!
Pascal Reis
Pascal Reis
-Redakteur
Pascal liebt das Kino von „Vertigo“ bis „Daniel, der Zauberer“. Allergisch reagiert er allerdings auf Jump Scares, Popcornraschler und den Irrglauben, „Joker“ wäre gelungen.

Mit „Roter Drache“ wurde die Hannibal-Lecter-Trilogie mit Anthony Hopkins stark abgerundet. Der Psycho-Thriller ist nicht nur durch die Bank hervorragend besetzt, sondern auch tadellos inszeniert. Heute Abend läuft der Film mal wieder im TV.

Nachdem „Das Schweigen der Lämmer“ Filmgeschichte schrieb und Ridley Scott mit „Hannibal“ eine oft missverstandene, als Horror-Thriller getarnte Barock-Oper inszenierte, musste die mit Anthony Hopkins („The Father“) in der Hauptrolle besetzte Lecter-Trilogie auch einen würdigen Abschluss finden – und zwar mit „Roter Drache“, der Adaption von Thomas Harris’ erstem Roman der Hannibal-Reihe.

Verfilmt wurde das Buch allerdings schon zuvor – 1986 von Michael Mann unter dem Titel „Manhunter“. So brillant dieser Film in seiner audiovisuellen Gestaltung und in der Darstellung einer tödlichen Seelenverwandtschaft zwischen drei Männern, die einander bis zur Selbstzerstörung jagen, auch gewesen sein mag, entfernte er sich doch spürbar von der Romanvorlage.

„Roter Drache“ bildet damit in zweifacher Hinsicht einen Abschluss: Zum einen für Anthony Hopkins’ Verkörperung des legendären Menschenfressers, zum anderen als werkgetreue Umsetzung des Romans, an dem sich der von Brett Ratner („Rush Hour“) inszenierte Film ausgesprochen gewissenhaft orientiert. Herausgekommen ist dabei zwar kein Meisterwerk, aber ein starker Psycho-Thriller! Überzeugen könnt ihr euch davon heute, am 5. November, wenn „Roter Drache“ ab 23 Uhr ungekürzt auf Kabel Eins läuft.

Roter Drache
Roter Drache
Starttermin 31. Oktober 2002 | 2 Std. 04 Min.
Von Brett Ratner
Mit Anthony Hopkins, Edward Norton, Ralph Fiennes
User-Wertung
3,8
Filmstarts
3,5

Darum geht's in "Roter Drache":

FBI-Agent Will Graham (Edward Norton) wird kurzerhand aus seinem vorgezogenen Ruhestand zurückgeholt, um erneut auf die Jagd nach einem Serienkiller zu gehen, der unter dem Namen „Zahnfee“ (Ralph Fiennes) für Schrecken sorgt. In Vollmondnächten sucht dieser Familien in ihren Häusern heim – und hinterlässt grausam verstümmelte Opfer.

Um die Zahnfee zu stoppen, muss Graham abermals in die tiefsten Abgründe der menschlichen Psyche hinabsteigen – ein Unterfangen, das ihn schon einmal beinahe das Leben gekostet hat: damals, als er den kannibalischen Serienmörder Hannibal Lecter (Anthony Hopkins) hinter Gitter brachte. Und ausgerechnet mit diesem muss er nun erneut zusammenarbeiten, um den Täter zu fassen...

So geht routiniertes Thriller-Kino!

Die Genialität eines „Das Schweigen der Lämmer“ oder den künstlerischen Eigensinn eines „Hannibal“ sollte man von „Roter Drache“ nicht erwarten. Brett Ratner liefert hier vielmehr einen schnörkellosen, geradlinigen Thriller, der als präzise konstruiertes Spannungskino über gut zwei Stunden hinweg fesselt und hervorragend unterhält. Sein erklärtes Ziel ist es, das Publikum zu packen – weniger, psychologische Tiefen auszuloten.

Und doch gelingt es „Roter Drache“ – für dessen Drehbuch erneut „Das Schweigen der Lämmer“-Autor Ted Tally verantwortlich zeichnet – erstaunlich gut, den nach Erlösung suchenden Killer nicht einfach als brutales Monster zu zeichnen, sondern ihm eine tragische, menschliche Dimension zu verleihen. Hier trägt vor allem Ralph Fiennes mit seiner zwischen Schmerz, Verzweiflung und Bedrohlichkeit changierenden Performance entscheidend zum Gelingen bei. Im Vergleich dazu wirkt Edward Nortons Porträt des psychisch angeschlagenen Ermittlers beinahe zurückhaltend, um nicht zu sagen: blass.

Was jedoch besonders in Erinnerung bleibt, ist die herausragende Besetzung. Als wären Anthony Hopkins, Ralph Fiennes („Der ewige Gärtner“) und Edward Norton („American History X“) nicht schon beeindruckend genug, versammelt „Roter Drache“ in den Nebenrollen noch weitere Schwergewichte wie Harvey Keitel („Die letzte Versuchung Christi“), Philip Seymour Hoffman („The Master“) und Emily Watson („Breaking the Waves“). Allein diese hochkarätige Riege macht das Einschalten mehr als lohnenswert!

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