Nur für Erwachsene: "Der Brutalist"-Regisseur verrät Details zu seinem kommenden, extraharten 4-Stunden-Western-Epos
Sidney Schering
Sidney Schering
-Freier Autor und Kritiker
Schon in der Grundschule las er Kino-Sachbücher und baute sich parallel dazu eine Film-Sammlung auf. Klar, dass er irgendwann hier landen musste.

Brady Corbet stemmte mit „Der Brutalist“ eine monumentale, bildgewaltige Dekonstruktion des amerikanischen Traums, jetzt tüftelt er an seiner nächsten Regiearbeit: Der noch unbetitelte Western wird ein vierstündiger Film ohne Jugendfreigabe.

Das gemeinsam arbeitende Ehepaar Mona Fastvold und Brady Corbet ist fleißig: Erst Anfang 2025 erschien das von ihnen geschriebene, von Corbet inszenierte Epos „Der Brutalist“. Das mit monumentalen Bildern illustrierte, von unvergesslicher Musik untermalte Drama behandelt, neben anderen Themen, die Schatten des amerikanischen Traums und die tragischen Seiten eines kompromisslosen Tatendrangs. Das wurde mit drei Oscars und Academy-Award-Nominierungen in sieben weiteren Kategorien entlohnt.

In wenigen Monaten feiert schon der nächste Film von Fastvold und Corbet Deutschlandpremiere: „The Testament Of Ann Lee“ soll am 12. März 2026 anlaufen und ist ein Historien-Musical mit „Mamma Mia!“-Star Amanda Seyfried als Oberhaupt einer einflussreichen Freikirche. Wie „Der Brutalist“ wurde „The Testament Of Ann Lee“ von Corbet und Fastvold verfasst, bei diesem Werk, das FILMSTARTS-Chefkritiker Christoph Petersen als „Wahnsinn²“ zelebriert, nahm jedoch Fastvold auf dem Regiestuhl Platz. Und der über diesem Artikel eingebundene Trailer dürfte euch einen groben Eindruck verschaffen, wie dieser gesteigerte Wahnsinn aussieht!

Die nächste Corbet-Regiearbeit ist allerdings in Planung: Bereits vor einigen Monaten verriet der Filmemacher, dass er als nächstes einen gewaltigen Western plant. Er soll sich, wie bereits „Der Brutalist“ und „The Testament Of Ann Lee“, unter anderem um das Thema Migration drehen. Darüber hinaus gab Corbet bekannt, in seinem noch unbetitelten Film eine Zeitspanne von 150 Jahren erzählen zu wollen – wenngleich die 1970er als Schwerpunkt herhalten werden. Nun gab Corbet weitere Informationen preis – und räumte mit einem Missverständnis auf!

Wahrlich nichts für Kinder und echt nicht kurz!

Eine Sache ist allerdings unmissverständlich: Das über dreieinhalb Stunden lange Epos „Der Brutalist“ hat Corbet eindeutig Lust auf Stoffe mit massiver Laufzeit gemacht. Denn sein kommender Western soll ein vierstündiges Mammutwerk werden! Und in diesen vier Stunden wird es nicht gerade zimperlich zugehen:

Der XXL-Western des „Der Brutalist“-Regisseur visiert an, ohne Jugendfreigabe in die US-Kinos zu kommen. Im Interview mit dem US-Branchenportal The Hollywood Reporter kündigt Corbet ein X-Rating an. Da dieses jedoch schon längst abgeschafft wurde, wird er wohl NC-17 meinen – eine Altersfreigabe, die sämtlichen Kindern und Jugendlichen unter 17 Jahren den Zutritt zum Kino verweigert und wegen der eingeschränkten kommerziellen Aussichten fast schon einer Indizierung hierzulande entspricht.

Corbet stritt gegenüber The Hollywood Reporter zudem einen Vergleich ab, der in US-Medien zuletzt häufig getätigt wurde: Sein Western habe nichts mit dem Horror-Meilenstein „The Texas Chainsaw Massacre“ zu tun. Der Regisseur tut dies als Missverständnis ab, das aus früheren Interviews zum Thema herrührt – dennoch werde sich sein Western stilistisch an prägenden Filmen der 1970er orientieren.

Untitled Brady Corbet Horror-Western
Untitled Brady Corbet Horror-Western
Von Brady Corbet
Mit Selena Gomez

Inhaltlich lässt sich Corbet noch nicht in die Karten blicken: Im Gespräch mit The Hollywood Reporter deutete er bloß an, dass der Western „die Wirtschaft von Nordkalifornien“ behandeln wird. Angesichts dessen, wie imposant und aufwühlend Corbet das Thema Architektur zu inszenieren verstand, sollte man sich von dieser trockenen Zusammenfassung aber nicht abschrecken lassen.

Derzeit macht Corbet noch technische Tests für seine kommende Regiearbeit, der Drehstart soll in neun Monaten erfolgen. Der Film entsteht laut Corbet komplett auf 70mm-Film, und wird somit in die Fußstapfen von Meilensteinen wie „Lawrence von Arabien“, „The Hateful Eight“ und „Ben-Hur“ treten.

Bis dahin wird euch FILMSTARTS selbstredend über Neuigkeiten hinsichtlich Besetzung und Story auf dem Laufenden halten. Und schon jetzt könnt ihr bei uns nachlesen, was die Regisseurin hinter einem umstrittenen Marvel-Film über ihr Projekt und dessen Aussichten auf eine Fortsetzung sagt:

"Bin sehr stolz darauf": Marvel-Regisseurin will einen der schönsten (und umstrittensten) MCU-Blockbuster fortsetzen
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