Hauptsache, jemand ist schuld – und zwar am besten jemand, den wir eh nicht leiden können! Offenbar funktionieren (viele) Menschen einfach so. Auch die ersten wissenschaftlichen Erkenntnisse zur SARS-Verbreitung bei Fledermäusen wurden nicht etwa sachlich aufgenommen, um dann zu schauen, wie wir uns alle am besten vor der drohenden Corona-Pandemie schützen können. Stattdessen wurde die Wissenschaft sofort von vielen Medien und Politiker*innen als Waffe (in diesem Fall etwa gegen China) eingesetzt – und damit war ein offener Austausch auch über Staatsgrenzen hinweg kaum noch möglich.
Nach „The Giant Buddhas“ und „Space Tourists“ untersucht Regisseur Christian Frei in seinem neuen Kinofilm „Blame“ (Start: 5. Februar 2026), warum es Gesellschaften in Extremsituationen oft wichtiger scheint, die Schuld zu verteilen oder einen Sündenbock zu finden, statt erst mal das Problem an sich bestmöglich anzugehen. Das bringt schon der Titel auf den Punkt: „Blame“, also „Schuld“ oder „Verantwortung“ – und es kommt sicher auch nicht von ungefähr, dass das angesehene Branchenblatt ScreenDaily schreibt, dass es einem der Film eiskalt den Rücken runterlaufen lässt…
Kampf an zwei Fronten
Verhandelt werden diese großen Themen in „Blame“ anhand der Geschichte von drei Forschenden, die viele Jahre im Dunkeln der Fledermaushöhlen verbracht haben, aber dann mit den ersten COVID-19-Meldungen quasi über Nacht ins grelle Licht der Medien gezerrt wurden. Statt ihre Forschungsergebnisse zu nutzen, um gegen die anrollende Pandemie vorzugehen, galt es zunächst einmal, einer ganzen Welle von Fehlinformationen und Verschwörungstheorien entgegenzuwirken. Von den politischen Schuldzuweisungen und Vereinnahmungen mal ganz zu schweigen.
So ist „Blame“ auch ein kraftvolles Plädoyer für die Wissenschaft – denn manchmal (oder sogar meistens) muss man Probleme eben sachlich und ernsthaft angehen, um sie zu lösen, während man mit bloßer Dampfplauderei fast zwangsläufig gegen eine Wand stößt…
„Blame“ läuft ab dem 5. Februar 2026 in den deutschen Kinos.