Viele "Herr der Ringe"-Fans wissen nicht, warum Gandalf bei der großen Schlacht gegen Sauron gefehlt hat – dabei gibt es eine einleuchtende Erklärung!
Michael Bendix
Michael Bendix
-Redakteur
Schaut pro Jahr mehrere hundert Filme und bricht niemals einen ab. Liebt das Kino in seiner Gesamtheit: von Action bis Musical, von Horror bis Komödie, vom alten Hollywood bis zum jüngsten "Mission: Impossible"-Blockbuster.

Elrond war bekanntlich dabei, als das Letzte Bündnis gegen den dunklen Magier Sauron in die Schlacht zog. Doch wo war eigentlich Gandalf? Auch daran hat „Herr der Ringe“-Schöpfer J.R.R. Tolkien natürlich gedacht!

„Ich war dabei, Gandalf. Vor 3.000 Jahren“: Elronds berühmte Erinnerung an die Schlacht des Letzten Bündnisses gegen Sauron ist zweifellos eine der Zeilen aus „Der Herr der Ringe“, die sich tief ins kollektive Gedächtnis eingebrannt haben. Eine Frage drängt sich dabei eigentlich regelrecht auf: Wenn Elbenfürst Elrond (Hugo Weaving) dort war – wo war eigentlich Gandalf (Ian McKellen)? Warum taucht einer der mächtigsten Zauberer Mittelerdes in einer der entscheidendsten kriegerischen Auseinandersetzungen der Geschichte selbst gar nicht auf?

Es gibt eine Erklärung für Gandalfs Fehlen

Die Antwort führt tief in J.R.R. Tolkiens sorgfältig konstruierte Mythologie: Die Schlacht des Letzten Bündnisses markiert das Ende des Zweiten Zeitalters, rund 3.000 Jahre vor den Ereignissen von „Der Herr der Ringe“. Nach dem Untergang Númenors hatten Elendil und seine Söhne Isildur und Anárion die Reiche Arnor und Gondor gegründet, während der dunkle Herrscher Sauron zwar seinen körperlichen Leib verlor, als Geist jedoch nach Mordor zurückkehrte und dort erneut Gestalt annahm.

Als er Gondor angriff und Minas Ithil fiel, schlossen sich Elben und Menschen unter Gil-galad und Elendil zum sogenannten Letzten Bündnis zusammen. Es folgten die verheerende Schlacht von Dagorlad und die jahrelange Belagerung von Barad-dûr, an deren Ende Sauron ein zweites Mal körperlich besiegt wurde und Isildur ihm den Einen Ring vom Finger schnitt.

Gandalf war nicht immer Gandalf

Gandalf jedoch war zu diesem Zeitpunkt aber noch nicht der Gandalf, den wir aus den Filmen und Büchern kennen. Als Maia namens Olórin existierte er zwar bereits, gehörte also zu jenen unsterblichen Wesen, die unterhalb der eigentlichen Götter Mittelerdes stehen. Doch seine spätere Aufgabe hatte er noch nicht übernommen. Er hielt sich überwiegend in Valinor, der fernen Welt der Valar, auf und galt dort als besonders weise und mitfühlend – geprägt von seiner Nähe zu Nienna, der Vala der Trauer und des Mitgefühls.

Seine eigentliche Mission begann erst deutlich später. Die Istari, zu denen er später als Gandalf der Graue zählen sollte, wurden erst im Dritten Zeitalter nach Mittelerde entsandt, als Saurons dunkler Schatten erneut über Mittelerde fiel. Ihr Auftrag war dabei klar begrenzt: Sie sollten Elben und Menschen beraten, warnen und ermutigen, nicht aber als Feldherren auftreten oder Schlachten entscheiden. Direkte militärische Intervention war ihnen untersagt, damit das Schicksal Mittelerdes nicht von göttlicher Macht, sondern vom freien Willen seiner Völker bestimmt wurde.

Erst Jahrtausende später trat Gandalf auf den Plan, um genau das zu tun, wofür er geschickt worden war: Er wurde zum strategischen Kopf im Hintergrund, der die freien Völker nicht durch Magie anführte, sondern sie dazu brachte, ihr Schicksal selbst in die Hand zu nehmen.

Wusstet ihr übrigens, dass einer der berühmtesten Sätze Gandalfs das Ergebnis eines Fehlers war? Mehr dazu lest ihr im nachfolgenden Artikel:

Ein Fehler von Gandalf-Darsteller Ian McKellen führte zu einem der ikonischsten "Herr der Ringe"-Sätze

Ein ähnlicher Artikel ist zuvor bereits bei unseren Kolleg*innen von 3Djuegos.com erschienen.

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