Heute Abend streamen: Die hochspannende Fortsetzung zu einem der besten Thriller des 21. Jahrhunderts
Oliver Kube
Oliver Kube
-Freier Autor & Kritiker
Das Schulfach Französisch hätte Oliver Kube um ein Haar das Abitur gekostet. Dennoch liebt er das so vielfältige und facettenreiche Kino unseres Nachbarlandes – von François Truffaut und Jean-Luc Godard bis Céline Sciamma, Jacques Audiard, Gaspar Noé oder Quentin Dupieux.

Für FILMSTARTS-Autor Oliver Kube zählt „Die purpurnen Flüsse“ zu den herausragenden Spannungsfilmen der letzten 25 Jahre. Als unseren heutigen Streaming-Tipp empfiehlt er euch das mit u. a. Jean Reno hochkarätig besetzte Sequel. Seid ihr dabei?

Die purpurnen Flüsse 2 - Die Engel der Apokalypse“ könnt ihr für ein paar wenige Euro bei Anbietern wie Amazon Prime Video, Apple TV oder dem Sky Store als Video-on-Demand streamen. Alternativ ist der FSK-16-Titel auch als Blu-ray und DVD* zu haben:

Falls ihr Amazon-Prime-Kund*in sein solltet, könnt ihr den Reißer unter dem obigen Link übrigens ganz ohne Aufpreis streamen*. Dazu müsst ihr euch lediglich für den 7-tägigen Gratis-Test des MovieCult-Channels anmelden. Sofern ihr nicht wieder stornieren wollt, werden nach Ablauf des Probezeitraums 3,99 Euro pro Monat fällig.

Hanebüchen, aber sauspannend

Ihr kennt das sicher: Ihr schaut einen Film und die Story ist so packend, das Szenario wirkt so authentisch, dass ihr im Laufe der Zeit gedanklich und emotional immer tiefer in das Geschehen einsteigt. Und auch wenn der Abspann längst zum Ende gekommen ist, denkt ihr noch lange über das Gesehene nach. Genau so erging es mir, als ich im Frühling 2001 „Die purpurnen Flüsse“ im Kino sah. Für mich zählt das Werk von „Hass“-Regisseur Mathieu Kassovitz mit dem brillanten Jean Reno („Léon - Der Profi“) bis heute zu den besten Thrillern, die seit der Jahrtausendwende veröffentlicht wurden.

Erfreulicherweise war der Streifen aus Frankreich ein globaler Erfolg, sodass es drei Jahre später einen weiteren Fall mit Reno in seiner Ermittlerrolle geben konnte. Anstelle von Vincent Cassel („Black Swan“) stand er dieses Mal mit dem kaum weniger talentierten Benoît Magimel aus „Die Klavierspielerin“ vor der Kamera. Auch auf dem Regiestuhl und auf der Position des Drehbuchautors gab es Umbesetzungen. Die Inszenierung übernahm Olivier Dahan („La Vie En Rose“), während „Léon - Der Profi“- und „Das fünfte Element“-Mastermind Luc Besson das Skript lieferte. Vor allem Letzteres merkt man der Geschichte recht schnell an.

Ist auch mit einem wichtigen Part dabei: Schauspiellegende Christopher Lee. Tobis
Ist auch mit einem wichtigen Part dabei: Schauspiellegende Christopher Lee.

Während es Dahan gelingt, die düster-bedrohliche, streckenweise zum Erschauern kalte Atmosphäre des Vorgängers linear weiterzuführen, ist die mit okkulten und übernatürlichen Themen spielende Story richtig abgefahren. Dank seiner eigenen Regiewerke wissen wir, dass Besson zu bizarren Ausreißern neigt und es mit der Logik nicht immer allzu ernst nimmt. Wenn es der Spannung dient, interessiert den Pariser wenig, ob einzelne Figuren oder ihre Handlungen durchgehend stimmig erscheinen.

Wie unser Autor Carsten Baumgardt in der FILMSTARTS-Kritik analysiert, funktioniert dieser Spagat tatsächlich. „Die purpurnen Flüsse 2“ ist so mitreißend, dass man gar nicht dazu kommt, über Sinn oder Unsinn einzelner Elemente nachzudenken. Actionlastige Verfolgungsjagden in allen Variationen wie etwa durch Klöster, über Straßen und Tunnelsysteme oder auch mal in der harschen Natur der Vogesen halten die Charaktere und damit den Film konstant in Bewegung. So fällt es leicht, die Ungereimtheiten und hanebüchenen Zufälle zu schlucken.

„Die purpurnen Flüsse 2“ ist längst nicht so hochklassig wie Teil 1, unterhält aber immer noch prächtig. Schaut ruhig mal rein und überzeugt euch selbst. Falls ihr zuvor den Erstling nachholen oder noch einmal schauen wollt, könnt ihr ihn für ein paar wenige Euro bei den üblichen Anbietern als Video-on-Demand streamen. Bei Amazon Prime Video ist der Film derzeit für alle Abonnent*innen sogar im Flatrate-Programm enthalten:

Darum geht's in "Die purpurnen Flüsse 2"

Als die im Montanistenkloster Labaudieu in Lothringen lebenden Ordensbrüder dort ein großes Kreuz aufhängen wollen, beginnt Blut aus der Mauer zu fließen. Der umgehend an den Ort des Geschehens gerufene Kommissar Niemans (Jean Reno) kann das vermeintliche Wunder jedoch schnell auflösen: Hinter genau dieser Wand wurde ein Mann lebendigen Leibes eingemauert.

Gleichzeitig ermittelt Niemans ehemaliger Polizeischüler Reda (Benoît Magimel) an einem Ritualmord – ebenfalls sehr nah an der Grenze nach Deutschland. Als ihre jeweilige Spurensuche die beiden Beamten zusammenführt, beschließen sie, die Vorfälle gemeinsam zu untersuchen.

Unterstützt werden sie dabei von der Religionswissenschaftlerin Marie (Camille Natta), denn eine zwölfköpfige Gruppe um einen Mann, der sich Jesus (Augustin Legrand) nennt, wird offenbar systematisch einer nach dem anderen ermordet – von Gestalten, die in schwarze Mönchskutten gehüllt sind …

Im folgenden Artikel geht es um ein brandaktuelles, im Trailer sehr vielversprechend aussehendes Thriller-Drama:

Trailer zu "Dreams" mit Jessica Chastain; Verstörend wie ein Film von "Funny Games"-Macher Michael Haneke – nur deutlich prickelnder!

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