2008 war ein einschneidendes Hollywood-Jahr – schließlich erschienen recht nah beieinander „The Dark Knight“ und „Iron Man“: Zwei Filme, die den Kino-Mainstream nachhaltig veränderten. Der „meiste“ Film des Kino-Sommers 2008 war aber „Tropic Thunder“!
In nicht einmal 120 Minuten Laufzeit quetscht Hauptdarsteller, Co-Autor und Regisseur Ben Stiller eine schonungslose Satire über Hollywood-Egos und schmierige Studiobosse, eine schnippisch-schräge Komödie über völlig verpeilte Schauspieler, saukomische Fake-Trailer und explosive Vietnam-Action, die gleichzeitig veritables Krawallkino und zielsichere Persiflage auf das Genre des Vietnam-Kriegsfilm darstellt. RTL Zwei zeigt „Tropic Thunder“ heute, am 31. Januar 2026, ab 20.15 Uhr – und wir raten vom Einschalten ab.
Denn zum Reiz der provokanten, energiegeladenen und actionreichen Komödie gehört ihr Hang zur maßlosen Übertreibung – auch hinsichtlich der Gewalt. Das brachte ihr eine FSK-Freigabe ab 16 Jahren ein, sodass sie im Free-TV erst ab 22 Uhr ungeschnitten gezeigt werden darf. RTL 2 wiederholt „Tropic Thunder“ in der Nacht auf den 1. Februar uncut ab 1.35 Uhr. Oder ihr schaut euch den Comedy-Blockbuster flexibel und ungekürzt im Streaming an, etwa bei Paramount+:
Übrigens: Es gibt die Möglichkeit, Paramount+ als Prime Video Channel* zu beziehen. Außerdem ist „Tropic Thunder“ im Abo des Sky-Streamingdienstes WOW* enthalten sowie bei Filmtastic* abrufbar. Alternativ könnt ihr die irre Komödie als VOD leihen und kaufen, beispielsweise via Amazon Prime Video*.
Darum geht es in "Tropic Thunder"
Die Karriere des Actionstars Tugg Speedman (Ben Stiller) ist ins Straucheln geraten. Das ambitionierte, um Oscars buhlende Vietnamepos „Tropic Thunder“ sollte alles ins Lot bringen, doch stattdessen bringt es ihm nur noch mehr Negativpresse ein: Drehplan sowie Budget wurden gewaltig überzogen, und neben Tuggs Starallüren sorgen die Eskapaden seiner Ko-Stars für Chaos.
So ließ sich Method Actor Kirk Lazarus (Robert Downey Jr.) in einer kontroversen Prozedur chirurgisch schwarz färben, um „authentisch“ die Rolle eines afroamerikanischen Soldaten spielen zu können. Und der für seine vulgären, tumben Komödien bekannte Jeff Portnoy (Jack Black) wirkt nicht nur völlig fehl am Platz, er bringt mit seiner Drogensucht andauernd den Dreh in Gefahr.
Regisseur Damien Cockburn (Steve Coogan) ist verzweifelt, Studioboss und Ekelproduzent Les Grossman (Tom Cruise unter massig Effektschminke) ist noch wütender als sonst. Da hat der Autor Four Leaf Tayback (Nick Nolte) die rettende Idee: Wie wäre es, wenn man den anstrengenden, „verweichlichten“ Cast im Dschungel aussetzt, wo er für den Rest des Drehs von versteckten Kameras verfolgt wird?! Cockburn ist begeistert – doch aus der Fake-Dschungelmission im Doku-Stil wird in Windeseile ein waschechtes Survival-Abenteuer, das in einen regelrechten Krieg mit einer vietnamesischen Drogenbande mündet...
In diesem Film wird es wahr: Viel hilft viel!
Zum „Tropic Thunder“-Cast gehören außerdem „Beim ersten Mal“-Nebendarsteller Jay Baruchel als verschüchterter Nebendarsteller, Komiker Brandon T. Jackson als ständig seine Werbepartner ins Bild schummelnder Rapper, „Halloween Ends“-Autor Danny McBride als manischer Pyrotechniker, Matthew McConaughey als begriffsstutziger Promimanager, Bill Hader als Tom Cruises rechte Hand sowie „Fluch der Karibik 3“-Fiesling Reggie Lee als Mitglied der exzentrischen Drogenbande. Hinzu kommen kleine, gut platzierte Cameo-Auftritte.
Diese Fülle an wiedererkennbaren Gesichtern wird in „Tropic Thunder“ durch eine Fülle an Gags überboten, die vollauf dem Motto folgen: „Alles kann, nichts muss!“ Und gewiss: Im Zuge dieses Pointen-Dauerfeuers hauen Stiller und seine Co-Autoren Etan Cohen („Idiocracy“) und Justin Theroux („Iron Man 2“) eine Handvoll an irritierenden Querschüssen und Rohrkrepierern raus.
Doch es gehört irgendwie zum Gesamtkonzept, dass diese exzessive Satire auf Hollywood-Exzess und megalomanische Egos ruhelos um sich schießt. Dieser Film würde als ruhig abwartender, taktischer Comedy-Sniper nicht überzeugen: Er muss wie ein „Rambo 2“-Abklatsch, bei dem der Großteil des Budgets für Pyro draufging, durch den Dschungel der Showbiz-Macken stapfen und wild um sich ballern.
Dass das mit wuchtig-feurigen Actioneinlagen einhergeht? Irre! Dass das Robert Downey Jr. zu einer Rolle bewegt, die er heute wohl nicht mehr annehmen würde? Gewagt, aber komisch! Dass das einen damals im Image-Tief festsitzenden Cruise dazu bringt, im schmierigen Look cholerische Produzenten wie Scott Rudin und Ekel wie Harvey Weinstein zu parodieren, und sich durch eine der coolsten Abspannszenen der 2000er zu tanzen? Sensationell!
„Tropic Thunder“ brachte aber auch den „Iron Man“-Star zum Tanzen – was er rückblickend bitter bereut. Mehr dazu erfahrt ihr im folgenden Artikel:
"Furchtbar, schrecklich, deprimierend": Diese Erfahrung hat "Iron Man"-Star Robert Downey Jr. so richtig gehasstDies ist eine aktualisierte Wiederveröffentlichung eines bereits auf FILMSTARTS erschienenen Artikels.
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