Spoiler-Warnung: Wir nehmen in diesem Artikel die Ereignisse aus „Bridgerton“ Staffel 4, Teil 1 unter die Lupe – vor allem den Cliffhanger am Ende von Episode 4. In den finalen Momenten der ersten Staffelhälfte unterbreitet Benedict (Luke Thompson) Sophie (Yerin Ha) während eines leidenschaftlichen Moments im Treppenhaus ein Angebot, das sie entsetzt. Er schlägt ihr vor, seine Mätresse zu werden, also seine Geliebte. Benedict ist zwar in Sophie verliebt, aber als Bedienstete kommt sie für ihn als Ehefrau nicht infrage – und außerdem hängt er immer noch der geheimnisvollen Frau in Silber vom Maskenball nach, die er für adelig und somit standesgemäß hält.
Benedict hat nämlich immer noch nicht begriffen, dass die Zofe Sophie Baek und die „silberne Ingénue“ vom Ball ein- und dieselbe Person sind. In der Buchvorlage „Wie verführt man einen Lord?“ gibt es dafür einen einigermaßen nachvollziehbaren Grund – zwischen dem Maskenball und dem erneuten Aufeinandertreffen von Benedict und Sophie, nun als Dienerin, vergehen einige Jahre. Zudem hat sich Sophie im Roman in dieser Zeit die Haare abgeschnitten und an Gewicht verloren. In der Serie gibt es diesen Zeitsprung nicht, dass Benedict Sophie nicht erkennt, ist hier also ein wenig merkwürdig. Aber auch die Mätressen-Szene läuft bei Netflix anders ab!
Mätressen-Frage: Nicht im Treppenhaus, sondern am See
Im Roman von Julia Quinn fragt Benedict Sophie nämlich bereits bei ihrem intimen Aufeinandertreffen am See, ob sie seine Mätresse sein will. In der Serie ist dieser Moment, in dem Sophie Benedict beim Baden überrascht und sie sich anschließend küssen, hingegen ganz und gar der Romantik vorbehalten – die Leichtigkeit der Szene wird nicht durch das infame Angebot überschattet.
Stattdessen kehren die beiden erst einmal nach London zurück und Sophie wird im Haushalt der Bridgertons angestellt. Das alles ändert aber nichts daran, dass Benedict die inzwischen schon berühmt-berüchtigte Mätressen-Frage stellt, die „Bridgerton“-Fans bei X (vormals Twitter) und Reddit in Aufruhr versetzt.
"Empörung ist die absolut richtige Reaktion"
„Ich bin richtig wütend auf Benedict“ ist so u. a. bei X zu lesen, neben Kommentaren wie „Benedict, do bist so dumm“ und „Bist du bereit zu sterben, Benedict Bridgerton?“. Und auch „Bridgerton“-Showrunnerin Jess Brownell weiß, dass Benedict sich hier einen schier unverzeihlichen Fehltritt geleistet hat:
„Er sollte in Sophie mehr sehen als nur ihren gesellschaftlichen Stand. Darauf, dass er in diesem Moment mit so einer Bitte kommt, ist Empörung die absolut richtige Reaktion“, so Brownell. Gegenüber TVLine erklärte die Showrunnerin aber auch weiter, dass Benedict für die Verhältnisse im Regency-Zeitalter nicht ungewöhnlich handle – „in dieser Zeit ist es nicht abwegig, dass Benedict glaubt, die Frage sei richtig.“ Doch der Bridgerton-Spross müsste es ja eigentlich besser wissen, nachdem er Sophie im Cottage so ganz und gar nicht wie eine Angestellte gesehen und behandelt hat. „Benedict macht einen riesigen Fehler“, bekräftigt Brownell.
"Benedict ist nicht so mutig, wie er gern wäre"
Sich zu seiner Liebe zu einer „nicht standesgemäßen“ Frau zu bekennen, kann sich Benedict vorerst also nicht vorstellen. Doch wie kann es sein, dass ein Mann, der sich mit seinem ausschweifenden Lebensstil und seinem Kunst-Interesse bisher sehr weltoffen gezeigt hat und mit seiner Bisexualität auch nicht den damaligen Konventionen entspricht, in Sachen Ehe und Partnerschaft dermaßen traditionell denkt? Auch dazu hat die Showrunnerin eine Meinung:
„Ein großer Teil seiner Progressivität, nicht seine Sexualität betreffend, aber in anderen Bereichen, war vorgetäuscht. Er ist unglaublich privilegiert und hat sich mit diesem Privileg nie wirklich auseinandergesetzt. Er hat das Leben in vollen Zügen genossen, aber nie irgendwas wirklich Beängstigendes getan. […] Tief im Inneren ist Benedict nicht so mutig, wie er gern wäre, weil er sich noch nie wirklich in eine Situation begeben hat, in der er mutig sein musste.“
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Im Trailer zum 2. Teil von "Bridgerton" Staffel 4 gibt es ein Wiedersehen mit zwei Fan-Lieblingen*Bei dem Link zum Angebot von Amazon handelt es sich um einen sogenannten Affiliate-Link. Bei einem Kauf über diesen Link erhalten wir eine Provision.