Dieses gewaltige Hollywood-Epos kennen selbst viele Cineasten gar nicht – jetzt erscheint es zum ersten Mal auf Blu-ray
Daniel Fabian
Daniel Fabian
-Senior-Redakteur
Ob Sammlereditionen aus aller Welt, aktuelle Schnäppchen oder Uncut-Horror – er weiß ganz genau, wie man an die großen Must-Haves kommt.

Wer Epen wie „Ben-Hur“, „Lawrence von Arabien“ und „Die zehn Gebote“ schätzt, sollte unbedingt auch Martin Scorseses absoluten Lieblingsfilm gesehen haben – der in Deutschland nie auf DVD erschienen ist. Doch genau das ändert sich nun.

Hört man von „Filmen, wie man sie heute nicht mehr sieht“, gilt oftmals zunächst abzuwägen, in welchem Kontext eine solche Aussage getroffen wurde. Denn es gibt Fälle, in denen puristische Nostalgiker einfach nur eine „Früher war alles besser“-Debatte anstoßen wollen. Und es gibt Filme, die so heute niemand mehr drehen würde. Oder könnte.

Unter anderem beispielsweise die ultimativen Cinemascope-Epen wie „Ben-Hur“, „Lawrence von Arabien“ oder „Die zehn Gebote“, deren gewaltiger Produktionsaufwand heute kaum vorstellbar oder umsetzbar ist. Auch Land der Pharaonen ist ein Mammutwerk, dessen Größe (trotz deutlich kürzerer Laufzeit) durchaus mit den erwähnten Über-Klassikern vergleichbar ist. Dennoch spricht heute kaum noch jemand von dem Historien-Epos aus dem Jahr 1955 – außer vielleicht Regie-Legende Martin Scorsese:

"Bis heute mein Lieblingsfilm": Martin Scorsese verehrt dieses aufwändige Historien-Epos – obwohl er es nicht einmal besonders gut findet!

Der findet den Streifen zwar nicht herausragend gut, bezeichnet ihn aber dennoch als seinen absoluten Lieblingsfilm.

Umso erstaunlicher: „Das Land der Pharaonen“ ist in Deutschland nie offiziell auf DVD erschienen! Über 70 Jahre ist es her, dass der Film von „Rio Bravo“-Regisseur Howard Hawks auch in die deutschen Kinos kam, bevor später noch eine Auswertung auf VHS folgte. Wer „Das Land der Pharaonen“ in vertretbarer Qualität erleben wollte, musste seitdem aber schon Glück haben – und eine der raren TV-Ausstrahlungen erwischen. Am 26. Februar 2026 ändert sich das nun:

Bei Verleiher PLAION PICTURES hat man sich richtig ins Zeug gelegt, um den Klassiker aus der zweiten Reihe in neuem Glanz erstrahlen zu lassen – und das sogleich im doppelten Sinne.

Einerseits erscheint der Film nämlich im Kombi-Paket bestehend aus DVD und Blu-ray, womit wohl sämtliche bisherigen deutschsprachigen Veröffentlichungen spielerisch in den Schatten gestellt werden dürften. Andererseits zaubert man ein edles Mediabook im zeitlosen Design aus dem Hut, das sich in jedem gut sortierten Historienfilm-Regal ganz hervorragend machen wird.

"Das Land der Pharaonen": Ein Epos über Macht, Tod und Vergänglichkeit

Um sich ein monumentales Denkmal für die Ewigkeit zu setzen, befiehlt der ägyptische Pharao Khufu (Jack Hawkins) den Bau der größten Pyramide der Welt. Er zwingt den gefangenen Baumeister Vashtar (James Robertson Justice) zur Konstruktion, im Gegenzug verspricht er dessen versklavtem Volk die Freiheit.

Während Khufu von seinen Untertanen massenweise Arbeitskräfte einfordert, entsendet das tributunfähige Zypern die Prinzessin Nellifer (Joan Collins) als Ersatzleistung. Beeindruckt von ihrer Erscheinung, erhebt der Pharao sie zu seiner zweiten Gemahlin. Doch Nellifer verfolgt einen finsteren Plan: Getrieben von Gier plant sie die Ermordung Khufus, um sich sowohl seinen Thron als auch seine immensen Schätze anzueignen.

Land der Pharaonen
Land der Pharaonen
Starttermin 23. September 1955 | 1 Std. 46 Min.
Von Howard Hawks
Mit Jack Hawkins, Joan Collins, James Robertson Justice
User-Wertung
2,9

Nicht nur (natürlich) noch auf Zelluloid, sondern auch mit der erwähnten, damals revolutionären Cinemascope-Technologie sowie an gewaltigen Sets und eindrucksvollen Drehorten in Ägypten gedreht, bietet „Das Land der Pharaonen“ nicht zuletzt auf visueller Ebene große Schauwerte – weswegen das nun ins Haus stehende Heimkino-Upgrade auch besonders erfreulich ist.

Zudem standen neben „Ben-Hur“-Darsteller Jack Hawkins und Hollywood-Ikone Joan Collins („Der Denver-Clan“) tagtäglich zwischen 3.000 (!) und 10.000 (!!) Statisten vor der Kamera, was dem Film trotz seiner Laufzeit von gerade mal knapp 100 Minuten eine wahrhaft epische Dimension verleiht.

Die unter anderem von Nobelpreisgewinner William Faulkner entwickelte Story mag zwar fiktiv sein (weswegen der Film in Ägypten seinerzeit auch verboten wurde), ist am Ende aber immerhin ganz unterhaltsam geraten. Wer großen Wert auf historische Akkuratesse legt, dürfte hier aber wohl nur bedingt glücklich werden.

Im Übrigen feiert demnächst „Ben Hur“ seine 4K-Premiere. Die ersten Details dazu könnt ihr an anderer Stelle nachlesen:

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