Neu auf Netflix: Ein außergewöhnlicher Serienkiller-Thriller – umso schockierender, da er auf wahren Begebenheiten beruht!
Sophia Foertsch
Sophia Foertsch
-Freie Autorin
Sophia ist Filmkritikerin und freie Journalistin mit Leib und Seele. Filme sind ihre Schokolade und der Kinobesuch ihr Kurzurlaub. Ihr liebster Arbeitsort ist natürlich der Kinosaal. Sie liebt Historienepen und Filme nach wahrer Begebenheit, kann aber auch jedem anderen Genre etwas abgewinnen.

Anna Kendricks Regiedebüt „The Dating Game Killer“ basiert auf der wahren Geschichte des Serienmörders Rodney Alcala. Der Film beleuchtet die Abgründe menschlicher Natur. Jetzt neu im Programm auf Netflix!

Anna Kendrick („Pitch Perfect“, „The Accountant“), bekannt für ihre vielseitigen Darstellungen vor der Kamera, lieferte mit ihrem Regiedebüt „The Dating Game Killer“ (im Original „Woman Of The Hour“) ein fesselndes Drama ab, das auf den schockierenden, leider wahren Begebenheiten rund um den Serienmörder Rodney Alcala basiert.

Der Thriller bietet einen beunruhigenden Einblick in die manipulativen Methoden eines Täters und die damit verbundene Verwundbarkeit seiner Opfer. Ab sofort ist „The Dating Game Killer“ Teil des Programms von Netflix.

Wer dort kein Abo hat, kann sich den Film als Blu-ray/DVD* zulegen beziehungsweise ihn als Video-on-Demand kaufen oder leihen.

Das ist "The Dating Game Killer":

Im Zentrum der Handlung steht die junge Schauspielerin Cheryl Bradshaw (Anna Kendrick), die 1978 in L.A. an der beliebten Dating-Show „The Dating Game“ teilnimmt. Was als harmlose Suche nach Liebe beginnt, nimmt eine düstere Wendung, als sie Kandidat Nummer 3, Rodney Alcala (Daniel Zovatto), kennenlernt. Dem Publikum der Dating-Show und auch Cheryl selbst bleiben die dunklen Abgründe hinter Alcalas charmanter Fassade verborgen. Doch die Zusehenden wissen von Anfang an, dass Alcala ein Serienmörder ist, was die Spannung des Films unerträglich macht.

Wird Cheryl die Begegnung mit Alcara überleben? Ein großer Pluspunkt des Thrillers ist, dass genau diese Frage, die den Spannungsbogen aufbaut, bis zur letzten Minute aufrechterhalten wird – die Intensität bricht weder ab, noch wird sie unnötig in die Länge gezogen. Eine weitere Stärke von „The Dating Game Killer“ liegt in seiner Authentizität, die durch die Verankerung in der wahren Geschichte noch verstärkt wird.

Anna Kendrick gelingt es meisterhaft, die beklemmende Atmosphäre der späten 1970er einzufangen und gleichzeitig subtile Signale zu vermitteln, die auf Alcalas wahre Natur hindeuten. Der Thriller verzichtet auf explizite Gewaltdarstellungen, was ihn nicht weniger verstörend macht. Stattdessen deutet er die Brutalität von Alcalas Handlungen nur an – und konzentriert sich auf die psychologische Manipulation sowie das allmähliche Erkennen der Gefahr. Besonders bemerkenswert ist die Darstellung von Daniel Zovatto als Rodney Alcala, der die ambivalente Natur des Täters (einnehmend und abstoßend zugleich) eindringlich verkörpert.

Die reale Tragödie hinter der Fassade

Die wahre Geschichte von Rodney Alcala ist noch viel erschreckender als der Film es andeutet. Im Film wird sich hauptsächlich auf den Fernsehauftritt in der Dating-Show konzentriert. In der Realität war das Ausmaß an Alcaras Taten noch viel schlimmer: Rodney Alcala wurde Ende der 1970er wegen Mordes an einer 12-Jährigen verhaftet und zum Tode verurteilt – später wurde das Urteil jedoch wieder annulliert.

Es folgten über Jahrzehnte hinweg langwierige Untersuchungen und etliche Verhandlungen, bis es später auch zu einer entgültigen Verurteilung zum Tode kam. Das Gericht konnte Rodney Alcala für die Morde an mindestens sieben Frauen und einem Mädchen zwischen 1971 und 1979 in New York, Kalifornien und Wyoming verurteilen. Die genaue Opferzahl ist bis heute unbekannt. Ermittler*innen vermuten jedoch, dass er für den Tod von über 100 Menschen verantwortlich sein könnte. Die Polizei fand bei Alcala hunderte Fotografien junger Frauen und Mädchen – viele davon in sexuellen oder demütigenden Posen. Er starb 2021 im Alter von 77 Jahren im Gefängnis in New York eines natürlichen Todes.

Anna Kendrick als Cheryl neben Serienkiller Rodney Alcala (Daniel Zovatto). Netflix / Eurovideo
Anna Kendrick als Cheryl neben Serienkiller Rodney Alcala (Daniel Zovatto).

Die Darstellung von Alcala im Film

Die Opfer und Gewaltverbrechen werden im Film in kurzen, oft erschütternden Rückblenden gezeigt, um die potenzielle Gefahr zu unterstreichen, die von Alcala ausging. Zudem ist es die Art und Weise, wie er in der Show auftritt – seine seltsamen, unpassenden Witze und sein leicht unheimliches Lächeln – das ihn im Nachhinein so merkwürdig erscheinen lässt.

Spannend: Anders als im Film gab es zwischen der echten Cheryl und Alcala kein Date mehr. Die BBC schrieb in einem Artikel, dass Bradshaw sich später dagegen entschied. Diese Entscheidung traf sie nach einem Gespräch mit ihm hinter der Bühne, in dem sie ihn als „gruselig“ empfand.

The Dating Game Killer
The Dating Game Killer
Starttermin 14. November 2024 | 1 Std. 35 Min.
Von Anna Kendrick
Mit Anna Kendrick, Tony Hale, Jedidiah Goodacre
User-Wertung
3,2

„The Dating Game Killer“ verzichtet auf unnötige Spekulationen über die genauen Motive Alcalas, sondern konzentriert sich eher auf die atmosphärische Darstellung der Bedrohung und die Verwundbarkeit der Menschen, die mit ihm in Kontakt kamen. Diese subtile Herangehensweise verstärkt die Beklemmung und lässt das Publikum die latente Gefahr, die Alcala darstellte, noch intensiver spüren. Die Tatsache, dass er trotz seiner offensichtlichen Merkwürdigkeiten in einer landesweit ausgestrahlten Sendung auftreten konnte, unterstreicht die gesellschaftliche Naivität und die mangelnden Sicherheitsprotokolle der damaligen Zeit (es gab keinen Background-Check im Vorfeld der Show).

Eine absolute Empfehlung

„The Dating Game Killer“ ist ganz klar eine Empfehlung für alle, die psychologische Thriller und Dramen auf Basis wahrer Begebenheiten schätzen. Wer eine oberflächliche Dating-Show-Komödie erwartet, wird hier eines Besseren belehrt. Kendrick beweist ein sicheres Gespür für die Inszenierung und schafft es, eine konstante Spannung aufrechtzuerhalten – selbst wenn man als Zuschauende bereits um das Schicksal einiger Beteiligten weiß.

„The Dating Game Killer“ ist keine leichte Kost und hinterlässt nach dem Abspann mit Sicherheit ein mulmiges Gefühl in der Magengrube. Anna Kendrick brilliert indes hier nicht nur als Schauspielerin. Sie hat mit ihrem Regiedebüt bewiesen, dass sie auch hinter der Kamera ein Talent ist – und mehr kann als nur Comedy und Gesang, wie etwa in „Pitch Perfect“.

Anna Kendrick könnt ihr bald übrigens auch in einer Thriller-Serie erleben. im folgenden Artikel gibt's alle bisher bekannten Infos:

"Stirb langsam" im Serienformat? In dieser neuen Thriller-Serie müssen zwei Hollywood-Stars die US-Botschaft retten

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Dies ist eine aktualisierte Wiederveröffentlichung eines bereits auf FILMSTARTS erschienenen Artikels.

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