Piraten-Kult-Abenteuer wird zur Serie – da machen sogar zwei Streaming-Konkurrenten gemeinsame Sache
Björn Becher
Björn Becher
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Seit mehr als 20 Jahren schreibt Björn Becher über Filme und Serien. Hier bei FILMSTARTS.de kümmert er sich um "Star Wars" - aber auch um alles, was gerade im Kino auf der großen Leinwand läuft.

Es ist eine der meistverfilmten Geschichten überhaupt, doch es gibt immer wieder Wege, sie neu zu erzählen. Jetzt haben sich sogar zwei Streamingkonkurrenten für eine neue Serie zusammengeschlossen.

Disney und seine verbundenen Unternehmen

Neben „Der seltsame Fall des Dr. Jekyll und Mr. Hyde“ ist „Die Schatzinsel“ wohl das berühmteste Werk des schottischen Autors Robert Louis Stevenson.  Über zwanzig Adaptionen gibt es bereits für Film und Fernsehen. Doch das sind nicht genug – zumindest für die Streamingdienste Paramount+ und MGM+. Gemeinsam arbeiten sie jetzt an einer neuen „Treasure Island“-Serie.

Die Dreharbeiten laufen bereits und vor der Kamera stehen hochkarätige Stars wie David Oyelowo, Jack Huston und Marvel-Heldin Hayley Atwell.

"Treasure Island": Ein Abenteuer, das die Piraten-Mythologie prägte

Der erstmals 1883 veröffentlichte Roman erzählt die Geschichte des jungen Jim Hawkins, der eine Schatzkarte findet und zusammen mit zwielichtigen Gestalten, darunter dem berüchtigten Piraten Long John Silver, auf eine gefährliche Seereise aufbricht.

Stevensons Geschichte gilt als einer der größten Abenteuerromane aller Zeiten. Viele der heute typischen Piraten-Elemente – von Schatzkarten mit kreuzmarkierten X bis hin zu Einbeinigen mit Papageien – fußen auf diesem Buch, das also maßgeblich bis heute die Popkultur rund um Piraten geprägt hat. Wie das Originalwerk soll auch die neue Serie aber nicht nur diesen Aspekt bieten, sondern auch eine klassische Coming-of-Age-Erzählung um einen Jungen sein, der schnell erwachsen werden muss, wenn er den neuen Gefahren trotzen will.

Rollen der Stars zeigen: Es wird eine moderne Adaption mit Änderungen

Mit der Bekanntgabe des Projekts wurde nicht nur enthüllt, dass Selma“-Star David Oyelowo den Piraten Long John Silver und Jungschauspieler Tom Sweet („Große Erwartungen“) Jim Hawkins verkörpern wird. Im Mittelpunkt stehen auch noch Hayley Atwell („Agent Carter“) als Jims Mutter Bess sowie Jack Huston („Boardwalk Empire“) als ein charmanter, aber undurchsichtiger britischer Agent namens Aaron Graham.

Das zeigt, dass man den Stoff auch einigen Veränderungen unterzieht. Im Roman spielt Jims Mutter nur eine kleine Rolle zu Beginn, hier ist sie wohl Teil des kompletten Abenteuers. Der britische Agent Graham ist derweil eine komplett neue Figur, die wohl als Widersacher zu Long John Silver fungieren wird.

Ein Stoff, der immer wieder neu erzählt wird

Dass man etwas ändern will, liegt auf der Hand. Schließlich gehört „Treasure Island“, wie anfangs schon gesagt, zu den meistverfilmten literarischen Werken überhaupt. Seit dem frühen 20. Jahrhundert brachte das Buch Dutzende Film- und TV-Adaptionen hervor – von Stummfilmen über die legendäre Disney-Variante aus den 1950er-Jahren (siehe unser Artikelbild) bis hin zu mehreren TV-Produktionen großer Sender, darunter eine BBC-Version aus den 1970er-Jahren und eine britische Miniserie von 2012 mit Eddie Izzard als Long John Silver. Auch kreativere Neuinterpretationen wie eine „Muppets“-Variante gibt es.

Da wollen sich der für die neue Serie verantwortliche Schöpfer Robert Murphy („Vera“) und die Regisseure Jeremy Lovering („Slow Horses“), William McGregor („The Buccaneers“) und Paul Walker („Shameless“) sicher abheben.

Zwei Konkurrenten ziehen an einem Strang

Dass die Serie ein größeres Unterfangen wird, zeigt sich schon dadurch, dass hier nicht ein Streamingdienst dahinter steht, sondern zwei eigentliche Konkurrenten gemeinsame Sache machen: Paramount+ und der zu Amazon gehörende Anbieter MGM+. Der Deal sieht vor, dass Paramount+ die neue Serie in Großbritannien und Irland veröffentlichen wird, während MGM+ sie in den USA herausbringt. Für den Rest der Welt wird man separate Distributionsverträge schließen. In Deutschland könnte „Treasure Island“ also sowohl bei einem der beiden Dienste aber auch gänzlich woanders erscheinen.

Mit einer Veröffentlichung ist wohl 2027 zu rechnen. Übrigens ist auch ein „Game Of Thrones“-Kinofilm in Arbeit. Mehr dazu gibt es im folgenden Artikel:

"Game Of Thrones"-Kinofilm soll kommen – so gigantisch wie "Dune" und von einem "Andor"-Macher

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