Vergessenes Piraten-Abenteuer: Ihr kennt zahlreiche Filme mit diesen Disney-Stars, aber den sicher noch nicht – jetzt neu im Heimkino
Sidney Schering
Sidney Schering
-Freier Autor und Kritiker
Hisst die Flaggen und trinkt aus Piraten, Yo-Ho: Sidney liebt das „Pirates Of The Caribbean“-Franchise! Dabei wird er nicht müde, Leute daran zu erinnern, dass die Welt von „Fluch der Karibik“ mehr zu bieten hat als ihren kultig-torkelnden Publikumsliebling.

Wer Piratenfilme liebt, kann wieder im Heimkino zuschlagen: Der farbenfrohe, von Abenteuerromantik durchzogene Hochsee-Eskapismus „Die Piratenbraut“ teilt sich seinen deutschen Titel mit einem legendären Flop – und bietet sogleich zwei Disney-Ikonen!

Das lebensfrohe New Orleans, die abenteuerlich-verlockende Karibik, feucht-fröhlicher Gesang und eine wilde Ansammlung an gefährlichen, gerissenen oder galanten Piraten: Wer Themenparks liebt, bekommt bei diesen Worten Herzflattern! Denn das sind die Bestandteile einer der beliebtesten Attraktionen der Disney-Geschichte (und der Vorlage einer genialen Filmreihe): „Pirates Of The Caribbean“!

Doch Walt Disney, Marc Davis und die weiteren Kreativköpfe hinter dem ikonischen Fahrgeschäft waren nicht die Ersten, die diese Elemente verwoben haben. Unter anderem lud schon 1950, 17 Jahre vor Eröffnung der „Pirates Of The Caribbean“-Ur-Variante, eine musikalisch-romantische Abenteuerkomödie zu einer farbenprächtigen Reise. Nun kehrte sie ins Heimkino zurück: Diese Woche hat „Die Piratenbraut“ eine Neuauflage auf DVD und Blu-ray erhalten!

Aber Achtung, Verwechslungsgefahr! Bei diesem Piraten-Abenteuer namens „Die Piratenbraut“ handelt es sich nicht um den berüchtigten Misserfolg von „Stirb langsam 2“-Regisseur Renny Harlin. Der hört zwar auf denselben Titel, stammt aber aus dem Jahr 1995, setzt auf „Thelma & Louise“-Star Geena Davis in der Hauptrolle und ist besser als sein grausiger Ruf. Weshalb? Das erfahrt ihr im folgenden Artikel:

Ein Muss für "Fluch der Karibik"-Fans: Dieses rasante Action-Abenteuer verdient mehr Liebe – jetzt neu im Heimkino!

„Die Piratenbraut“ von 1950 fällt derweil in die Sparte „Er hat es nicht verdient, derart unbekannt zu sein“: Der Film dreht sich um den Gentleman-Piratenkapitän Frederic Baptiste (Philip Friend), der als „Robin Hood der Meere“ berühmt ist und sich in die gewiefte Sängerin Deborah McCoy (Yvonne De Carlo) verliebt. Die kommt hinter seine Doppelidentität und wird daher zu einer Schlüsselfigur im Kampf um die Vorherrschaft über die Karibik – all das leichtfüßig erzählt in unter 80 Minuten!

Damit keine Missverständnisse aufkommen: Regisseur Frederick de Cordova hat kein verkanntes Meisterwerk geschaffen, und auch keinen Film, dem ich Genre-Neulingen als Einstieg empfehlen würde. „Die Piratenbraut“ ist weder besonders spektakulär, noch wegweisend. Doch es ist ein für Genrefans verflixt unterhaltsamer, zügig erzählter und stimmiger Mischmasch aus Abenteuer, Romantik, Musik und Humor!

Von Eva Perón zelebriert: Bunte, schmucke Mode und Disney-Ikonen

Die Autoren Joseph Hoffman & Harold Shumate vereinen, nach einer Storyidee von Samuel R. Golding & Joe May, die genannten Versatzstücke auf schnippisch-leichtgängige Weise: Ihr Skript ist einfache, pfiffige B-Ware. Es macht großen Spaß, dabei zuzuschauen, wie sich die nicht für den Fechtkampf geeignete Deborah McCoy durch taktische Rückzüge, kluge Verstecke, verbale Schlagfertigkeit und betörenden Gesang zum Erfolg manövriert!

Zudem kostet „Duell in Diablo“- und „König der Piraten“-Kostümbildnerin Yvonne Wood sichtbar die Möglichkeiten aus, die mit einem wenig um historische Genauigkeit bemühten Technicolor-Piratenspaß einhergehen: Ihre Kleider, Gewänder, Blusen und schnittigen Hosen sind farbenfroh, verspielt und neckisch-formschmeichelnd.

Kostümbildnerin Yvonne Wood schuf Garderobe, die sich an ihre Stars schmiegt Universal Pictures Home Entertainment
Kostümbildnerin Yvonne Wood schuf Garderobe, die sich an ihre Stars schmiegt

Vielleicht auch daher bezeichnete die argentinische First Lady Eva Perón „Die Piratenbraut“ als ihren Lieblingsfilm mit der von ihr sehr geschätzten Yvonne De Carlo! Neben De Carlo unterhält ebenso der Cast am Rand des Geschehens, wie etwa die genüsslich-dick auftragenden Schurkendarsteller. Besonders denkwürdig ist aber Elsa Lanchester als Deborah McCoys selbstbewusste Mentorin:

Lanchester wurde durch ihre prägnante Performance der Titelfigur in „Frankensteins Braut“ zur Grusel-Stilikone und begeisterte später im meisterhaften Gerichtsthriller „Zeugin der Anklage“ sowie in mehreren Disney-Klassikern – etwa in „Mary Poppins“ und der von Quentin Tarantino gefeierten Krimikomödie „Alles für die Katz“. Und neben Lanchester spielt eine weitere Disney-Größe in „Die Piratenbraut“ mit:

Die vor allem als Trickfilmstimme berühmte Verna Felton prägte die Disney-Historie durch ihre Leistungen in „Dumbo“, „Cinderella“, „Alice im Wunderland“, „Susi und Strolch“, „Dornröschen“ und „Das Dschungelbuch“. In „Die Piratenbraut“ mischt sie sich unterdessen in eine Partyszene.

De Carlo und „Die Piratenbraut“-Nebendarsteller Douglass Dumbrille gehören wiederum zur Besetzung eines Monumentalfilms, der Kinogeschichte geschrieben hat – und kürzlich eine 4K-Neuauflage im Heimkino spendiert bekam. Mehr über das Epos biblischen Ausmaßes erfahrt ihr im folgenden Artikel:

Dieses 4-Stunden-Epos sollten wirklich alle Filmfans kennen: Jetzt kommt es in bestmöglicher Form ins Heimkino zurück!

*Bei den Links zum Angebot von Amazon handelt es sich um sogenannte Affiliate-Links. Bei einem Kauf über diese Links oder beim Abschluss eines Abos erhalten wir eine Provision. Auf den Preis hat das keinerlei Auswirkung.

facebook Tweet
Ähnliche Nachrichten
Das könnte dich auch interessieren