Die Fox Animation Studios wurden Mitte der 1990er-Jahre von 20th Century Fox gegründet, um im boomenden Zeichentrick-Markt mit Studios wie Disney konkurrieren zu können. Als erstes großes Projekt entstand der Animationsfilm „Anastasia“ (1997), der sich weltweit als solider Erfolg erwies und zeigte, dass Fox auch im Animationsbereich mithalten konnte. Gerade einmal zwei Filme später mussten die Fox Animation Studios jedoch schon wieder dichtmachen – und schuld daran war ein spektakulärer Flop, in dem u.a. Matt Damon mitmischte: „Titan A.E.“ (2000).
Ursprünglich war „Titan A.E.“ als Live-Action-Blockbuster geplant, wurde aber aus Kostengründen zu einem Animationsfilm umgestaltet. Die Regie wurde Don Bluth und Gary Goldman überantwortet, die für Fox Animation bereits „Anastasia“ sowie das Direct-to-Video-Spin-off „Bartok der Großartige“ inszeniert hatten.
Matt Damon lieh der Hauptfigur Cale Tucker seine Stimme, einem jungen Abenteurer, der nach der Zerstörung der Erde durch eine außerirdische Spezies zum Schlüssel für das Fortbestehen der Menschheit wird. Gemeinsam mit einer zusammengewürfelten Crew begibt er sich auf die Suche nach dem legendären Raumschiff Titan, das als letzte Hoffnung gilt, eine neue Heimat für die Überlebenden zu schaffen. Dabei geraten sie in Konflikt mit der außerirdischen Spezies Drej, die das Schiff ebenfalls unbedingt in ihre Hände bekommen will.
Damon war dabei bereits zu einem frühen Zeitpunkt in das Projekt involviert: Nachdem er mit „Good Will Hunting“ seinen internationalen Durchbruch hatte, sollte „Titan A.E.“ seine erste Blockbuster-Hauptrolle werden. Obwohl das Sci-Fi-Abenteuer schnell zum gezeichneten Film umfunktioniert wurde, blieb der spätere Jason-Bourne-Darsteller an Bord. In einem Interview mit Variety gab er 1997 zu Protokoll:
„Es ist eine gewagte Geschichte. Die Bildwelten wären in einer Realverfilmung zu teuer umzusetzen. Dadurch wird sich dieser Film abheben, denn die Besetzung umfasst nicht nur Menschen, sondern auch Außerirdische. Und die Gruppe von Schauspielern, die wir zusammengestellt haben, gehört zu den besten, die je für einen Animationsfilm versammelt wurden.“ Neben Matt Damon übernahmen auch Stars wie Drew Barrymore („3 Engel für Charlie“), Bill Pullman („Independence Day“), Nathan Lane („Mäusejagd“), John Leguizamo („Super Mario Bros.“) und Ron Perlman („Hellboy“) Sprechrollen.
"Titan A.E." wurde zum Flop mit Konsequenzen
All das hat am Ende nicht viel geholfen: Die Kritiken fielen durchwachsen aus – viel schwerer wog allerdings, dass sich der Film als absolute Box-Office-Katastrophe erwies. Einem geschätzten Budget zwischen 75 und 90 Millionen US-Dollar stand ein weltweites Einspielergebnis von 36,8 Millionen gegenüber. Die Fox Animations Studios wurden daraufhin offiziell geschlossen.
Besonders tragisch: „Titan A.E.“ markierte auch das Ende der Karriere von Don Bluth, der mit Klassikern wie „Feivel, der Mauswanderer“ oder „In einem Land vor unserer Zeit“ einst große Erfolge gefeiert hatte. Nach dem Debakel wurde ihm nie wieder die Regie eines großen Kinofilms anvertraut. Während die klassische Zeichentrick-Sparte von Fox damit Geschichte war, übernahm übrigens kurz darauf die hauseigene Computeranimations-Abteilung Blue Sky Studios das Ruder – und landete im Jahr 2002 mit „Ice Age“ einen Mega-Hit.
„Titan A.E.“ war zwar ein riesiger Flop, aber das war noch gar nichts gegen einen anderen Film, der sogar im Guinness-Buch der Rekorde landete. Mehr dazu lest ihr im nachfolgenden Artikel:
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