Nach einem holprigen Start hat sich das Action-Rollenspiel „Cyberpunk 2077“ der „Witcher“-Schmiede CD Projekt RED zu einem echten Hit gemausert. Und das aus verständlichen Gründen, schließlich bietet das Game nicht nur kreative Shooter-Action und eine abwechslungsreiche Open-World, sondern kann insbesondere durch sein vielfältiges und überaus exzentrisches Figurenarsenal überzeugen.
Es macht einfach Laune, mit V durch die Straßen der futuristischen Megastadt Night City zu brettern und gemeinsam mit Jackie, Panam oder Goro bösen Buben und verfeindeten Gangs den Hintern zu versohlen. Bei so einem handlungsgetriebenen Game ergibt es doch nur Sinn, die Geschichte auch in anderen Medien weiterzuerzählen – und tatsächlich war das von Anfang an der Plan.
2022 folgte mit „Cyberpunk: Edgerunners“ schließlich eine animierte Serie, die die Welt aus den Spielen erweiterte, ohne direkt mit der erzählten Handlung um V und den von Keanu Reeves vertonten Johnny Silverhand verknüpft zu sein – auch wenn es lose Verbindungen gibt. Dennoch merkt man, dass an der Produktion der Serie neben dem japanischen Studio Trigger („Little Witch Academia“) auch das Entwicklerstudio CD Project RED direkt beteiligt war.
Wer das Game kennt, dürfte sich in dem Anime sofort heimisch fühlen und über vertraute Schauplätze, Personen, Waffen, Sounds und Songs freuen. Ihr wollt jetzt selber mal einen Blick riskieren? Dann findet ihr die Serie aktuell bei Netflix. Zwar befindet sich mittlerweile eine (eigenständige) Fortführung in der Mache, doch in den zehn Folgen der ersten Staffel wird bereits eine abgeschlossene Handlung erzählt, sodass die Produktion sogar für all jene interessant sein dürfte, die ansonsten mit Serien nichts anfangen können. Alternativ könnt ihr euch die Serie auch zum Immer-wieder-Gucken als Blu-ray bei Online-Händlern wie Amazon bestellen:
"Cyberpunk: Edgerunners": Das ist die Handlung
Night City im Jahr 2076: David (Originalstimme: Kenichiro Ohashi) wächst im verarmten Stadtteil Santo Domingo auf und erlebt hautnah, wie hart das Leben für die Menschen am unteren Ende der Gesellschaft ist. Seine Mutter setzt dennoch alles daran, ihm eine bessere Zukunft zu ermöglichen. Um die teure Ausbildung an der angesehenen Arasaka Academy zu finanzieren, arbeitet sie unermüdlich in Nachtschichten. Doch in der Schule wird David von seinen wohlhabenderen Mitschülern schikaniert und gerät dadurch immer wieder in Schwierigkeiten. Als seine Mutter schließlich bei einem Autounfall ums Leben kommt, zerbricht seine Welt völlig.
Auf der verzweifelten Suche nach einem Weg, seinen Lebensunterhalt zu verdienen, trifft er auf die Netrunnerin und Taschendiebin Lucy (Aoi Yûki). Sie öffnet ihm die Tür zu einer Welt, die ihm zuvor völlig fremd war. Schließlich trifft David eine folgenschwere Entscheidung: Er wird selbst zum Edgerunner – einem gesetzlosen Söldner, auch „Cyberpunk“ genannt – und nimmt sich vor, der mächtigen Elite der Stadt ordentlich die Stirn zu bieten.
Knallharte Anime-Action mit hohem Unterhaltungswert
Es ist möglich, dass Fans der Vorlage eine Episode brauchen, um sich an den Stil des Animes zu gewöhnen, denn dieser wirkt auf den ersten Blick sehr schrill – und beinahe jugendfreundlich. Doch weiter von der Wahrheit könnte diese Annahme gar nicht entfernt sein, denn „Cyberpunk: Edgerunners“ serviert knüppelharte Action, reichlich Sex und Drogen und driftet immer wieder in ein wahres Blutbad ab. Dass der Titel überhaupt noch mit einer FSK-16-Einstufung durchgekommen ist, überrascht durchaus.
Inmitten der radikalen Gewalt-Exzesse kommt der Ausbau der Figuren dabei fast ein wenig zu kurz. Gerade die vielen spannenden Nebenfiguren hätten von einer etwas gemächlicheren Erzählweise profitiert. Andererseits drückt die Serie so auch stetig aufs Gaspedal und lässt kaum Zeit für Langeweile. Damit eignet sie sich übrigens auch bestens als kurzweiliger Einstiegspunkt für „Cyberpunk 2077“-Neulinge, die schon immer mal einen Blick in die kaputte Zukunftsvision werfen wollten.
Die Synchronisation ist sehr "speziell"
Besonders spaßig ist übrigens auch die deutsche Synchronfassung. Um ein futuristisches Jugendsprech zu kreieren, haben die Übersetzer*innen sehr tief in der Mottenkiste gegraben – und dabei auch Redewendungen bemüht, die schon seit etlichen Jahren aus der Mode gekommen sind. Und so verabschieden sich David und seine Crew mit freshen Lines wie „Bis später, Peter“, „Tschö mit Ö“ oder schimpfen mit einem derben „fotz die Wand an“ über missglückte Aktionen. Das Ganze besitzt zwar einen hohen Trash-Faktor, sorgte aber zumindest beim Autor dieser Zeilen immer wieder für beste Unterhaltung.
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