Francis Ford Coppola ist einer der wegweisenden Filmemacher des Kinos, verantwortlich für einige der größten Klassiker aller Zeiten („Der Pate“, „Apocalypse Now“). Im Laufe seiner mittlerweile fast 65 -jährigen Karriere erlebte Coppola aber auch etliche berufliche Tiefschläge und künstlerische Einbrüche.
Schwerwiegende Folgen für Coppola hatte „Einer mit Herz“ (1982), ein Mix aus Romanze, Musical und Musikfilm, der trotz (oder gerade wegen) üppiger Kulissen und ausladender Show-Einlagen sein Publikum nicht fand. Die kostspielige Glamour-Produktion floppte und Coppolas Produktionsfirma ging insolvent. Der Regisseur hatte selbst Millionen seines Privatvermögens in das Projekt gesteckt und musste von da an einige Auftragsarbeiten annehmen um den Schuldenberg abzutragen.
Einer dieser Regie-Jobs, die Coppola nur des Geldes wegen annahm, war das Drama „Der steinerne Garten“ (1987). In einem Interview mit Vulture gab der Regisseur Jahre später zu Protokoll: „Es ist der Film, den ich zutiefst bereue, weil er mich alles gekostet hat“ (via Far Out Magazin).
Das ist "Der steinerne Garten"
Der titelgebende steinerne Garten ist der Nationalfriedhof von Arlington bei Washington. 1968 gibt dort die „Alte Garde“ den in Vietnam gefallenen Soldaten das letzte Geleit. Jackie Willow (D. B. Sweeney), ein idealistischer Rekrut, erhält in Arlington seine Ausbildung zum Offizier. Er will unbedingt nach Vietnam. Sein Ausbilder Hazard (James Caan) versucht ihn vergeblich davon abzubringen. In der Kriegsrealität des Dschungels wird Jackie klar, dass seine einstigen Vorstellungen nichts mit dem echten Leben an der Front zu tun haben.
Neben bekannten Namen hinter und vor allem vor der Kamera (in Nebenrollen sind u.a. Anjelica Huston und Laurence Fishburne mit dabei) war auch Gian-Carlo Coppola an dem Projekt beteiligt. Der damals 22-jährige älteste Sohn des Meisterregisseurs fungierte als Kameraassistent und sollte in der zweiten Filmhälfte eine Nebenrolle übernehmen. Für den jungen Coppola-Spross nichts Ungewöhnliches, denn er stand schon öfter vor der Kamera. In den 70er-Jahren sammelte er durch kleinere Rollen in den Kultstreifen „Der Pate“, „Der Dialog“ und „Apocalypse Now“ erste Filmerfahrung.
Doch zu seinem Auftritt in „Der steinerne Garten“ sollte es für Gian-Carlo nicht mehr kommen. Stattdessen kam es zu einem verheerenden Unfall. Gian-Carlo und sein Freund Griffin O’Neal (der Sohn von 70er-Ikone Ryan O’Neal) nutzten eine Drehpause Ende Mai 1986 für eine Spritztour mit dem Motorboot auf dem South River (Maryland). O‘Neal steuerte das Boot an jenem warmen Mai-Tag über den South River und versuchte, zwischen zwei anderen Booten durchzufahren. Dabei bemerkte er nicht, dass diese durch ein Schleppseil miteinander verbunden waren. Das Seil riss Gian-Carlo vom Boot und er erlitt dabei tödliche Kopfverletzungen.
Nach dem Unglück wurde der Dreh für einige Tage unterbrochen. Der trauernde Vater Coppola musste den Film aufgrund der bereits angesprochenen schwierigen finanziellen Lage aber unbedingt beenden. „Der steinerne Garten“ kam schließlich im Frühjahr 1987 in den USA in die Kinos. Er erhielt lediglich gemischte Kritiken und spielte nur fünf Millionen Dollar ein.
Während der tief sitzende Schmerz über den Verlust des eigenen Kindes wohl nie vergeht, war Coppola in den frühen 90er-Jahren zumindest wieder schuldenfrei. Verantwortlich dafür waren die Erfolge von „Der Pate 3“ und „Bram Stoker’s Dracula“.
Übrigens: Auch Sci-Fi- und Horror-Experte John Carpenter („Halloween“, The Fog“) musste etliche kommerzielle Misserfolge in seiner Karriere verkraften. Einen dieser Flops verteidigt der 78-Jährige aber bis heute vehement:
"10x besser als der erste Teil": Kult-Regisseur verteidigt gefloppte Fortsetzung zu einem der besten Sci-Fi-Actionfilme aller Zeiten*Bei dem Link zum Angebot von Amazon handelt es sich um einen sogenannten Affiliate-Link. Bei einem Kauf über diesen Link erhalten wir eine Provision.