Der Urvater von "Terminator": Dieser Sci-Fi-Film galt über 100 (!) Jahre als verschollen – jetzt wurde er wiederentdeckt
Stefan Geisler
Stefan Geisler
-Redakteur
Stefan ist mit "Star Trek" aufgewachsen und liebt insbesondere die Crew um Captain Jean-Luc Picard. Kubricks Meisterwerk "2001: Odyssee im Weltraum" gehört zu seinen Lieblingsfilmen. Doch auch heute ist das Sci-Fi-Kino lebendig, was Filme wie "Under the Skin" oder "Ad Astra" beweisen

Der Film geht nur knapp eine Minute – ist aber ein spannendes Film-Dokument: In „Gugusse et l’Automate“ lässt Regie-Legende Georges Méliès einen Zauberer und einen Roboter gegeneinander antreten - und greift bereits hier wichtige Genre-Themen auf.

Disney und seine verbundenen Unternehmen

Georges Méliès ist ein Filmemacher, dessen Bedeutung für die Entwicklung des Kinos gar nicht zu unterschätzen ist. Gerade für das Genre-Kino haben Werke wie „Die Reise zum Mond“, „Die Reise durch das Unmögliche“ oder „Die Entdeckung des Nordpols“ wichtige Arbeit geleistet – und noch heute werden die Bilder und Welten des Regisseurs immer wieder zitiert.

Bereits am 21. Januar 1938 ist der Tricktechniker in Paris verstorben – und leider gelten heutzutage viele seiner filmischen Werke als unwiederbringlich verloren. Bereits während des Ersten Weltkriegs beschlagnahmte die französische Armee einen großen Teil der Original-Filmkopien, um diese einzuschmelzen und daraus Absätze für Militärstiefel zu fertigen. Zudem verbrannte auch Georges Méliès hochstselbst in einem Akt der finanziellen Verzweiflung viele seiner Werke, um Lagerkosten zu sparen – darunter Kostüme, Bühnenbilder und Negative.

Dennoch werden immer wieder einzelne Werke wiederentdeckt – so beispielsweise der humoristische Stummfilm „Défense d'afficher“ (in etwa: Plakatieren verboten), der 2004 wieder auftauchte. Jetzt gibt es einen neuen Sensationsfund: der 1897 entstandene Science-Fiction-Kurzfilm „Gugusse et l’Automate“ ist seit wenigen Tagen wieder verfügbar!

Das ist "Gugusse et l’Automate" - und das hat er mit "Terminator" zu tun

Inhaltlich geht es in diesem Kurzfilm um einen Zauberer oder Schausteller, der auf einem Jahrmarkt seinen Roboter präsentiert. Dieser sieht aus wie ein trauriger Clown und wächst nach jeder Drehung der Kurbel. Doch mit wachsender Größe beginnt er gegen seinen Erschaffer zu rebellieren. Es kommt zum Kampf der beiden und letztlich wird die künstliche Intelligenz mit Hilfe eines gigantischen Hammers wieder in die Form eines einfachen Blech-Männchens zurückgeprügelt - und anschließend vernichtet.

Natürlich ist dies hier einfach ein fantastischer Spaß – greift aber bereits Themen auf, die gerade später im Science-Fiction-Genre eine große Rolle gespielt haben. Die künstliche Intelligenz, die ein Selbstbewusstsein entwickelt und gegen ihren Beherrscher rebelliert, das findet sich in Klassikern des Genres wie „2001: Odyssee im Weltraum“ oder natürlich James Camerons „Terminator“-Reihe. Wer sich jetzt selbst einmal dieses filmische Relikt anschauen möchte, findet dieses bei Youtube:

Wie steht es eigentlich um „Terminator 7“? James Cameron hat sich zum Stand der Fortführung geäußert - und lässt Fans auf eine Fortsetzung hoffen:

"Ich möchte neues Zeug machen": James Cameron arbeitet an "Terminator 7" – aber ohne einen wichtigen Mitstreiter

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