Schon seit einer beträchtlichen Weile ist Steven Seagal alles andere als angesagt in Hollywood. Seine letzten Filme waren durch die Bank billiger Trash, er prahlt mit seiner Freundschaft zu Wladimir Putin und die Storys, die über sein Benehmen an diversen Sets verbreitet werden, sind alles andere als schmeichelhaft. In den 1990ern war der mit Blockbustern wie „Alarmstufe: Rot“ und „Einsame Entscheidung“ zu Weltruhm gelangte Amerikaner allerdings noch eine richtig große Nummer. Aus dieser Zeit stammt auch „Glimmer Man“ von Regisseur John Gray („Bruderkrieg“).
„Glimmer Man“ läuft am heutigen 18. März 2026 um 22.45 Uhr auf Nitro. Eine Wiederholung folgt in der Nacht vom 20. auf den 21. März um 1.15 Uhr. Alternativ ist der FSK-16-Titel für ein paar Euro als Video-on-Demand zu haben:
Ein missratener "Sieben"-Klon
Ein Jahr nachdem „Sieben“ das Serienkiller-Subgenre aus der B-Film-Ecke in den Videotheken zum Prestige-Objekt im Kino gemacht hatte, sollte und wollte auch Steven Seagal von diesem Trend profitieren. Der spätere „Constantine“-Drehbuchautor Kevin Brodbin schrieb eine Menge Dinge in sein Skript, die es auch in David Finchers im Handumdrehen zum Kult gewordenen Thriller zu sehen gab:
Da wäre der scheinbar wahllos nach einem kryptischen Ritual mordende Täter, den wir nur schemenhaft sehen und den es zu fangen gilt. Dann ist da noch die düstere, urbane Atmosphäre mit ständigem Regen und vielen dunklen Ecken, bei denen man sich nie sicher sein kann, was oder wer in ihnen lauert. Und schließlich wird ein Ermittlerduo, bestehend aus einem erfahrenen, nüchtern handelnden Cop und einem jungen Hitzkopf, auf die Jagd nach dem Killer geschickt.
So weit, so okay. Fehlende Originalität muss ja nicht unbedingt einen komplett schlechten Film bedeuten. Dummerweise beschlossen Brodbin, Regisseur John Gray und ihre Produzent*innen (u. a. Seagal) allerdings, auch noch Elemente eines Buddy-Cop-Movies im Stile von „Nur 48 Stunden“ einzubauen. Was hier allerdings tonal überhaupt nicht funktioniert.
Das bemerkten die Macher*innen offenbar in der Postproduktion und schmissen viele gedrehte Momente wieder aus der finalen Version. Was wiederum dazu führte, dass die Passagen, die im Film blieben, noch deplatzierter wirkten. Zudem häuften sich holprige Schnitte und Anschlussfehler, sodass der Film über weite Strecken arg zusammengestückelt daherkommt und nie einen durchgehenden Rhythmus etablieren kann.
Obendrein waren Steven Seagal und sein Szenenpartner Keenen Ivory Wayans („Scary Movie“) natürlich weder ein Morgan Freeman noch ein Brad Pitt. Wie es in der FILMSTARTS-Kritik heißt, ist speziell Seagal nur ein „extrem limitierter Schauspieler“. Dabei herausgekommen ist eine Ansammlung an ausgelutschten Sprüchen innerhalb einer pseudokomplexen Handlung, bei der nie wirklich Spannung, sondern primär Langeweile aufkommt. Die einzigen positiv auffallenden Szenen sind die, in denen der damals körperlich noch fitte Aikido-Meister Seagal kurz von der Leine gelassen wird und mal ein paar Bösewichten den Hintern versohlen darf. Doch auch die retten das Ganze natürlich nicht mehr.
Neben Seagal und Wayans sind noch einige weitere bekannte Mimen dabei, die allerdings kaum Möglichkeiten haben, sich zu profilieren, und somit letztlich verschenkt werden. Die Rede ist von unter anderem „Succession“-Star Brian Cox, Bob Gunton („Die Verurteilten“), Peter Jason („Flucht aus L.A.“), John M. Jackson („JAG“), Richard Gant („Godzilla“) und Stephen Tobolowsky aus „Basic Instinct“.
"Glimmer Man": Das ist die Story
In Los Angeles treibt ein Serienmörder sein Unwesen. Mit den Ermittlungen ist Detective Jim Campbell (Keenen Ivory Wayans) beauftragt, der bei der Aufklärung der immer neuen Taten aber einfach nicht weiterkommt. Deshalb fordert er den auf Fälle dieser Art spezialisierten Lieutenant Jack Cole (Steven Seagal) als Verstärkung an.
Und Cole macht auch gleich eine entscheidende Entdeckung. Campbell findet deshalb keinen Zusammenhang zwischen den Morden, weil diese von zwei verschiedenen Personen begangen werden: einem Psychokiller, der einem bizarren Ritual folgt, und einem Profi, der seine Auftragsmorde einfach nach demselben Modus begeht, um sie so ersterem anzuhängen.
Als dann aber Coles Ex-Frau getötet wird und die Polizei seinen Fingerabdruck auf der Leiche findet, rückt der erfahrene Cop plötzlich selbst ins Zentrum der Ermittlungen. Cole ahnt jedoch, dass der Killer ihn auf diese Weise aus dem Weg schaffen will, und ist sich nun sicher, dem Gesuchten bereits begegnet zu sein…
Kürzlich stand Steven Seagal übrigens nach langer Zeit mal wieder für einen neuen Film vor der Kamera. Im folgenden Artikel lest ihr alles, was wir bisher über „Order Of The Dragon“ wissen:
Steven Seagal präsentiert seinen ersten Film seit 6 Jahren: So sieht das Comeback des Action-Stars aus*Bei dem Link zum Angebot von Amazon handelt es sich um einen sogenannten Affiliate-Link. Bei einem Kauf über diesen Link erhalten wir eine Provision. Auf den Preis hat das keinerlei Auswirkung.