Ersonnen wurde Lucky Luke 1946 vom Belgier Maurice De Bevere alias Morris. Bei den frühen Bänden war dieser nicht nur für die Zeichnungen verantwortlich, er textete auch die Geschichten. Ab 1957 übernahm der geniale René Goscinny das Story-Erfinden – zwei Jahre, bevor er zusammen mit Albert Uderzo Asterix und Obelix erfand. Seit Goscinnys Tod 1977 wechselten die Autoren und nach Morris’ Tod im Jahr 2001 wurde der Franzose Hervé Darmenton alias Achdé mit dem Zeichnen der neben „Asterix“ bekanntesten und erfolgreichsten europäischen Comicreihe beauftragt, die es bisher auf über 80 reguläre Bände gebracht hat.
Mehrere Zeichentrickfilme und -serien entstanden seit den 1970ern, die überwiegend auf den Comicvorlagen basierten und recht gelungen waren – etwas, das man von den bisherigen Realverfilmungen nicht unbedingt behaupten kann. Das soll sich im neuen Anlauf mit dieser für Disney+ in Frankreich kreierten Serie nun ändern, die heute Premiere feiern.
Hauptdarsteller Alban Lenoir stand dafür nicht nur vor der Kamera, sondern produziert das Format auch mit seiner Firma Homerun. Kennen könnte man Lenoir, der ursprünglich vor allem als Stuntman (u. a. für „96 Hours“ mit Liam Neeson) tätig war, aus der Netflix-Actionfilm-Reihe „Verirrte Kugel“. Regisseur der acht etwa halbstündigen Folgen ist Benjamin Rocher, dessen bekanntestes Werk der Zombiefilm „Die Horde“ von 2009 ist, den er gemeinsam mit Yannick Dahan inszenierte.
Neue Geschichte mit vertrauten Figuren
Die Geschichte, die für die neue Serie gewählt wurde, basiert nicht auf einer Comicvorlage, bedient sich aber zahlreicher Versatzstücke und bekannter Figuren. Lucky Luke begegnet darin der 18-jährigen Louise (Billie Blain, „Animalia“), deren Mutter Charlie (Alice Taglioni, „Sky Fighters“) gekidnappt wurde. Er bietet der jungen Frau seine Hilfe an, die diese zunächst nur skeptisch annimmt und erfährt schließlich von ihr, dass ihre Mutter eine Verschwörung aufdecken könnte, die ganz Amerika erschüttern und verändern könnte.
Der Cowboy auf seinem treuen Pferd Jolly Jumper und Louise begeben sich auf eine Rettungsmission, wobei sie erst einmal zu einem Team zusammenwachsen müssen. Dabei kreuzen Lucky Lukes Erzfeinde, die vier Dalton-Brüder (Jérôme Niel in einer Vierfachrolle), irgendwann ihren Weg – und machen schließlich mit den beiden gemeinsame Sache, während sie sicherlich auch wieder eigene Ziele verfolgen.
Auftritte haben außerdem die toughe Calamity Jane (Camille Chamoux), der nervige Billy the Kid (Victor Le Blond) und die neugierige Journalistin Elizabeth Zee (Sarah Suco), allesamt bekannt aus den Comics.
Lucky Luke ist in der neuen Serie allerdings überraschenderweise nicht der unfehlbare Held, sondern hat auch die eine oder andere Ecke oder Kante – und glattrasiert ist er auch nicht, wie man im Trailer unschwer erkennen kann. Die aus den Vorlagen bewährte Mischung aus Action und Humor vor historischer Wildwest-Kulisse wird aber wohl insgesamt beibehalten, so dass im Erfolgsfalle einer zweiten Staffel nichts im Wege stehen dürfte.
Ein Erfolgsfall dürfte höchstwahrscheinlich auch eintreten, wenn der umsatzstärkste Regisseur aller Zeiten sich erstmals an einen Western heranwagt. Mehr dazu erfahrt ihr hier:
Nach seinem Sci-Fi-Comeback: Steven Spielberg will jetzt endlich seinen ersten Western drehen: "Es wird reinhauen!"*Bei diesen Links handelt es sich um sogenannte Affiliate-Links. Bei einem Kauf über diese Links oder beim Abschluss eines Abos erhalten wir eine Provision. Auf den Preis hat das keinerlei Auswirkung.