Ein Ort, an dem es wahrlich um Leben und Tod geht, enormer Druck, Wettläufe gegen die Zeit und Romanzen, die ausgerechnet in dieser angespannten Atmosphäre aufblühen: Es ist kein Wunder, dass sich Krankenhausserien schon ab den 1950ern zum Genre-Dauerbrenner im Fernsehen entwickelt haben und auch heute noch von höchster Relevanz sind. Nach den Erfolgen von „Emergency Room“, „Grey’s Anatomy“ und „Scrubs“ sorgt aktuell auch die hochspannende Serie „The Pitt“ für Aufsehen und räumt Auszeichnungen ab.
Doch bei all dem Lob für den Realismus und die Sozialkritik von „The Pitt“ ist fast eine Serie in Vergessenheit geraten, die schon 2022 all das zu bieten hatte, aber bislang noch zu unbekannt geblieben ist. Die Rede ist von der britischen Miniserie „This Is Going To Hurt“, die ihr aktuell in der ZDF-Mediathek oder auch bei Amazon Prime Video streamen könnt:
Kurz vorm Kollaps auf der Geburtsstation
Die Idee für „This Is Going To Hurt“ hat Adam Kay – ehemals Arzt und anschließend Comedian und TV-Autor – auf Grundlage seiner gleichnamigen Memoiren entwickelt. Handlungsort ist eine Station für Gynäkologie und Geburtshilfe in einem Londoner Krankenhaus des National Health Service (NHS).
Im Mittelpunkt steht der Arzt Adam (Ben Whishaw), der mitunter die vierte Wand durchbricht, um den alltäglichen Wahnsinn seiner überfüllten und zugleich unterbesetzten Station zu kommentieren. Unter seiner chronischen Überarbeitung bei gleichzeitiger Unterbezahlung leidet sein Privatleben enorm, allen voran die Beziehung zu seinem Freund Harry (Rory Fleck Byrne).
BBC Two
Gegen den Dauerstress kämpft Adam mit einer gehörigen Position Sarkasmus an, während er dennoch höchsten Einsatz bringt. Von seinem Chef (Alex Jennings) und den Pflegekräften werden Adams Höchstleistungen kaum wahrgenommen, wohl aber die Fehler, die ihm unter enormem Druck unterlaufen. Als die junge Assistenzärztin Shruti (Ambika Mod) auf der Station anfängt, bekommt sie sofort Adams barsche Art und seinen beißenden Humor zu spüren, lernt aber auch jede Menge von ihm. Nichtsdestotrotz bringen die teils prekären Zustände beide Ärzte und auch das Publikum bald an die Schmerzgrenze.
Unterhaltsam, einfühlsam, sozialkritisch
Der Titel ist Programm bei „This Is Going To Hurt“: Trotz urkomischer und hoffnungsvoller Momente vermittelt die Serie allem voran die bitteren Folgen psychischer Dauerbelastung bei Krankenhaus-Mitarbeitern. Ben Whishaw und Ambika Mod spielen ihre unter Dauerbeschuss stehenden Figuren mit viel Hingabe und lassen im Verlauf der sieben Folgen nachfühlen, wie aus motivierten Ärzten gebrochene Charaktere werden können.
Bei aller Unterhaltung setzt sich „This Is Going To Hurt“ auch kritisch mit einem unterfinanzierten und überlasteten Gesundheitssystem auseinander, das Nachwuchsärzten unmenschlich viel abverlangt. Entsprechend begeistert fielen die Kritiken zur Serie aus: Auf Metacritic erreicht „This Is Going To Hurt“ einen überragenden Wert von 91 und bei Rotten Tomatoes gar einen Score von 96 %. Wer es also bislang versäumt hat, sollte „This Is Going To Hurt“ schleunigst nachholen.
Was das Revival der Krankenhaus-Comedy „Scrubs“ zu bieten hat, verraten wir Euch im folgenden Beitrag:
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