Wenn es darum geht, die Gefühlswelten von Heranwachsenden möglichst einfühlsam auf die Leinwand zu bringen, führt an einem Namen kein Weg vorbei: John Hughes. Der viel zu früh verstorbene New Yorker hat das Teenie-Kino mit „Das darf man nur als Erwachsener“, „Breakfast Club“, „Pretty In Pink“, „Ferris macht blau“ und „Ist sie nicht wunderbar?“ nachhaltig geprägt. Allerdings gibt es noch einen anderen Regisseur, der in den 1980er-Jahren eine ebenso wunderbar wahrhaftige Teenie-Romanze geschaffen hat, die stilistisch und emotional durchaus auch von Hughes stammen könnte.
Die Rede ist von Cameron Crowe, der mit seinem Regiedebüt „Teen Lover“ direkt einen Volltreffer landete – und damit bereits früh andeutete, dass ihm eine vielversprechende Zukunft als Filmemacher bevorstand. Diese Erwartung bestätigte er später eindrucksvoll mit „Jerry Maguire – Spiel des Lebens“, „Almost Famous – Fast berühmt“ und „Vanilla Sky“. Sein Erstlingswerk könnt ihr ab sofort bei Netflix nachholen.
Darum geht's in "Teen Lover"
Lloyd Dobler (John Cusack) betreibt zwar Kickboxen, ist ansonsten jedoch eher der liebenswerte Durchschnittstyp an seiner High School. Ausgerechnet in Diane Court (Ione Skye) hat er sich verliebt – das hübscheste und zugleich klügste Mädchen der Schule. Seine Chancen scheinen allerdings gering, denn Diane stammt aus wohlhabenden Verhältnissen, ist hochbegabt und hat bereits ein Stipendium für ein Studium in England in Aussicht.
Doch Lloyd hat Glück: Diane beginnt, sich ebenfalls für ihn zu interessieren. Der aufkeimenden jungen Liebe steht jedoch ihr strenger Vater James (John Mahoney) im Weg, der von dieser Beziehung überhaupt nichts hält und alles daransetzt, sie zu unterbinden. Dabei hat das Familienoberhaupt ganz eigene Sorgen, denn ihm wird vorgeworfen, Patient*innen eines Altenheims bestohlen zu haben – ein Vorwurf, der zunehmend Druck auf die Familie ausübt.
Gefühlsecht und absolut ikonisch
Das Besondere an „Teen Lover“ ist, dass der Film seinen jugendlichen Protagonisten mit bemerkenswerter Ernsthaftigkeit und Sensibilität begegnet. Wie bei den Werken von John Hughes wird auch hier auf jede Form von Zynismus verzichtet. Die Probleme entspringen vielmehr der Erwachsenenwelt. Doch auch diese wird nicht bloßgestellt, sondern differenziert gezeichnet – als Lektion, dass Eltern ebenso fehlbar sind wie ihre Kinder.
Hinzu kommt die wunderbar unverkrampfte, ehrliche Chemie zwischen John Cusack und Ione Skye, die in einer der legendärsten Szenen der US-Filmgeschichte kulminiert: Um Diane zu zeigen, dass er sie nicht vergessen hat, fährt Lloyd zu ihrem Haus und spielt über die Lautsprecher seiner Boombox genau den Song, der bei ihrem ersten Mal lief: „In Your Eyes“ von Peter Gabriel. Das Bild, wie Cusack den Rekorder über seinen Kopf hebt, ist längst ebenso ikonisch geworden wie Judd Nelsons triumphal geballte Faust am Ende von „Breakfast Club“ zu den Klängen der Simple Minds.
Was euch zudem im Mai alles im Abo von Netflix erwartet, erfahrt ihr im nachfolgenden Artikel:
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