Die 21-jährige Fiona Gallagher (Emmy Rossum) kommt nach einer langen Partynacht nach Hause. Im Schlepptau hat sie den gutaussehenden Steve (Justin Chatwin), den sie beim Feiern kennengelernt hat. Doch plötzlich wird ihre Turtelei unterbrochen. Ein betrunkener und verwahrlost aussehender Mann betritt das Haus. Er hat so viel Bier intus, dass er auf den Boden fällt und sofort einschläft. „Wer ist das?“, fragt Steve, sichtlich verwirrt. „Das ist mein Vater“, antwortet Fiona ungerührt.
Fiona steht im Mittelpunkt der US-Serie „Shameless“. Sie muss sich um ihre fünf jüngeren Geschwister Lip, Ian, Debbie, Carl und Liam kümmern. Ihre Mutter, die an einer bipolaren Störung leidet, hat die Familie verlassen. Der Vater der sechs Kinder, Frank Gallagher (William H. Macy), hängt lieber den ganzen Tag in der Kneipe herum anstatt sich um seinen Nachwuchs zu kümmern. Die sechs Gallagher-Sprösslinge müssen den harten Alltag im rauen Stadtviertel South Side in Chicago alleine bewältigen.
„Shameless“ ist weit mehr als eine Chaos-Komödie. Sie verbindet schwarzen Humor mit sozialer Realität und lebendigen Figuren, die im Gedächtnis bleiben. Wer eine unterhaltsame, aber gleichzeitig ehrliche und manchmal unbequeme Serie sucht, wird hier fündig – und zwar im Abo bei den Streamingdiensten Netflix und Amazon Prime Video, wo ihr jeweils alle elf Staffeln schauen könnt:
Für diejenigen, die in einer großen Familie mit vielen Geschwistern aufgewachsen sind, wird sich „Shameless“ wie ein Stück Zuhause anfühlen. Bei den Gallaghers ist es laut und chaotisch, alle reden durcheinander – das Leben einer Großfamilie wird hier authentisch dargestellt. Allein das unordentliche und einfache Gallagher-Haus bildet einen gelungenen Kontrast zu den perfekt aufgeräumten und oftmals leblos wirkenden Sets anderer Familienserien.
Armut wird ohne Filter gezeigt
In „Shameless“ wird alles ohne Filter gezeigt: Armut, Sucht und soziale Ungerechtigkeit. Die Gallaghers leben ständig am Limit. Als zum Beispiel der Boiler kaputtgeht, muss die Familie kreativ werden und auf der Suche nach einem Ersatz mehrere Haushalte abklappern. Einige Figuren greifen in ihrer Not zu illegalen Mitteln. Das Publikum kann ihre Entscheidungen zwar nachvollziehen, wird sie aber nicht unbedingt gutheißen.
Die Serie macht deutlich, wie schwer es für Betroffene ist, aus dem Teufelskreis der Armut auszubrechen. Fiona ist fleißig und clever, aber auch sie stößt an ihre Grenzen. Lip („The Bear“-Star Jeremy Allen White) möchte auf dem College durchstarten, aber im Gegensatz zu seinen Kommilitonen muss er in den Semesterferien auf dem Bau arbeiten und kann sich keine unbezahlten Praktika leisten.
Nahbare Figuren, die ans Herz wachsen
Die Charaktere in „Shameless“ haben Ecken und Kanten, machen Fehler und entwickeln sich weiter. Entscheidungen haben Folgen, Rückschläge gehören dazu. Besonders Frank sticht heraus: Er ist egoistisch und manipulativ, gleichzeitig aber witzig, intelligent und charismatisch.
Gerade die Dynamik zwischen den Geschwistern verleiht der Serie emotionale Tiefe. Zwischen Streit, Loyalität und Zusammenhalt entsteht ein glaubwürdiges Bild davon, was Familie bedeuten kann – selbst unter den widrigsten Umständen. Das klingt nach einer Serie für euch? Dann gibt es von mir eine klare Empfehlung.
Und eine weitere unbedingt sehenswerte Serie stellen wir euch in diesem Artikel vor:
Eine der besten Serien überhaupt heute Abend streamen – extrem spannend, grandios gespielt und hochemotionalFILMSTARTS bietet dir täglich die neuesten Nachrichten über Kino, Serien und Fernsehen. Abonniere FILMSTARTS hier bei Google Discover, um auch unsere Kritiken, Interviews, Streaming- und TV-Tipps sowie die besten und interessantesten Geschichten über deine Lieblingsfilme und -serien nicht zu verpassen.