Der Zombiefilm-Klassiker schlechthin wird neu aufgelegt: Trailer zum "Night Of The Living Dead"-Remake
Peter Hoch
Peter Hoch
-Freier Autor
Peter hat als Elfjähriger verbotenerweise „Tanz der Teufel“ gesehen, bekam vom Superhelden-inkompatiblen Vater seinen ersten Marvel-Comic zerrissen und hat vom damaligen Anschauen von „Der weiße Hai“ noch heute ein mulmiges Gefühl im Meer – liebt aber Genrekino seitdem über alles.

1968 definierte „Die Nacht der lebenden Toten“ ein ganzes Genre. Durch einen Urheberrechtspatzer kam es danach aber zu zahllosen Billig-Imitaten. Dank der kommenden Version von Trash-Regisseur Christopher Ray gibt es bald womöglich eines mehr:

Die Erde wird von einer Zombie-Apokalypse heimgesucht. Stellvertretend für die weltweiten Ereignisse, in denen sich Leichen erheben, sich am Fleisch gesunder Menschen laben oder diese durch Bisse töten und ebenfalls wiederauferstehen lassen, wird von einer Gruppe von Menschen im US-Bundesstaat Pennsylvania erzählt. Die verschiedenen Personen kennen sich kaum, werden aber zusammengeschweißt, als sie plötzlich von langsam, aber unerbittlich auf sie zu wankenden Zombies bedroht, verfolgt und belagert werden – bis zum blutigen Ende.

Ein "Kill Bill"-Star unter der Regie des "2-Headed Shark Attack"-Machers

Der Plot des kommenden „Die Nacht der lebenden Toten“-Remakes liest sich somit tatsächlich 1:1 wie der des Originals von George A. Romero von 1968. Christopher Ray, verantwortlich für Trashhorrorperlen wie „2-Headed Shark Attack“ und „Methgator“, konnte immerhin Uma Thurmans erste „Kill Bill“-Gegnerin Vivica A. Fox für die Hauptrolle gewinnen – sie spielt offenbar eine weibliche Version des Ben aus dem Original, damals verkörpert von Duane Jones. Weitere Rollen übernehmen Brittany Underwood, Eva Ceja und Jared Cohn und mit dabei sind auch die einstige Scream-Queen Dee Wallace („Cujo“) und der im Februar verstorbene B-Movie-Darsteller Robert Carradine („Die Rache der Eierköpfe“).

Wie groß deren Rollen ausfallen oder ob sie, wie bei Billigproduktionen üblich, nur kurze Gastauftritte haben, dank derer man ihre bekannten Namen auf das Cover setzen kann, bleibt abzuwarten. Wie im Trailer zu sehen ist, schlägt der Film aber eindeutig einen ernsteren Ton als Rays Tierhorror-Trashfilme an und beinhaltet, wie das Original, keine komödiantischen Aspekte. Ob der Regisseur hier also vielleicht doch einmal positiv überraschen wird, davon kann man sich ab dem 6. August 2026 im Heimkino überzeugen, wenn der Film in Deutschland veröffentlicht wird.

Das Original: Ein wegweisender Horror-Meilenstein

Am Status von George A. Romeros Vorlage dürfte diese jüngste Variante aber so oder so nicht rütteln. Deren Geschichte ist legendär: Für gerade einmal 114.000 US-Dollar und mit Hilfe von Freunden und Bekannten filmte Romero sein schwarz-weißes Indie-Debüt. Später spielte „Die Nacht der lebenden Toten“ in den Kinos das 250-fache ein und avancierte zum Klassiker und Genre-Meilenstein. Zwar gab es schon vorher Filme, in denen Tote durch dunkle Magie, außerirdische Strahlung oder verbotene Experimente aus dem Grab auferstanden, um über die Lebenden herzufallen. Bei Romero war der Hunger der Untoten auf Menschenfleisch, dessen Stillen in grausigen Details auf der Leinwand gezeigt wurde, aber etwas Neues, zumal sich zwischen den Zeilen auch noch einiges an Gesellschaftskritik verbarg.

Zahllose spätere Zombie-Filme wurden davon beeinflusst, wenngleich auch dort die Ursachen für das Wiederauferstehen der Leichen vielfältig blieben und gängige Muster des Genres immer wieder variiert wurden. Romero selbst drehte bis zu seinem Tod im Jahr 2017 fünf Fortsetzungen, die in Deutschland oft unter verwirrenden Titeln und stark geschnitten veröffentlicht wurden – oder über Jahre hinweg auf dem Index standen oder sogar beschlagnahmt waren. Bekannter sind daher inzwischen auch hierzulande die englischen Titel aller sechs Filme: „Night Of The Living Dead“, „Dawn Of The Dead“, „Day Of The Dead“, „Land Of The Dead“, „Diary Of The Dead“ und „Survival Of The Dead“, von denen allerdings lediglich die Ursprungs-Trilogie wirklich sehenswert ist.

Ungewollte Einladung zur freien Verfügung

Berüchtigt ist das „Night Of The Living Dead“-Original nicht nur aufgrund seiner Thematik, sondern auch, weil der US-Verleiher es 1968 versäumt hatte, dem Film einen Urheberrechts-Hinweis hinzuzufügen. Als Folge war er von Beginn an „gemeinfrei“, was bedeutet, dass jeder sich des Titels und seiner Figuren bedienen kann, wie er möchte, um damit neue, eigene Werke zu veröffentlichen. Das wurde auch fleißig genutzt und es entstanden zahllose Billig-Nachahmer. Erst 1990 kam das erste offizielle Remake in die Kinos, unterstützt von Romero persönlich als Drehbuchautor und inszeniert von Tom Savini, der eigentlich als Special-Effects-Künstler und Schauspieler für Genrefilme bekannt war. Diese Neuauflage genießt bei Fans einen guten Ruf – ganz im Gegensatz zu „Night of the Living Dead 3D“ von 2006, über den man besser das Leichentuch des Schweigens breitet.

Ein anderes Survival-Horror-Reboot gibt es demnächst mit „Resident Evil“ von Zach Cregger. Der ertse Trailer ist gerade frisch eingetroffen:

Vergesst die alten Filme! Der erste Trailer zum "Resident Evil"-Reboot liefert endlich richtigen Horror – vom "Weapons"-Macher

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