Horror-Meilenstein neu im Heimkino: Diesen Sci-Fi-Schocker müsst ihr gesehen haben – laut dem "Guardians Of The Galaxy"-Mastermind
Sidney Schering
Sidney Schering
-Freier Autor und Kritiker
Er findet Streaming zwar praktisch, eine echte Sammlung kann es für ihn aber nicht ersetzen: Was im eigenen Regal steht, ist sicher vor Internet-Blackouts, auslaufenden Lizenzverträgen und nachträglichen Schnitten.

„Superman“- und „Guardians Of The Galaxy“-Regisseur James Gunn liebt diesen doppelbödigen Sci-Fi-Horror: „Die Dämonischen“ ist endlich auch im deutschen Heimkino in 4K-Qualität erhältlich!

Vielen Filmbegeisterten ist Regisseur Don Siegel primär für seine Zusammenarbeiten mit Clint Eastwood bekannt – allen voran „Dirty Harry“! Siegel inszenierte allerdings auch einen Meilenstein des Sci-Fi-Horrorkinos, der seither unzählige Male imitiert und drei Mal offiziell neu verfilmt wurde: „Die Dämonischen“ von 1956 ist die Blaupause schlechthin für Alien-Doppelgänger-Grusel und die direkte Vorlage für „Die Körperfresser kommen“ mit Donald Sutherland, „Body Snatchers – Angriff der Körperfresser“ aus dem Jahr 1993 sowie „Invasion“ mit Nicole Kidman und Daniel Craig.

Für „Superman“- und „Guardians Of The Galaxy“-Regisseur James Gunn ist „Die Dämonischen“ einer der 50 Horrorfilme, die man unbedingt gesehen haben muss – und nun kann man das im hiesigen Heimkino in neuer Qualität. Denn diese Woche hat „Die Dämonischen“ seine deutsche 4K-Premiere gefeiert!

Die limitierte Mediabook-Edition enthält den Klassiker auf 4K-Blu-ray und auf Blu-ray sowie ein Booklet mit Hintergrundinformationen. Als Extras gibt es unter anderem einen Audiokommentar von Filmhistoriker Dr. Rolf Giesen sowie einen von „Gremlins“-Regisseur Joe Dante moderierten Audiokommentar mit den Schauspielern Kevin McCarthy und Dana Wynter zu entdecken.

Darum geht es in "Die Dämonischen"

Die US-Provinzgemeinde Santa Mira: Der Arzt Dr. Miles (Kevin McCarthy) kehrt von einer Reise zurück und wird von seinen Patient*innen mit der Vermutung überwältigt, ihre Familienmitglieder seinen durch gefühllose Doppelgänger ausgetauscht worden. Hat dies etwa mit dem sonderbaren Samenkapselregen von neulich zu tun..?

Politik, schneidende Schatten und Paranoia

Zu den zahlreichen Fans von „Die Dämonischen“ zählt neben James Gunn Meisterregisseur Peter Bogdanovich. Der Mann hinter einer der besten Verfolgungsjagden der Kinogeschichte („Is' was, Doc?“) und dem raffinierten, aufwühlenden Amoklauf-Thriller „Bewegliche Ziele“ jubelte über Siegels Meilenstein: „Der beste und erschreckendste Science-Fiction-Film, der jemals produziert wurde.“

Außerdem kürte das American Film Institute „Die Dämonischen“ 2008 zum neuntbesten US-amerikanischen Sci-Fi-Film überhaupt, während das Time-Magazin ihn unter die 100 besten Filme sowie unter die 25 besten Horrorfilme aller Zeiten wählte. Zu diesem enormen Prestige des Sci-Fi-Grusels hat zweifelsohne die an das Film-noir-Genre angelehnte, von schneidenden Schatten dominierte Schwarz-Weiß-Bildsprache im außergewöhnlichen Superscope-Bildformat beigetragen. Zu seinen weiteren Stärken zählen das konsequent Fahrt annehmende Erzähltempo und die erdrückende Paranoia, die er narrativ wie thematisch auslöst.

Aufgrund eben dieser wird „Die Dämonischen“ seit Jahrzehnten als mahnende, politische Allegorie für das gesellschaftliche Klima der USA während der McCarthy-Ära gedeutet. Jedoch wird sich die Filmwissenschaft nicht einig, ob der vom US-Senator Joseph McCarthy angestachelte, Menschen gegeneinander ausspielende Terror einer immensen Angst vor sozialistischen Idealen im Film kritisiert wird – oder ob Siegel vielleicht doch eher antikommunistische Propaganda ablieferte.

Möglich, dass sich der linksliberale, idealistische Drehbuchautor Daniel Mainwaring und der nach eigenen Aussagen Entertainment an vorderste Position stellende Regisseur Siegel in der Skizzierung ihres jeweiligen Feindbilds uneinig waren – und „Die Dämonischen“ daher von beiden Seiten des Diskurses für sich vereinnahmt wird. Filmhistorisch bestätigt ist allerdings, dass Siegel und Mainwaring ein düsteres Ende vorschwebte, das vom Studio abgelehnt wurde.

Der Thriller, den wir euch im folgenden Heimkino-Tipp näher vorstellen, durchlief derweil keine nennenswerten Kompromisse:

Gestochen scharf im Heimkino: Der drittbeste Thriller aller Zeiten – laut dem deutschen Publikum

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