Es ist kein Geheimnis, dass bei dem vielfältigen und stetig wechselnden Angebot von Netflix nicht durchweg jeder Film ein lohnenswertes Seherlebnis verspricht. Aus diesem Grund trennen wir Woche für Woche die Spreu vom Weizen und picken drei Werke heraus, die wir uneingeschränkt empfehlen können und absolute Highlights im aktuellen Programm des Streaming-Giganten darstellen.
Im heutigen Fall handelt es sich sogar um zwei legendäre Kult-Meilensteine der Filmgeschichte und einen sträflich unterschätzten Geheimtipp, der leider viel zu schnell in Vergessenheit geriet. Jetzt heißt es nur noch: zurücklehnen, Play-Taste drücken und genießen!
"Die Truman Show" (1998)
Nachdem sich Grimassenkönig Jim Carrey („Ace Ventura“) zum absoluten Comedy-Superstar Hollywoods aufgeschwungen hatte, überraschte er Publikum und Kritik Ende der 1990er-Jahre mit einer grandiosen Erweiterung seines bekannten Rollen-Repertoires. Als tragischer Held in der fabulösen Mediensatire „Die Truman Show“ begeisterte Carrey mit bis dahin ungewohnter Seriosität und Vielschichtigkeit.
Seine Darstellung von Truman Burbank, der seit Geburt an unwissend von Kameras begleitet wird und als Protagonist einer Live-Realityshow fungiert, brachte ihm unter anderem den Golden Globe ein. Warum er für diese phänomenale Leistung allerdings keine Oscar-Nominierung erhielt, weiß wohl nur die Academy selbst. Verdiente Nominierungen gab es immerhin für Regisseur Peter Weir („Der Club der toten Dichter“), Nebendarsteller Ed Harris („Apollo 13“) sowie Drehbuchautor Andrew Niccol („Gattaca“).
„Die Truman Show“ überzeugt aber noch in vielen anderen Belangen: Die visionäre Story hält stets gekonnt die Balance zwischen Komik und Dramatik, die Musik von Philip Glass („Kundun“) ist ein melancholischer Ohrenschmaus und der liebevolle Detailreichtum katapultiert den Film in Sphären der Genialität.
"Ballad Of A Small Player" (2025)
Weitaus weniger Aufmerksamkeit erregte das Psycho-Drama „Ballad Of A Small Player“, als es vor etwas über einem halben Jahr im Netflix-Programm landete. Auch die Kritiken zum Film von Edward Berger („Konklave“) waren nicht gerade wohlwollend, weshalb er bereits innerhalb kürzester Zeit aus dem kollektiven Gedächtnis weitgehend verschwand.
Dabei hätte sich der mitreißend inszenierte Streifen viel mehr Anerkennung verdient, bietet er doch vor allem in Gestalt von Colin Farrell („The Batman“) eine schauspielerische One-Man-Show, die mit jeder Minute mehr fesselt und einmal mehr unter Beweis stellt, welch vielseitiger Mime der Ire ist. Seine fiebrige Tour de Force-Performance ist schlicht brillant und ermöglicht zugleich Mitleid und Abscheu für seinen ambivalenten Charakter.
Farrell spielt in „Ballad Of A Small Player“ den selbsternannten Lord Doyle, einen von Glücksspielsucht Getriebenen, der sich in der schillernden Casino-Metropole Macau abgesetzt hat und dort ungebremst in sein Verderben schlittert. Diesen düsteren Absturz konterkariert Berger mit einem intensiven Rausch voller ästhetischer Bilder, opulenter Ausstattung und der pompös-wuchtigen Musik seines Stammkomponisten Volker Bertelmann („Im Westen nichts Neues“). Wir empfehlen: Gebt diesem Werk eine Chance!
"Scarface" (1983)
Unser dritter Filmtipp muss eigentlich gar nicht mehr groß vorgestellt werden: Brian De Palmas Gangster-Epos „Scarface“ ist ein herausragendes Meisterwerk und längst ein Kult-Klassiker, der den Aufstieg und Fall des Drogenbarons Tony Montana in knapp drei Stunden purer Stilgewalt exzessiv zelebriert.
Einen Löwenanteil an der unbestreitbaren Faszination, die der Film auslöst, trägt zweifellos Hauptdarsteller Al Pacino („Der Pate“), der wie ein Orkan durch das Geschehen fegt und damit schauspielerische Maßstäbe setzte. Mit seiner eindringlichen und bewusst überzogenen Performance kreierte er eine Figur, die in der Kinohistorie ihresgleichen sucht und nicht ohne Grund die Popkultur nachhaltig prägte.
Es ist De Palmas exzellenter und perfekt orchestrierter Regie zu verdanken, dass der Rest von „Scarface“ angesichts Pacinos Präsenz nicht zu bloßen Randnotizen verkommt. Formvollendet arrangierte Sequenzen, in denen knallige Ästhetik und brachiale Gewaltspitzen überraschend harmonisch Hand in Hand gehen, sorgen für ein denkwürdiges Stück Unterhaltung.
Und falls ihr wissen wollt, welche Neuheiten euch im Mai 2026 auf Netflix erwarten, schaut am besten noch in unsere große Monatsübersicht rein:
Neu auf Netflix im Mai 2026: Die letzte Netflix-Serie der "Stranger Things"-Macher, das nächste "Haus des Geldes"-Kapitel & mehrFILMSTARTS bietet dir täglich die neuesten Nachrichten über Kino, Serien und Fernsehen. Abonniere FILMSTARTS hier bei Google Discover, um auch unsere Kritiken, Interviews, Streaming- und TV-Tipps sowie die besten und interessantesten Geschichten über deine Lieblingsfilme und -serien nicht zu verpassen.