„Die Geisha“ ist die bildgewaltige, oscarprämierte Verfilmung des gleichnamigen Bestsellerromans von Arthur Golden – produziert von Steven Spielberg („Schindlers Liste“) und inszeniert von „Chicago“- und „Pirates Of The Caribbean: Fremde Gezeiten“-Regisseur Rob Marshall.
„Die Geisha“ läuft am heutigen 26. Mai 2026 um 22.45 Uhr auf ZDFneo. Eine Wiederholung gibt es nicht und die DVD ist mittlerweile auch nur noch gebraucht zu haben*. Im Streaming ist der Film derzeit exklusiv im QueensClub-Channel* auf Amazon Prime Video zu sehen. Diesen Zusatzkanal könnt ihr für sieben Tage gratis testen. Sofern ihr dann vor Ablauf des Probezeitraums nicht wieder stornieren wollt, werden im Anschluss daran 3,99 Euro pro Monat fällig.
Wunderschöne Bilder
„Die Geisha“ sieht umwerfend aus – kein Wunder, dass der Film drei Oscars gewonnen hat und für drei weitere nominiert war. Statuen gab es in den Kategorien Beste Kamera, Bestes Szenenbild und Bestes Kostümdesign. Die knapp zweieinhalb Stunden bieten einen wahren Rausch aus Farben und Bildern, an dem man sich kaum sattsehen kann.
Der oben eingebundene Trailer ist wirklich nur eine schwache Andeutung dessen, was euch rein visuell erwartet, wenn ihr den Film einschaltet. Unter anderem hat Kameramann Dion Beebe, der neben „Collateral“ für Michael Mann und „Gemini Man“ für Ang Lee zuletzt auch das supererfolgreiche Michael-Jackson-Biopic „Michael“ filmte, hier ganze Arbeit geleistet.
Allerdings fällt auf, dass keine einzige Nominierung für die Regie, das Drehbuch, die Darstellungen oder den Film als Ganzem heraussprang. Dafür gibt es einen Grund. Denn wie unser Chefredakteur Christoph Petersen in der FILMSTARTS-Kritik analysiert, hatten Rob Marshall und seine Crew unter anderem an einem ihrem kulturellen Umfeld angemessenen Verhalten ihrer Charaktere offenbar keinerlei Interesse.
Eigentlich ist die Kunst der Geishas nämlich vollkommen emotionslos. Der Film hingegen präsentiert sie als einen Haufen keifender Zicken, die selbst den Protagonistinnen von „Desperate Housewives“ Konkurrenz machen könnten. Die absolute Beherrschtheit und Präzision dieser Frauen schimmern in „Die Geisha“ allzu selten hindurch und wirken in diesen Momenten aufgesetzt und/oder alibimäßig eingestreut.
Trotz dieser gnadenlosen Verwestlichung der Figuren und ihrer Story schafft es Marshall viel zu selten, beim Publikum echte Emotionen und Empathie für diese zu erzeugen. Stattdessen bleibt die Inszenierung in all ihrer aufgesetzten Schönheit so steril, dass die Charaktere schlichtweg uninteressant wirken. Egal ob es in „Die Geisha“ gerade traurig, fröhlich, dramatisch oder locker-leicht zugehen soll – sämtliche Einstellungen erstrahlen in dem gleichen, feuerscheinertränkten Glanz. „Selten war Einfallslosigkeit und Langeweile so schön anzusehen“, schreibt unser Rezensent und vergibt lediglich schwache 1,5 von 5 möglichen Sternen.
Alle, die dennoch einschalten möchten, können in den Hauptrollen übrigens Weltstars wie Zhang Ziyi („Hero“), Michelle Yeoh („Everything Everywhere All At Once“), Watanabe Ken („Inception“), Gong Li („2046“) und Yakusho Kōji aus „Babel“ erleben.
"Die Geisha": Das ist die Story
Japan, 1930: Chiyo (Ōgo Suzuka) ist neun Jahre alt und lebt mit ihren bettelarmen Eltern und ihrer älteren Schwester Satsu (Samantha Futerman) in einem kleinen Fischerdorf. Als die schwerkranke Mutter (Elizabeth Sung) im Sterben liegt, verkauft der Vater (Mako) die Mädchen im Vergnügungsviertel der alten Kaiserstadt Kyōto. Chiyo landet in einem Okiya, einem Geisha-Haus, und hat damit noch Glück. Denn Satsu, die nicht so ein hübsches Gesicht hat wie die Kleine, wird an ein heruntergekommenes Bordell verschachert.
Die Chefin des Okiya (Momoi Kaori) entscheidet, dass Chiyo zu einer Geisha ausgebildet werden und von nun an den Namen Sayuri tragen soll. Hatsumomo (Gong Li), die populärste Dame im Haus, sieht in Sayuri eine Konkurrentin für ihre jüngere Schwester Kürbisköpfchen (Youki Kudoh) und will ihren Aufstieg mit allen Mitteln verhindern. Als Sayuri dann eines Tages die Chance zur Flucht zu ergreifen versucht, hat Hatsumomo ihr Ziel endlich erreicht: Das Mädchen wird zur Dienerin heruntergestuft.
Einige Jahre später: Sayuri (jetzt: Zhang Ziyi) ist 15 und fast zur jungen Frau herangereift. Da nimmt sich Mameha (Michelle Yeoh), eine Ausbilderin, ihrer an. Sie erkennt Potenzial in Sayuri und will aus ihr die bekannteste und begehrteste Geisha Kyōtos machen. Der Plan geht auf und Sayuri erhält auf diese Weise sogar Zugang zur höheren Gesellschaft. Doch dann bricht der Zweite Weltkrieg aus...
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