Heute läuft ein absolutes Sci-Fi-Meisterwerk im TV: Das beste Leinwand-Abenteuer einer legendären Raumschiff-Crew
Stefan Geisler
Stefan Geisler
-Redakteur
Stefan ist mit "Star Trek" aufgewachsen und liebt insbesondere die Crew um Captain Jean-Luc Picard. Kubricks Meisterwerk "2001: Odyssee im Weltraum" gehört zu seinen Lieblingsfilmen. Doch auch heute ist das Sci-Fi-Kino lebendig, was Filme wie "Under the Skin" oder "Ad Astra" beweisen

„Star Trek“ wird ja oft vorgehalten, dass das Franchise nur im TV so richtig gut funktioniert. Wer das behauptet, hat wohl noch nie „Star Trek 2: Der Zorn des Khan“ gesehen, der für FILMSTARTS-Redakteur Stefan Geisler ein Sci-Fi-Meisterwerk ist.

Ich habe im vergangenen Jahr noch einmal einen Rewatch aller „Star Trek“-Filme veranstaltet. Im Vorfeld hatte ich die Sorge, dass sie nur in meiner Erinnerung wirklich gut waren und ich mir die Reihe durch eine erneute Sichtung selbst madig machen würde. Doch ganz im Gegenteil: Gerade die Leinwand-Ausflüge der Enterprise-Besatzung um Captain Kirk, Spock und Pille finde ich nach wie vor grandios – auch wenn es natürlich qualitative Schwankungen gibt. Vor allem „Star Trek 2: Der Zorn des Khan“ ist erstklassiges Science-Fiction-Unterhaltungskino und mit Abstand der beste Teil der Reihe – nicht zuletzt, weil er „Star Trek“ auf ein neues Niveau gehoben hat.

Wer sich selbst eine Meinung bilden oder einfach mal wieder lauthals „KHAAAAAAN!!!“ vor dem Fernseher brüllen möchte, hat am heutigen 6. Juni 2026 die ideale Gelegenheit dazu: Um 22.15 Uhr läuft auf ZDFneo „Star Trek 2: Der Zorn des Khan“ ohne Werbeunterbrechung. Eine Wiederholung folgt zu nachtschlafender Stunde um 3.40 Uhr. Wer an diesem Abend bereits verplant ist, findet den Film (und auch sonst fast alle „Star Trek“-Titel) alternativ auch im Streaming-Abo von Paramount+:

Übrigens steht der Abend bei ZDFneo ganz im Zeichen von „Star Trek“: Bereits um 20.15 Uhr läuft der unterschätzte „Star Trek - Der Film, der unter der Regie von „Bis das Blut gefriert“- und „West Side Story“-Regisseur Robert Wise entstanden ist. Direkt im Anschluss an „Star Trek 2: Der Zorn des Khan“ folgt um 0.00 Uhr „Star Trek 3: Auf der Suche nach Mr. Spock“. Auch wenn dieser nicht ganz mit seinen Vorgängern mithalten kann, ist er dennoch ein unterhaltsames Abenteuer, das einen der emotionalsten Momente der Franchise-Geschichte abrundet.

"Der Zorn des Khan": Das ist die Handlung

Wer „Star Trek 2: Der Zorn des Khan“ noch nicht kennt, bekommt hier eine kurze Zusammenfassung: Im 23. Jahrhundert sind die abenteuerlichen Zeiten von Captain Kirk (William Shatner), Dr. „Pille“ McCoy (DeForest Kelley) und Spock (Leonard Nimoy) längst Vergangenheit. Anstatt sich durch die Weiten des Alls zu kämpfen, verbringen die Drei ihre Zeit auf der Erde und feiern gemeinsam Kirks Geburtstag.

Zur gleichen Zeit reist Pavel Chekov (Walter Koenig) als Erster Offizier an Bord des Föderationsraumschiffs Reliant ins Ceti-Alpha-System. Dort soll er im Auftrag des geheimen Genesis-Projekts nach geeigneten Planeten suchen, die mithilfe einer neuartigen Technologie in lebensfreundliche Welten verwandelt werden können. Doch schon kurz nach der Landung wird deutlich, dass sich die Besatzung auf Ceti Alpha 5 statt auf Ceti Alpha 6 befindet – dem Planeten, auf dem Kirk Jahre zuvor den genetisch verbesserten Khan Noonien Singh (Ricardo Montalban) ausgesetzt hatte. Für Khan gibt es seitdem nur ein Ziel: Vergeltung.

"Star Trek" wird endlich zum Kino-Spektakel

1979 und damit ganze zehn Jahre nach dem Ende von „Raumschiff Enterprise“ wagte „Star Trek“ den Sprung auf die große Leinwand. „Star Trek - Der Film“, den ihr idealerweise im Director’s Cut schauen solltet, ist für sich genommen ein guter Film. Als erste Leinwand-Überführung der Crew rund um Kirk und Spock jedoch denkbar ungeeignet. Statt eines lockeren Weltraum-Abenteuers inszenierte Robert Wise ein sphärisches und ziemlich sperriges Science-Fiction-Epos, das zwar dem Geist der Vorlage gerecht wird, aber deutlich von Stanley Kubricks2001: Odyssee im Weltraum“ beeinflusst wurde.

So richtig im Kino angekommen ist das Franchise dann erst zwei Jahre später – und zwar mit einem echten Knall: Unter der Regie von Nicholas Meyer („Alles hört auf mein Kommando“) zeigt „Star Trek“ endlich, dass es sich vor der Konkurrenz nicht verstecken muss und auch auf der großen Leinwand bestehen kann. Zu den orchestralen Klängen von James Horner erlebt die Besatzung der Enterprise in „Star Trek 2: Der Zorn des Khan“ ihr bis dahin größtes – und wohl auch schönstes Abenteuer. Nicht nur machen die neuen Sternenflotten-Uniformen richtig was her und verleihen dem Film ein zusätzliches Quäntchen Klasse, auch die Spezialeffekte können sich heute noch sehen lassen. Vorausgesetzt, man besitzt ein Herz für Retro-Sci-Fi.

Kirk am Limit!

„Star Trek 2: Der Zorn des Khan“ lebt in besonderem Maße von der Konfrontation zwischen James T. Kirk und Khan Noonien Singh, der mit seinem „Mad Max“-ähnlichen Lederoutfit, der freigelegten Brust und seiner einschüchternden Präsenz bis heute zu den besten Antagonisten der langlebigen Sci-Fi-Reihe zählt. Die beiden liefern sich einen Schlagabtausch, der zunehmend zu einer persönlichen Vendetta eskaliert und dabei auch eine ungewohnt private und verletzliche Seite Kirks offenbart. Haben wir ihn bislang vor allem als lockeren Raumschiffkapitän erlebt, der jeder Gefahr mit einem flotten Spruch begegnet, schafft es Khan, diese Fassade bröckeln zu lassen und die verletzliche Seite des Helden freizulegen.

Insbesondere das großartige Gänsehaut-Finale zählt zu den bewegendsten Momenten der Franchise-Geschichte und dürfte vielen Trekkies beim bloßen Gedanken daran schon die Tränen in die Augen treiben. Dieser dramatische Schlussakt funktioniert auch deshalb so gut, weil der Abschied von Leonard Nimoy ursprünglich ein endgültiger sein sollte. Sein Spock, der sich in einem selbstlosen Akt für seinen Freund opfert, sollte hier eigentlich seinen Abschied feiern, denn Nimoy wollte nach diesem Film die Rolle endgültig an den Nagel hängen. Dass es letztlich doch anders kam, dürfte allgemein bekannt sein. Und tatsächlich entstand „Star Trek 3: Auf der Suche nach Mr. Spock“ schließlich sogar unter der Regie des Vulkanier-Darstellers.

Aktuell wird ja an einem neuen „Star Trek“-Film gearbeitet. Was wir bislang darüber wissen, erfahrt ihr in diesem Artikel:

Kurswechsel bei "Star Trek": Neuer Film bestätigt, Serien wohl endgültig vor dem Aus

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