Streaming-Tipp: Diese wunderschön-poetische Serie müsst ihr gesehen haben - ihr werdet euch sofort verlieben!
Monta Alaine
Monta Alaine
Bereits jung von ihrem Vater an Klassiker wie "Taxi Driver" und "Clockwerk Orange" herangeführt stand fest: Film sollte es sein. Nach diversen Stops in der Branche gilt ihre Liebe auch heute noch Hollywood-Kino à la Nolan und raffinierten Arthouse-Filmen.

Unser heutiger Streaming-Tipp ist eine Serienperle zwischen Mordfällen, Märchenbuch-Optik und einer der ungewöhnlichsten Liebesgeschichten der Fernsehgeschichte.

Wer gerne in skurrile, bunte und auch mal morbide Welten eintaucht, den dürfte unsere heutige Empfehlung interessieren: Die Serie „Pushing Daisies“ kommt daher, als hätte man Filme von Tim Burton, Wes Anderson und „Die fabelhafte Welt der Amélie“ in einen Topf geworfen, wild gerührt und noch ein bisschen Glitzer-Kuchenglasur drüber gegossen. Ausgerechnet Bryan Fuller, der sich später für „Hannibal“ verantwortlich zeichnen sollte, schuf hier eine Welt, die aussieht, als würde man ein Märchenbuch aufschlagen und mit Bonbonfarben ausmalen – in „Pushing Daisies“ ist die Welt noch in Ordnung, da blühen die Blumen, da sehen die Häuser aus wie Puppenstuben und alles ist fröhlich-bunt, trotz des allgegenwärtigen Todes.

Leider wurde die Serie, die 2007 und 2008 auf ProSieben lief, nach zwei Staffeln eingestellt. In Amerika wurde sie sogar bereits in der Mitte der zweiten Staffel abgesetzt – wodurch die letzten drei auf ProSieben ausgestrahlten Folgen zur Weltpremiere wurden. Zur Absetzung führten zu geringe Einschaltquoten, hohe Produktionskosten und der Autorenstreik – und das trotz fantastischer Kritiken und zahlreicher Emmys für die Beste Regie, Beste Nebendarstellerin (Kristin Chenoweth als Olive), Bestes Szenenbild, Beste Musik, Bestes Make-up sowie Beste Kostüme und Besten Bildschnitt.

Wer diesen visuellen Zuckerschlecken damals im TV verpasst hat, kann beide Staffeln auf Amazon Prime Video kaufen – oder auf DVD direkt nach Hause ordern.

Liebe auf Abstand

„Pushing Daisies“ bezieht sich auf die Redewendung „Pushing Up The Daisies“, also, „die Gänseblümchen hochschieben“ – etwa gleichbedeutend wie unser „die Radieschen von unten betrachten“. Der Titel ist Programm: Nicht nur lebt „Pushing Daisies“ von seiner floralen Optik, sondern auch vom Tod, der hier im Zentrum steht. Beziehungsweise lebt der Kuchenbäcker Ned (Lee Pace) davon: Denn dieser hat die außerordentliche Gabe, mit einer Berührung Tote zum Leben zu erwecken. Die Sache hat nur einen Haken: Berührt er sie nochmal, sterben sie unwiederbringlich. Tut er es innerhalb einer Minute nicht, muss jemand anders dran glauben.

Also macht er gemeinsame Sache mit dem Privatdetektiv Emerson Cod (Chi McBride), indem sie Opfer mysteriöser Mordfälle zurückbringen, ihre Fälle aufklären und die Belohnung dafür einstreichen. Als er eines Tages die Liebe seiner Kindheit, Chuck (Anna Friel), zurückholt und am Leben lässt, entwickelt sich daraus eine der ungewöhnlichsten und süßesten Liebesgeschichten des Fernsehens – berühren darf er sie allerdings nicht.

Zwischen Bienchen und Blümchen leben sie nun zusammen auf Abstand, schlafen in getrennten Betten und berühren sich allerhöchstens durch Folie oder Imkeranzüge hindurch, klären jede Folge einen neuen skurrilen Mordfall auf und schmachten sich an in einer mit Zuckerguss übergossenen Welt. Sehenswert ist „Pushing Daisies“ weniger wegen seines Inhalts, als vielmehr aufgrund seiner Machart und Erzählweise: Vor allem im Original lebt die Serie sehr von ihrem Sprachwitz. Da wird gereimt, da überschlagen sich die Dialoge und die Süße wird oftmals mit subversiver Ironie unterwandert.

„Pushing Daisies“ strotzt nur so vor Ausschmückung sowohl auf Bild- als auch auf Tonebene, ist ein grellbuntes Märchen, durchzogen von leichtem schwarzen Humor, zuckersüß mit einer Prise Bitterkeit und nicht zuletzt ein wahrer Augenschmaus und Balsam fürs Herz.

Wem eher nach einem Filmabend anstatt eines Serienmarathons ist, dem können wir diesen ähnlich skurrilen und grandios inszenierten Streaming-Tipp ans Herz legen:

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