"Ich war minimal betrunken": Hugh Laurie entschuldigt sich bei Journalistin für überzogene Reaktion auf ihre Kritik an "Dr. House"
Christoph Petersen
Christoph Petersen
-Chefredakteur
Schaut 800+ Filme im Jahr – immer auf der Suche nach diesen wahrhaftigen Momenten, in denen man dem Rätsel des Menschseins ein Stück näherkommt.

Mit ihrer Kritik an der Hit-Serie „Dr. House“ hat eine britische Journalistin den Star der Serie offenbar auf dem falschen Fuß erwischt – dabei ist das Finale schon 14 Jahre her. Jetzt hat sich Hugh Laurie für seine Reaktion entschuldigt …

Ich habe „Dr. House“ damals geliebt – und mit mir Millionen andere, die jede Woche bei RTL eingeschaltet und dem Sender damit absolute Traumquoten beschert haben. Aber genauso verstehe ich den Post der britischen Journalistin Janet Murray, die auf Twitter/X über ihre Erfahrung beim späten Nachholen der ersten Staffel Folgendes geschrieben hat:

„Spät dran, aber ich habe angefangen, Staffel 1 von ‚Dr. House‘ zu schauen. Jede Folge dieselbe Erzählstruktur: Patient hat eine mysteriöse Krankheit. Hugh Laurie (House) stellt eine Fehldiagnose. Patient stirbt fast. Hugh Laurie stellt wieder eine Fehldiagnose. Ihm wird mit Kündigung gedroht. Patient stirbt fast wieder. Hugh Laurie hat im letzten Moment eine völlig abwegige Idee. Stellt die richtige Diagnose. Wird nicht gefeuert. Acht Staffeln lang genau das?“

Hugh Laurie schießt zurück

Genau diese Vorhersehbarkeit hat ein Großteil des Publikums damals geliebt – man wusste, was man bekommt, und genau das wollte man auch haben. Aber es ist natürlich genauso legitim, die Eintönigkeit der Geschichten zu kritisieren. Hugh Laurie selbst wurde von der Kritik aber offenbar hart getroffen – und das sogar noch fast eineinhalb Jahrzehnte nach der Ausstrahlung der letzten Folge der achten und finalen Staffel im Jahr 2012. So schrieb der Star der Serie als Reaktion auf den augenzwinkernden Kritik-Post erstaunlich pampig zurück:

„Danke für deine Kritik, Janet. Wir haben tatsächlich ein paar Folgen ausprobiert, in denen House es gleich beim ersten Mal richtig macht, aber sie waren nur sechs Minuten lang. NBC war nicht zufrieden. Dann haben wir einige versucht, in denen House es nie richtig hinbekommt und der Patient stirbt. Das Publikum war nicht zufrieden. Man könnte deine messerscharfe Analyse auch auf andere Kunstformen anwenden: J.S. Bach schrieb 30 Goldberg-Variationen über dieselbe Akkordstruktur; Frida Kahlo malte 50 Porträts von sich selbst; Henry Moore, was?? Der Punkt ist, oder war, Variationen über ein Thema; wenn alles, was du siehst, Krankenhaus und medizinisches Blabla ist, dann war es einfach nicht für dich gedacht. Dennoch freue ich mich auf deinen ersten Roman!“

Hugh Laurie rudert zurück

Die Kritik von Janet Murray und die Antwort von Hugh Laurie sind wenig überraschend viral gegangen – und haben dazu geführt, dass viele „Dr. House“-Fans teilweise stark beleidigend über die Journalistin hergezogen sind. Am Ende hat sie ihre Erfahrungen damit sogar in einem Artikel für die Publikation UnHerd verarbeitet – und zeigte sich darin auch darüber verwundert, wie viel Hass eine (noch nicht mal sonderlich neue) Kritik an einer so alten Serie noch immer heraufbeschwören kann.

Offenbar war auch Hugh Laurie selbst ein wenig erschreckt, welche Reaktionen sein Post hervorgerufen hat – und so verfasste er nur einen Tag nach dem originalen Austausch direkt eine Entschuldigung:

„Es tut mir leid, wenn Leute dich wegen meines Tweets angegangen sind. Das war überhaupt nicht der Plan. Ich war minimal betrunken und ohnehin schon wegen etwas verärgert, das überhaupt nichts mit dir zu tun hatte. Wenn es dir ein Trost ist: Ich habe auch mein Fett weggekriegt. Ich bin anscheinend eine Mimose, obwohl es gar nicht um meine eigene Haut ging. Ich habe mich bloß für die Autoren eingesetzt, die ich abgöttisch geliebt habe. Natürlich hätte ich nicht Bach/Kahlo/Moore anführen sollen – damit bettelt man ja um Ärger – und wäre besser damit gefahren, auf die 10.000 Blues-Songs zu verweisen, die alle auf derselben 12-Takt-Akkordstruktur basieren. Ich habe die meisten davon gehört und werde das auch weiterhin tun. Weil wir nun mal lieben, was wir lieben.“

Eine weitere Herausforderung für die „Dr. House“-Autor*innen war damals übrigens, dass sie kurzfristig eine der Figuren aus der Serie herausschreiben mussten:

Diese Serienfiguren mussten sterben, weil es Probleme mit dem Schauspieler hinter der Rolle gab

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